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BSC Erlangen: "Der Udo ist ein Glücksfall"

A-Klasse 2

Ob Landesliga, ob Bayernliga, ob Pokalspiel vor 6500 Zuschauern – Robert Kurz war immer da. 70 Jahre alt wird der langjährige Stadionsprecher heuer und es gibt nicht wenige, die noch immer annehmen, Kurz wohne in dem kleinen Sprecherraum unter der Haupttribüne, so sehr verbindet man Kurz’ Gesicht mit dem Büchenbacher Sport-Club Erlangen.

BSC-Trainer Udo Prell heizte seine Mannen nach dem Sieg gegen Herpersdorf und dem damit verbundenen Aufstieg ordentlich an.

 / © Schuster

„Mittlerweile“, sagt Robert Kurz, „bin ich nur noch Edelfan.“ Fotos schießt er für den Internetauftritt, wenn es um den BSC geht, sagt er „wir“. Und Kurz ist immer noch da, dabei spielt das einstige Fußball-Aushängeschild der Stadt Erlangen, zeitweise gar Nummer zwei der Region hinter dem großen 1. FC Nürnberg, nur noch in der A-Klasse.

Einen Zwangsabstieg hatte es vor drei Jahren gegeben aus der Kreisklasse, sportlich abgestürzt und finanziell drastisch überschuldet war der BSC schon vorher, der FSV Bruck, dann der SC Eltersdorf zogen vorbei – und der Traditionsverein aus dem Stadtwesten, bei dem zu Punktspielen 2500 Zuschauer kamen und der Verkehr in der Schallershofer Straße zusammenbrach, fiel in ein Loch ohne Boden. Jahrzehntelange Misswirtschaft begann erst so richtig weh zu tun, als auch der Erfolg ausblieb – Sponsoren fanden attraktivere Vereine. „Aber trotzdem“, sagt Robert Kurz, „ist der BSC noch der BSC.“ Das stimmt finanziell zum Glück nicht mehr – die neue Vorstandschaft um Sepp Polster arbeitet fleißig und vorbildlich. Aber dass der BSC noch immer interessant ist, konnte man am Samstagnachmittag sehen, beim Heimspiel gegen den ASV Herpersdorf II. Zwar keine 2500, aber 150 Zuschauer waren gekommen zum letzten A-Klassen-Punktspiel. Der BSC musste gewinnen, um nach so langer Zeit der Misserfolge mal wieder ein Stück Glück genießen zu können: 7:0 hieß es am Ende, Torjäger Luigi Santoro erzielte seine Saisontreffer 32 bis 34 – in 26 Spielen. Der, sagt aber nicht nur Robert Kurz, macht allein gar nicht den Unterschied: „Vor allem ist der Udo ein Glücksfall für den BSC.“ Mit Udo meint Kurz Udo Prell, der selbst als Zehnjähriger mit dem Fahrrad zu jedem Heimspiel gefahren kam. Später spielte Prell selbst für seinen Herzensverein, seit dieser Saison, mit 43 Jahren, ist er dort Trainer. „Unsere Stärke ist der Zusammenhalt“, sagt Prell, was irgendwie für den ganzen Verein gilt. Dem wilden Haufen talentierter Kicker hat er mit Samthandschuhen Disziplin eingeimpft, mit den ersten Erfolgen kam das Selbstbewusstsein und die Spielfreude. „Vielleicht ist es ja nicht nur Zufall“, sagt Prell, „dass ich mit dem BSC das erste Mal als Trainer aufsteige.“ Zu den alten Zeiten ist es noch ein weiter Weg und wer weiß, ob der BSC überhaupt jemals wieder die fußballerische Nummer eins der Stadt sein kann. „Vielleicht“, sagt Prell aber auch, „kann ich meinen kleinen Beitrag leisten, dass der BSC zumindest nicht mehr dort ist, wo er nicht hingehört.“ Seit Samstag ist der Büchenbacher Sport-Club immerhin schon wieder in der Kreisklasse.

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