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Dienstag, 07.07.2020

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Am Hahnenkamm hat die Läuferschar einiges verpasst

Von Ostheim nach Degersheim: Auf den Spuren des heuer leider abgesagten Landkreislaufes - 01.06.2020 15:59 Uhr

Wird so schnell kein Zielort mehr sein: Degersheim trauert dem (vorerst) verpassten Feuerwehrfest und Landkreislauf nach. Das Jubiläum wurde inzwischen auf die Tage vom 13. bis 15. Mai 2022 verlegt – dann jedoch ohne Zieleinlauf. © Foto: Uwe Mühling


Allen voran natürlich das Gemeinschaftserlebnis. Wo sonst als beim Landkreislauf teilen sich Mitglieder von Vereinen, Firmen, Dorfgemeinschaften, Schulen, Behinderten-Einrichtungen und vielen weiteren Gruppen zwölf Etappen, um dann gemeinsam das Ziel zu erreichen. Es wäre sicher auch "grenzwertig" geworden, und zwar im doppelten Sinn wegen der Grenzlage zu Schwaben sowie aufgrund so manch knackiger Anstiege und Höhenmeter.

Verpasst hat die große Läufergemeinde aus Weißenburg-Gunzenhausen aber auch tolle Naturerlebnisse. Die Region um Westheim, Hechlingen, Polsingen, Döckingen und schließlich den Zielort Degersheim bietet viele landschaftliche Reize, wunderbare Ausblicke, sattes Grün, den herrlich eingebetteten Hahnenkammsee und mitunter eine recht wild-romantische Natur.

Nicht umsonst gilt die Hahnenkammregion als Geheimtipp für Ruhesuchende und Kulturinteressierte. Man nehme nur mal das Kloster Heidenheim, das ehemalige Wasserschloss Polsingen oder den Hahnenkamm-Erlebnispfad als Beispiel. Zur "Kommunalen Allianz Hahnenkamm" haben sich die fünf Gemeinden Auhausen, Gnotzheim, Heidenheim, Polsingen und Westheim zusammengeschlossen. Und sie übertreiben keineswegs, wenn sie ihre Region als "Paradies für Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber" bezeichnen. Und wer eine Runde um den 1977 angelegten Hahnenkammsee joggt, wird schnell feststellen, dass der Begriff "Naturoase" auf den Informationstafeln vollends zutrifft - Grillen-Konzert inklusive!

Wird bei der Aufzählung der fränkischen Seen (leider) oft vergessen: Dabei ist der Hahnenkammsee bei Hechlingen mit seiner ruhigen und idyllischen Lage tatsächlich eine „Naturoase“, wie es auf den Schautafeln rund um das Gewässer zu lesen steht. © Foto: Uwe Mühling


Die Landkreislauf-Strecke selbst hätte heuer durch fünf Kommunen geführt: Westheim, Heidenheim, Polsingen und auch Treuchtlingen mit seinem Ortsteil Schlittenhart sowie Markt Berolzheim mit dem Ortsteil Großholz wären kurz dabei gewesen. Der Startort Ostheim gehört zur Gemeinde Westheim und war schon einmal der Ausgangspunkt für das Breitensportereignis, und zwar im Jahr 1996, als Langenaltheim das spätere Ziel war. Auch Degersheim war schon einmal Startpunkt, und zwar im Jahr 2011, als der Kurs die knapp 100 Staffeln nach Pappenheim führte. Für den Heidenheimer Ortsteil Degersheim, der unmittelbar neben dem Windpark Hahnenkamm liegt, wäre es die Premiere als Zielort gewesen. Eine Gelegenheit, die so schnell nicht wiederkommt. Der Zieleinlauf war ursprünglich in das 120-jährige Bestehen der Feuerwehr Degersheim-Rohrach eingebunden – das Fest musste wegen der Corona-Beschränkungen ebenfalls verschoben werden, und zwar auf das Jahr 2022.

Da kommt man auch nicht alle Tage hin: Der abgesagte Landkreislauf 2020 hätte unter anderem an der Stahlmühle vorbeigeführt. Das Anwesen liegt zwischen Hechlingen am See und Ursheim und gehört zum Markt Heidenheim. © Foto: Uwe Mühling


Da ist das Ziel vonseiten des Landkreises jedoch schon seit Längerem vergeben und wird am 25. Juni 2022 beim SV Unterwurmbach sein, der 100 Jahre alt wird. Im Jahr zuvor geht es am 3. Juli 2021 nach Markt Berolzheim, wo ebenfalls das "Hundertjährige" des 1. FC gefeiert wird.

Falls künftig wieder alles normal läuft, dann wird es bei dem Breitensportereignis, das offiziell unter dem Namen Altmühlfrankenlauf firmiert, wieder eine ordentliche Portion Landkreis-Kunde geben. Selbige ist heuer ausgefallen. Ein paar ziemlich unbekannte Orte auf der heuer verpassten Strecke sollten an dieser Stelle aber zumindest mal namentlich genannt werden. Das kleine Großholz ist vorhin schon aufgetaucht, aber auch die Stahlmühle und die Hasenmühle (mit idyllischem Campingplatz) sollte man nicht vergessen. Vielleicht kommen die Läufer ja ein andermal noch dorthin.

UWE MÜHLING

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