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Streit um Ablöse: Bruck verweigert Weingarts-Freigabe für Lunz und Seybold

Kreisliga 2

Am Wochenende trafen Oliver Seybold und Bastian Lunz beim Kerwa-Kick in Wolfsberg mit der DJK Weingarts auf ihren Ex-Verein. Spielen durften beide nur unter Vorbehalt, denn der Streit um die Freigabe mit dem FSV Bruck hält an.

Dem neuen Weingartser Spielertrainerduo um Bastian Lunz (li.) und Oliver Seybold fehlt noch die Spielgenehmigung.

 / © Hühnlein

Während bei vielen Klubs auf Kreisebene in der Vorbereitung leise Töne angesagt sind und die Kaderplanung wenig Aufschluss über die Ambitionen gibt, hat die DJK Weingarts allein mit der Verpflichtung ihres neuen Spielertrainerduos ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach sieben Top-5-Platzierungen in den vergangenen acht Spielzeiten soll mit den ehemaligen Regionalliga-Akteuren Bastian Lunz und Oliver Seybold die Rückkehr in die Bezirksliga gelingen.

Zwar ist das Kapitel in Maigisch für beide auch Neuland als Übungsleiter, aber schon beim Ex-Verein FSV Erlangen-Bruck standen beide als Kapitäne für klare Kante, überwanden sogar persönliche Rivalitäten ihrer frühen Karriere. Lunz, gebürtiger Bad Windsheimer, redet demnach nicht um den Brei herum: „Es wäre unglaubhaft, wenn man sich mit den jetzt getätigten Verstärkungen keine höheren Ziele setzt. Maigisch ist ein sehr gut aufgestellter Verein, hier greift ein Rädchen ins andere und ich gehe davon aus, dass uns auch einiges abgenommen und der Rücken freigehalten wird.“

So ganz reibungslos klappte das auf bürokratischer Ebene noch nicht. Beim Testkick gegen die alten Erlanger Kollegen durften Lunz und der Kleingeseer Lokalmatador Seybold nur unter Vorbehalt auflaufen, denn beiden Spielertrainern fehlt bis dato die Freigabe. Bis zum Stichtag am 30. Juni war keine Einigung mit den Erlanger Verantwortlichen um den in Weingarts bestens bekannten Sportvorstand Norbert Hofmann erzielt worden. Vom kolportierten Versprechen eines ablösefreien Wechsels will der Landesligist nichts wissen. "Ob es eine Zusage gab, von wem auch immer, kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Hofmann. „Schriftlich ist nichts da.“ Sicher könne er nur sagen: Seybold war Vertragsamateur, für den FSV sind also Kosten entstanden. Für Lunz habe der Verein bei der Verpflichtung eine Ablöse gezahlt. Hofmann sieht nun die DJK in der Pflicht, auf den FSV zuzugehen. „Wir pochen nicht auf eine gewisse Ablöse, wir würden uns kooperativ zeigen“, sagt der Sportvorstand. Allerdings sei „die Schärfe“, in der die Angelegenheit bislang verlief, „nicht angebracht“. Während sich die Spieler auf dem Rasen herzlich begrüßten, herrschte zwischen den Funktionären gespannte Atmosphäre. Noch vor Anpfiff verlief ein Austausch zwischen Leo Förtsch und Sepp Harrer mit Hofmann und Besnik Avdiji ergebnislos. „Wir wollen keinen Streit und man trifft sich ja immer wieder auf den Plätzen“, schlägt Förtsch hinterher besinnliche Töne an, während die graue Eminenz Harrer auf seinem Standpunkt pocht. „Entweder kommt die bedingungslose Freigabe noch, oder wir machen beide zu Vertragsamateuren. Die Brucker werden also so oder so keinen Cent von uns sehen.“

Der sportliche Vergleich war wiederum eine klare Angelegenheit. Bruck schnürte eine Woche vor dem Ligaauftakt den Kreisligisten, der bei einem 5:2 gegen Kreisklassen-Neuling SG Mittelehrenbach/Leutenbach die ersten 90 Minuten Wettkampfpraxis gesammelt hatte, in der eigenen Hälfte ein und legte hohes Tempo vor. Dominik Hofmann, Klaus Faßold und Marco Kaiser besorgten den 3:0-Pausenstand. Eine seltene Weingartser Chance von Seybold vereitelte FSV-Torwart Christopher Teuber. Der zweite Durchgang bot abermals drei Erlanger Torerfolge (Yacine Kemenni, Labeat Ferizi 2) und eine ungenutzte Möglichkeit der DJK, diesmal in Person von Christian Kosel.

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