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TKV Forchheim schaut selbstbewusst nach oben

Wechselhafte Jahre sollen der Vergangenheit angehören

Ebenso schnell wie beim direkten Durchmarsch von der A-Klasse vor drei Jahren ins Kreisoberhaus ging es für die Fußballer des Türkischen Kulturverein Forchheim wieder nach unten. Jedes Mal begleitete den Fahrstuhlklub ein personeller Aderlass. Neue Konzepte sollen nun nach einem Stabilisierungs-Jahr zu mehr Konstanz verhelfen.

Auf dem Hosenboden: Nach zwei Abstiegen in Folge begann für den TKV im Sommer 2017 auch der Auftakt in der A-Klasse holprig.

 / © Edgar Pfrogner

Auf einmal mussten die ganz alten Haudegen ran. Als der damals 53 Jahre alte Ex-Vorsitzende Oktay Taylan für die 1. Mannschaft in der Kreisklasse wieder die Schuhe schnürte, schwammen vor Weihnachten 2016 längst die Felle davon. Mit vier Punkten und 15:182 Toren wurde der TKV am Saisonende direkt von der Kreisliga in die A-Klasse durchgereicht.

Die Hoffnung war ja eine ganz andere gewesen, als Serdar Kuygun den Klub im Sommer 2015 nach fünf Jahren zurück in die Kreisliga geführt hatte. Doch der Erfolg weckte Begehrlichkeiten. Abgewanderte Leistungsträger wie Abwehr-Schrank Gökhan Kül sowie das gesprengte Sturmduo Erhan Gezici und Ali Sakli waren nicht zu ersetzen. So konnte der für Kuygun - aktuell verantwortlich für den befreundeten Nürnberger Bezirksligisten Türkspor - eingesprungene Feuerwehrmann Arif Tosun schon vor einer abschließenden Serie von 15 Niederlagen in Serie nur noch die Scherben zusammenkehren und den herabstürzenden Fahrstuhl in der folgenden Spielzeit abbremsen.

Bammersdorf als Zulieferer

Holprig geriet in der A-Klasse vor Jahresfrist ebenfalls der Auftakt für Rückkehrer Ali Sakli, ehe man trotz widriger Trainingsbedingungen auf der Sportinsel als viertbestes Rückrunden-Team im Frühjahr Schwung aufnahm und beinahe noch in die Aufstiegs-Relegation gestürmt wäre. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle in den vergangenen zwei Jahren durchlebte Samet Deniz als neu installierter Abteilungsleiter und Interims-Coach. "Viele Spieler haben damals Angebote gehabt und die Herausforderungen auf höherklassiger Ebene oder als Trainer gesucht, weshalb durch den Kreisliga-Abstieg einiges in sich zusammenfiel", erklärt der 26-Jährige. Seitdem treibt Deniz in enger Zusammenarbeit mit Sakli einen Neuaufbau voran. "Wir wollen eine Einheit formen, die auf langfristige Sicht zusammenbleibt und für den TKV der Zukunft steht. Wir hoffen auf ruhigere Jahre mit weniger Bewegung im Kader", sagt Deniz.

Die ersten Anzeichen eines Kurswechsels konnten Beobachter bereits seit der zurückliegenden Winterpause in einem gesteigerten Transferverhalten erkennen. Der TKV bediente sich beim Ligakonkurrenten SV Bammersdorf, wo Metin Akyol mit ehemaligen Burkern eine junge türkisch geprägte Auswahl formiert hat. Angeführt vom umworbenen Stürmer Mert Samraoglu, tauscht nun im Sommer nochmals ein Trio die Seiten. Insgesamt elf Akteure, im Schnitt jünger als 21 Jahre, verstärken den Kader um Torjäger Orcun Hantal.

Neu sind nicht nur zahlreiche Gesichter auf dem Platz, sondern auch die Aktivitäten daneben. Besonders auffällig ist das rege Treiben auf den digitalen Kanälen. Für die Vorstellung der Neuzugänge wurden teils aufwändige Videos produziert. "Wir versuchen uns hierbei, von anderen Klubs abzuheben, vor allem die Jugend auf uns aufmerksam zu machen und etwas Neues auszuprobieren", berichtet Samet Deniz. In Ali Toplar, der sich zuvor in Bammersdorf auf ähnliche Art engagierte, legt der seit Dezember 2017 amtierende Vorsitzende und Telekommunikations-Experte selbst Hand an.

Um den neuen lebendigen Geist zu festigen, verbrachte eine 23-köpfige Gruppe Anfang Juli vier Tage im österreichischen Trainingslager. Bei bis zu drei Einheiten am Tag wuchs das Kollektiv enger zusammen und legte die körperlichen Grundlagen für eine anspruchsvolle Mission. "Der TKV gehört in die Kreisklasse, dort war er in den letzten zwei Jahrzehnten zu Hause und dieser Anreiz muss für unsere jungen Spieler geboten sein. Wir wollen im Kampf um die Meisterschaft ein gehöriges Wörtchen mitreden", betont Samet Deniz selbstbewusst.

Im Rennen um einen Spitzenplatz erwarten die Forchheimer Konkurrenz nicht nur durch die Kreisklassen-Absteiger ATSV Forchheim und DJK Willersdorf, sondern dazu von Topanwärtern wie Sp Vgg Reuth, Sparta Pautzfeld und SG Pinzberg/Gosberg.

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