Alle Jahre wieder: Haustiere werden zur Urlaubszeit ausgesetzt

6.8.2015, 16:36 Uhr
Den drei Neuzugängen im Tierheim Feucht geht es wieder gut. Meerschweinchen lieben Petersilie.

Den drei Neuzugängen im Tierheim Feucht geht es wieder gut. Meerschweinchen lieben Petersilie. © Julia Hornung

Nicht wenigen Tierhaltern stellt sich die Frage: Wohin mit dem Gefährten in den Ferien? Es kommt leider immer wieder vor, besonders häufig jedoch alljährlich kurz vor oder in den langen Ferien.

Der Sommerurlaub steht an und es stellt sich heraus, dass man an alles gedacht hat: Der Flug und das Ferienhaus sind gebucht, eine Reihe Reiseführer geliehen, die im Ausland so teure Sonnencreme ist gekauft, die Abwesenheitsnotiz im E-Mail-Programm aktiviert, das selbsttätige Pflanzenbewässerungssystem installiert.

Offen bleibt bloß die Frage: Wohin mit den Haustieren? - Ein bisschen frische Waldluft wird ihnen gut tun? Weit gefehlt! „Die Tiere sind das Leben in freier Wildbahn nicht gewohnt“, berichtet Gitta Teufel, stellvertretende Leiterin im Tierheim Feucht.

"Sie finden sich in unseren Wäldern nicht zurecht"

"Sie finden sich in unseren Wäldern nicht zurecht und können sich häufig nicht einmal Nahrung beschaffen.“ Vergangene Woche hat eine Spaziergängerin im Wald bei Altenfurt drei Meerschweinchen entdeckt.

Sie sind die ersten Ferienzugänge in Feucht in diesem Jahr und sichtlich froh über die gute Pflege und vitaminreiche Nahrung in Form von Petersilie und Dill. Die hätten sie im Wald sicher nicht gefunden. Manche Tiere aber können sich nicht einmal auf die Suche nach Nahrung begeben, sie werden eingesperrt ausgesetzt.

Im vergangenen Sommer haben Gitta Teufel und Tierpflegerin Victoria kleine Katzen in ihrem Käfig gefunden - einmal im Wald, ein anderes Mal bei sengender Sonne auf dem Parkplatz des Tierheims.

Samstagabend, ebenfalls zu Ferienbeginn, ging in der Polizeidienststelle Hersbruck der Notruf ein, dass nahe Schönberg sechs Kaninchen frei auf einer Waldlichtung herumhoppeln. Spaziergänger und Radfahrer hatten die Plüschnasen entdeckt.

Ein Streifenwagen sowie das Hersbrucker Tierheim waren schnell vor Ort und unter beherzter Mithilfe aller konnten die Tiere wohlbehalten in Sicherheit gebracht werden. „Wie lange die Kaninchen bereits ihrem Schicksal überlassen waren, kann man nicht sagen“, so Martina Höng vom Tierheim Hersbruck, „sie nahmen jedoch sofort dankend Wasser und Heu an.“

Schützlinge in Pension geben

Der Verdacht, dass sie nicht selbständig ausgebüxt sind sondern ausgesetzt wurden, liegt nahe, denn es sind weder Häuser noch Gärten in der Nähe der Lichtung. Da das Aussetzen von Tieren eine Straftat ist, bittet die Polizeidienstelle Hersbruck um sachdienliche Hinweise.

Die Experten in den Tierheimen raten Urlaubern, die sich nicht kümmern können, ihre Schützlinge in eine Pension zu geben. Auch im Tierheim Feucht ist eine Pension möglich, so denn genügend Platz vorhanden ist. Um dies zu klären, rät Gitta Teufel zu einem Anruf zwei bis drei Wochen im Voraus. „In jedem Fall aber“, so ihre Bitte, „die Tiere abgeben und nicht aussetzen“.Julia Hornung

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