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Hochklassiger Doppelpack für Weingarts: Lunz und Seybold übernehmen

Kreisliga 2

Am Dienstagnachmittag wollte die DJK Weingarts die beiden Personalien noch nicht bestätigen, es seien noch abschließende Gespräche zu führen, hieß es auf Nachfrage. Am Abend dann wurde alles in trockene Tücher gepackt. Zu Saisonende endet die Amtszeit von Arne Schmidt bei der DJK Weingarts. Als Nachfolge konnte sich der aktuelle Kreisligist ein hochklassiges Duo vom FSV Bruck sichern.

Bastian Lunz (links) übernimmt als Cheftrainer, Oliver Seybold wird sein Co.

 / © Zink

"Ich habe das die letzten Jahre immer auf dem Schirm gehabt", sagt Bastian Lunz über seinen Schritt ins Trainergeschäft. Alleine, dass er in diesem Herbst die B-Lizenz erlangen wird, zeigt, dass kein Schnellschuss den 34-Jährigen in der kommenden Saison nun zum Trainer der DJK Weingarts macht. "Ich wollte die letzten Jahre noch auf hohem Niveau spielen", so der ehemalige Regionalliga-Kicker des 1. FC Schweinfurt, "aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Die Gespräche mit Weingarts waren immer positiv, das Gesamtpaket hat einfach gepasst."

Und so wird Lunz in der kommenden Saison Spielertrainer bei der DJK Weingarts. Und er bekommt Unterstützung: Auch Oliver Seybold wagt den Schritt aus Bruck nach Weingarts - und als Co-Trainer den Schritt in die gesteigerte Verantwortung. Die Motive dafür sind ähnlich gelagert. "Ich habe ein Haus gebaut, bin seit 2017 selbstständig und will den Aufwand zugunsten des Privatlebens etwas runterfahren", sagt Seybold. In Weingarts sei es ihm, der seit 23 Jahren auf höherklassigem Niveau Fußball spielt, möglich, etwas mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Maigisch liegt schließlich direkt auf dem Arbeitsweg des 32-Jährigen.

Lunz und Seybold wussten vom jeweils anderen, dass der Wille da war, langsam ins Trainergeschäft einzusteigen. "Dass Weingarts uns dann beide wollte, war aber Zufall", sagt Seybold, der seinen bisherigen Trainer ab Sommer nur noch in der Arbeit sieht. FSV-Coach Normann Wagner ist nämlich gleichzeitig Seybolds Gesschäftspartner. "Er findet es natürlich schade, dass ich gehe. Aber so ist es halt irgendwann", sagt er. "Ich hätte mir schon noch zwei Jahre auf dem Niveau zugetraut, aber es kommt der Punkt, an dem man sagen muss: 'Es ist gut.'"

Keine Aufstiegsverpflichtung

Die Gefahr atmosphärischer Probleme, die auftreten könnten, wenn zwei ehemalige Teamkollegen sich hierarchisch aufstellen müssen, sieht Lunz nicht: "Es ist ja in Bruck schon so, dass ich Kapitän bin und er mein Stellvertreter, wir waren dabei immer sehr kollegial. Zudem war es sein ausdrücklicher Wunsch, erstmal als Co-Trainer seine Erfahrungen zu sammeln." 

Auch Seybold wird man in der kommenden Saison natürlich weiter auf dem Feld finden - zwei ordentliche Verstärkungen also für die DJK Weingarts, die aktuell in der Kreisliga 2 auf Rang drei notiert ist. Die Ziele für die Amtszeit von Lunz und Seybold dürften also klar sein? "Wir haben jetzt keine Aufstiegsverpflichtung", sagt Lunz, "aber die DJK war die letzten Jahre ja immer oben mit dabei. Mit uns beiden dürfte die Mannschaft jetzt nicht schlechter werden", lacht Lunz. "Und aufstiegen will man als Fußballer immer", sagt Seybold. "Wir wollen auf jeden Fall eine gute Rolle spielen", sind sich beide einig. Und wer weiß, vielleicht packt die DJK noch in dieser Spielzeit den Sprung in die Bezirksliga.

Zunächst aber ist für Kapitän Lunz und Stellvertreter Seybold die Konzentration auf den FSV Bruck gerichtet. "Wir haben am Dienstag dem Trainerteam und der Mannschaft unsere Entscheidung mitgeteilt. Wir haben es bewusst kurzgehalten, um auch zu zeigen, dass diese Entscheidung für unsere aktuelle Situation keine Rolle spielt." Das Team habe es locker aufgenommen, verwundert sei keiner gewesen, "solche Entwicklungen gehören ja dazu, vor allem, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat." Und klar war auch: "Unsere Priorität liegt momentan nur auf dem Klassenerhalt."

Schmidt gönnt sich Auszeit

Mit der Verpflichtung des Duos Lunz/Seybold ist gleichzeitig klar, dass der bisherige Weingarts-Coach Arne Schmidt den Verein verlassen wird. Wie die Zeit für ihn ab Juli aussehen soll, darüber ist sich Schmidt bereits im Klaren. "Ich mache auf jeden Fall ein Jahr Pause, um mehr Zeit für meine beiden Kinder zu haben und der Familie den Wunsch nach einer größeren Urlaubsreise zu erfüllen", lüftet der 39-Jährige ein seit Dezember noch unter Verschluss gehaltenes Geheimnis. "Wir wollten keine Unruhe stiften und dem Verein Zeit für die Planung verschaffen", erklärt Schmidt, der seit seinem Wechsel aus Brand 2016 auch den eigenen Erwartungen etwas hinterherhinkt und im Herbst 2018 nach einer Pleite gegen Michelfeld frustriert den Rücktritt anbot. Nach einer bierseeligen Aussprache im Mannschaftskreis lief es besser, ehe jüngst der nächste Dämpfer im Rennen um Platz 2 folgte. Hinter den Kulissen zog derweil der gut vernetzte Ex-Funktionär Sepp Harrer die Fäden und begab sich auf die Spuren einer erfolgreichen Tradition früherer Jahre. Die Namen von Spielertrainern wie Otmar Bayer, Markus Scherbel und Michael Hutzler verknüpfen sie in Maigisch mit dem Duft der Bezirksliga.

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