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TSV Kunreuth: Ein Punktgewinn für bessere Zeiten

A-Klasse 3

Im ersten Spiel nach der Rückkehr in die A-Klasse 3 hatte der TSV Kunreuth gegen die Reserve des TSV Neunkirchen gar einen Dreier auf dem Fuß.

Julian Paulini (rechts) erzielte den ersten Kunreuther Saisontreffer gegen Neunkirchen. Der Spielertrainer will sich mit dem Aufsteiger in der A-Klasse etablieren.

 / © Edgar Pfrogner

Das Unterfangen, die unterste Spielklasse wieder zu verlassen, wurde kurz vor dem Jahreswechsel 2018/2019 von einem Zwischenhoch erfasst. Einer von Johannes Erlweins berüchtigten Freistößen landete auf der Kamera eines Zuschauers am Spielfeldrand: Das sehenswerte Tor des Kapitäns avancierte zum "Bayern-Treffer" des Monats.

Abseits des kurzzeitig aufflackernden Rampenlichts waren es im Oberland jedoch fußballerisch keine einfachen Zeiten. Im Schatten des sportlich vergleichsweise gigantischen Nachbarn DJK Weingarts, an den aufgrund geringerer Perspektiven bisweilen der eine oder andere junge Akteur abgegeben werden muss, traf den TSV der Strukturwandel 2014 nach 16 Jahren A-Klassen-Zugehörigkeit umso härter. Zwei Jahre Rehabilitation benötigte es für den ersten Wiederaufstieg aus der B-Klasse, doch mit nur acht Zählern fuhr der Fahrstuhl direkt wieder nach unten. Der neuerliche Umschwung erforderte Improvisationsgeschick.

Schwerer Weg zurück

Wiederum zwei Jahre später ist Kunreuth dank der verkürzten Relegation und des unbändigen Teamgeists zurück. Julian Paulini, seit sechs Jahren Spielertrainer und Torjäger in Doppelfunktion, der nie ein anderes Trikot trug, will etwas aufbauen und den Verein wieder längerfristig in der A-Klasse etablieren. Mit Rückkehrer Stefan Alt holte er sich 2017 einen erfahrenen Mann neben sich ins Trainerteam und verstärkte den zuvor kleinen Kader über Kontakte nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ. So schloss sich mit Alexander Büttner ein weiterer ausgewiesener Torjäger an, der nach seiner kurzen Trainer-Station in Pautzfeld zuletzt vereinslos war und den Kunreuthern im Spätherbst der Laufbahn auf Anhieb weiterhilft. Mit Sebastian Bail (Kirchehrenbach) und Dominik Ritthaler (Jahn Forchheim II) gelangen weitere Transfers.

"Es hat in diesem Sommer noch nicht mit einer Spielgemeinschaft geklappt, auch wenn wir uns die entsprechenden Gedanken dazu machen. Aktuell stehen uns auch 19 Leute zur Verfügung und wir können in jedem Spiel eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz stellen", sagt Paulini, der damit einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zu den letzten Jahren sieht, als man oftmals auf dem Zahnfleisch daherkam. "Man merkt sofort, wie sich in Verein und Umfeld etwas ändert, wenn man A-Klasse spielt. Die Zuschauer kommen zahlreicher, die Spielzeiten sind attraktiver. Wir wollen die Liga unbedingt halten und die Favoriten ärgern, auch wenn einige starke Teams mit dabei sind", so Paulini.

Eine starke Vorbereitung und ein 7:1-Sieg im Pokal gegen den mit Kreisliga-Akteuren gespickten SV Gößweinstein ließen bereits aufhorchen, ehe zum Liga-Auftakt die Reserve des TSV Neunkirchen zu Gast war. Weil man sich nach zwei ansehnlich herausgespielten Toren von Paulini und Büttner aber auch noch zwei späte Treffer fing, stand letztlich nur ein Remis auf der Anzeige.

"Es wäre eindeutig mehr drin gewesen. Wir haben die Partie über weite Strecken dominiert und die Entscheidung verpasst. Letztlich kassieren wir noch zwei unnötige Gegentore. Die Leistung darf uns aber Mut machen", konstatiert Paulini. Genau wie eine Auszeichnung zum Tor des Monats.

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