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DJK Kersbach: Defensive Bank als Erfolgsfaktor

Kreisklasse 2 6. Spieltag

Im Verfolger-Duell der verschlief der SV Weilersbach eine Halbzeit und unterlag der DJK Kersbach knapp. Die "Buckis"-Reserve und Kirchehrenbach teilten sich in einem weiteren Verfolger-Duell die Punkte. Davon profitierten neben Kersbach auch Tabellenführer Röttenbach und Hemhofen. Am Tabellenende sieht es für Pretzfeld, Dürrbrunn und die SG Niederlindach, die immerhin ihren ersten Punkt einfuhr, weiter düster aus.

Die Kersbacher (grüne Trikots) schenkten auch den Weilersbachern (in rot) kaum Räume in der Abwehrarbeit.

 / © Maxbauer

Die Gäste zeigten Moral und kamen gleich mehrmals zurück. Hausen verpasste es, in Durchgang eins nachzulegen und musste in Hälfte zwei nach der erneuten Führung postwendend den Ausgleich vom Strafstoßpunkt hinnehmen. Zehn Minuten später dieselbe Abfolge: Im Nachschuss fiel das 3:2 für Hausen, ehe Willersdorf sich bis hin zum dritten Ausgleich durchspielte. Petschl hatte nach einem Sololauf den Siegtreffer für die Heimelf auf dem Fuß.

Dank eines späten Treffers holt der Aufsteiger die ersten Punkte: Ein langer Ball wurde am Fünfmeterraum noch quergelegt und Ciftci schob ihn über die Linie. Zuvor war Poxdorf 90 Minuten lang tonangebend, kam aber häufig nicht in die gefährlichen Zonen. Aus einem Kopfballtreffer resultierte die Führung durch Berndörfer (60.).

Spitzenreiter Röttenbach hatte einen Traumstart und nutzte einen Fehlpass von Torwart Schmidt zur Führung durch Wirth (1.). Schmidt hielt nach dem 0:2 durch Bauerreis (6.) sogar noch einen Elfmeter, in dessen Nachgang er getroffen wurde und in der Pause verletzt vom Feld musste. Nach dem Anschlusstor durch Taschners Kopfball (22.) war die Partie ausgeglichen und Dürrbrunn nah dran am Ausgleich, doch Röttenbach stellte Konterstärke unter Beweis. Bauerreis (65., 70. Foulelfmeter) sorgte für die Vorentscheidung. Senger verkürzte auf 2:4 (72.), ehe Maar (87.) den alten Abstand wiederherstellte. Das 3:3 durch Fuchs (90.) war nur noch Ergebniskosmetik.

Die SG zeigte sich gegen das Schlusslicht spielbestimmend und ging zumindest aus abseitsverdächtiger Position in Führung. Der zweite Treffer gab nicht die nötige Sicherheit und Pretzfeld brachte den Gegner bis zuletzt noch ins Wanken, doch Keeper Taschner hielt den Sieg am Ende fest.

Im Kerwaspiel entwickelte die Bezirksliga-Reserve zu wenig Offensivdrang und hatte auf der Gegenseite einiges zu tun. Entweder scheiterte der TSV an SVB-Torwart Sven Dickel oder bei seiner besten Möglichkeit in Durchgang zwei am eigenen Unvermögen. Einschussbereit traf der Stürmer den Ball nicht richtig. In der Schlussphase neutralisierten sich die Gegner.

Hemhofen begann stark und führte folgerichtig durch van der Heyd (12.), ehe SpVgg-Spielertrainer Reichelsdorfer nach einem Abwehrfehler aus dem Nichts ausglich. Die Gäste ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und blieben aktiv, Erhardt brachte die Zuschauer per Heber aus spitzem Winkel zum 2:1 (37.) ins Staunen. Nach dem Wechsel schlug van der Heyd (50., 60.) noch zweimal zu, ehe Fenzl erneut verkürzte. Doch Erhardt (68.) und Foth (79.) machten das halbe Dutzend voll, bevor die Hemhofener in der 80. Minute sogar ein siebtes Mal trafen - allerdings diesmal ins eigene Tor zum Endstand von 6:3.

