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SV Gößweinstein: Ganz vorne mit Zweck und Wächter

Höhenflug in der Kreisklasse 3

Mit zehn Siegen aus elf Spielen dominiert der SV Gößweinstein derzeit die Kreisklasse 3 (Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund). Nach der Entlassung von Spielertrainer Rames Berisha hat ein alter Bekannter das Traineramt beim Tabellenführer übernommen. Mit Coach Jens Zweck und Torjäger Sven Wächter wollen sich die Gößweinsteiner auf den vorderen Plätzen festbeißen. Der Gedanke an den Aufstieg kam den Verantwortlichen allerdings noch nicht in den Sinn.

Manchmal ist Sven Wächter (in Rot) nur mit Gewalt vom Ball zu trennen. Hier greift Sebastian Haas von der Reserve des ASV Pegnitz mit beiden Händen zu.

 / © Ralf Münch

„Wir hatten interne Probleme mit Rames Berisha“, sagt Spielleiter Dominic Lang über die plötzliche Trennung von Spielertrainer Berisha nach dem 3:1-Auswärtssieg in Wichsenstein Ende September. „Er hat die Mannschaft gespalten. Es kam zu Unstimmigkeiten zwischen Team, Vorstand und Trainer. Letztendlich hat der Vorstand über seine Entlassung abgestimmt.“ Da Rames Berisha zum Saisonende die Gößweinsteiner ohnehin verlassen hätte, hatte Lang mit dem ehemaligen Trainer Jens Zweck schon vor Berishas Entlassung einen Nachfolger gefunden. Zweck, langjähriger Spieler und von 2012 bis 2015 Spielertrainer bei den Gößweinsteinern, mit Stationen in Weingarts und Eltersdorf, führte den SV 2013 zum Aufstieg in die Kreisliga. Lang sieht den 35-Jährigen als ideale Lösung: „Jens Zweck steht eng zum Verein und hat die Mannschaft auch noch nach seinem Abgang unterstützt. Er hat bei fast jedem Spiel zugeschaut.“ Nach einer kurzen Bedenkzeit nahm Zweck die neue Herausforderung an. Der Grund liegt nahe: „Mir liegt sehr viel am Verein. Ich war hier sieben Jahre als Spieler und vier Jahre als Spielertrainer tätig.“ Spielertrainer wird er aber nicht mehr sein. Mit 18 Mann ist der Kader so groß, dass Zweck sich aufs Coachen konzentrieren kann. „Wir probieren sehr viel im taktischen Bereich. Derzeit bemühe ich mich um das Einstudieren von Dreier- und Viererkette“, sagt er. Dennoch hat sich unter ihm nur weniges verändert: „Jens hat nicht alles umgeschmissen. Es ist nach wie vor wichtig, dass wir hinten dicht stehen. Das war auch unter Berisha so“, sagt Spielleiter Lang.

Dennoch hat er in den vergangen Wochen ein paar Veränderungen registriert: „Jens variiert sehr viel. Dazu legt er Wert auf Taktik.“ In den letzten beiden Spielen gegen Bieberbach und Bärnfels wurde der Laden dicht gehalten, während die Offensive vorne Akzente setzen konnte: 4:0 gewann der SV in Biberbach und am Wochenende darauf mit 2:0 daheim gegen Bärnfels. Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass Bieberbach und Bärnfels mit jeweils fünf Punkten aus neun beziehungsweise zehn Spielen derzeit Abstiegsränge belegen. Die schwache Offensive beider Mannschaften — neun und zehn Tore im bisherigen Saisonverlauf — war für die Gößweinsteiner also keine Messlatte. Maßgebend für den derzeitigen Erfolg der Gößweinsteiner ist die bärenstarke Verfassung des Torjägers Sven Wächter. Der erst 20-jährige Stürmer beeindruckte vergangene Saison bereits mit 34 Toren in 29 Spielen, kein anderer Spieler in der Kreisklasse 3 traf so oft wie er. In der aktuellen Spielzeit liegt er mit dem Michelfelder Jose Sanchez Torres auf Platz eins der Torjägerliste. Der ASV-Stürmer wird aber vorerst nicht mehr treffen — er ist zurzeit als Zeitsoldat im Kosovo und steht den Michelfeldern erst in der Rückrunde wieder zu Verfügung. Wächters Stärken liegen für seinen Trainer auf der Hand: „Sven ist kopfballstark, hat einen guten Schuss, ist schnell und hat ein starkes Durchsetzungsvermögen. Nur läuferisch könnte er noch etwas zulegen.“ Auch Wächter sieht seine eigenen Schwächen in der Verteidigungsarbeit.

Dass der Tüchersfelder wohl zu gut für die Kreisklasse ist, haben auch höherklassige Vereine mitbekommen. „Es sind bereits einige Vereine auf mich zugekommen“, sagt Wächter, der allerdings keine Namen preisgeben möchte — die Gößweinsteiner verlassen möchte er aktuell sowieso nicht. „Momentan ist ein Wechsel für mich kein Thema, weil mir der Verein sehr am Herzen liegt.“ Und das, obwohl er — wie seine Mitspieler — angeblich kein Geld vom SV fürs Kicken bekommt.

„Michelfeld ist Favorit“

Mit Wächter könnten sie beim SV eigentlich auf die Kreisliga schielen. Machen sie aber nicht. „Wir verschwenden noch keine Gedanken an das Thema Aufstieg. In meinen Augen sind die Michelfelder nach wie vor Favorit auf den ersten Platz“, sagt Trainer Zweck. Ähnlich sieht das auch Wächter selbst: „Natürlich wollen wir in diesem Jahr angreifen, aber wir wissen auch, dass das nicht von alleine geht und wir viel tun müssen, um das zu erreichen. Wir sind im Moment einfach froh und glücklich, dort oben mitspielen zu können.“ Am Sonntag bahnt sich eine anstrengendere Aufgabe im Vergleich zu den letzten Wochen für die Gößweinsteiner an: Der SV ist zu Gast beim Fünftplatzierten Hiltpoltstein. Für Wächter ist der Spielverlauf abhängig von der Verfassung der Mannschaft. Formulieren wie ein Profifußballer kann das Talent bereits: „Wir brauchen eine sehr gute Tagesform. Auch wenn wir wissen, dass es eine sehr schwierige Auswärtsaufgabe wird, sollte dem Sieg nichts im Wege stehen, wenn wir unsere Tugenden abrufen.“

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