"Wir begrüßen unsere Zuschauer und die Gäste hier in unserem Waldstadion“, dröhnte dieBegrüßung durch die Lautsprecher kurz vor Spielbeginn. Der seltener gewordene Anspruch, auch in den unteren Ligen für etwas Stadion-Atmosphäre zu sorgen, wird bei der Gloria noch hochgehalten. Kaum irgendwo anders im Landkreis hat der Zuschauer die Möglichkeit, eine Partie auf gepflegtem Rasen von einer überdachten Tribüne aus verfolgen zu können, dazu noch in unmittelbarer Nähe einer Grillstation und eines Bierausschankes. Im Kreisklassenspiel zwischen Weilersbach und dem Kreisligaabsteiger aus Kersbach hätte es aber in den ersten 30 Minuten ein einfacher Dorfsportplatz auch getan. Beide Mannschaften boten zunächst biedere Hausmannskost, gespickt mit Fehlpässen, ehe das Spiel dann nach der Führung der Gäste Fahrt aufnahm. „In der ersten Halbzeit hat uns die Durchschlagskraft nach vorne gefehlt, es war ähnlich wie im letzten Spiel in Kirchehrenbach. In der zweiten Halbzeit wurde es dann besser vom Tempo und vom Schwung her, trotzdem hat der letzte Pass nach vorne gefehlt. Kersbach hat dann seine Chancen genutzt, so einfach ist Fußball“, lautete das Fazit von Gloria-Spielertrainer Simon Dimter unmittelbar nach Schlusspfiff. Dass der letzte Pass nicht ankam, lag zum Großteil an der überzeugenden Abwehrarbeit der Gäste, die in nunmehr sechs Saisonspielen gerade einmal vier Gegentore zugelassen haben. Dennoch war der Kersbacher Spielertrainer nicht restlos zufrieden mit seiner Hintermannschaft, „denn dem Strafstoß, der zum Anschlusstreffer führte gingen zwei gravierende individuelle Fehler voraus“, so Oliver Wurzbacher. Die Szene hätte zwanzig Minuten vor Schluss noch einmal Spannung aufkommen lassen können. Doch Wurzbacher konnte sich danach auf seine Schützlinge verlassen. „Die Jungs spielen schon seit Jahren zusammen und haben die Erfahrung der Kreisliga, da stimmt einfach die Abstimmung.“ Wurzbacher war es außerdem persönlich, der nach knapp einer halben Stunde mit dafür sorgte, dass die Partie an Niveau gewann. Nach einem Ballverlust der Gloria im Mittelfeld schaltete er am schnellsten und schickte den heraneilenden Tobias Hofmann steil. Der hatte keine Mühe, Christian Blum im Tor der Gastgeber aus zentraler Position aus zehn Metern zu überwinden. Das zeigte Wirkung, zumindest bei Kersbach, das sofort nachlegen wollte. Wurzbacher selbst war es, der drei Minuten später nach einem Pass von Florian Schütz aus nahezu derselben Position wie zuvor Hofmann an Blum scheiterte. Das war der Weckruf für die Gloria, die nun wesentlich präsenter war und auch mehr Spielanteile hatte. Torchancen blieben aber Mangelware. Lediglich bei einem Freistoß von Dimter aus dem Halbfeld verloren die Gäste für einen Augenblick die Ordnung. Ansonsten erlebte DJK-Torwart Herbst einen relativ ruhigen Nachmittag. Der erste echte Ball aufs Tor war ein Freistoß von Daniel Böhm kurz nach der Pause. Großes Glück hatte eben jener Böhm, als ihm der Unparteiische Sebastian Seuffert nach einer Notbremse als letzter Mann gegen den auf und davon eilenden Florian Erlwein nur die gelbe Karte zeigte (52.). Wenige Minuten danach war das Spiel vorentschieden. Nach einer Ecke von Frank Hoffmann stand Wurzbacher am langen Pfosten goldrichtig und nickte aus kürzester Entfernung ein. Die Defensive stand in der Folge wie eine Bank. Stefan Braun

Die in Abwesenheit von Chefcoach Onur Thompson in der Trainingswoche bereits gut gelaunten Hausherren unterstrichen die starke Form in Durchgang eins und boten ihren Zuschauern ansehnlich herausgespielte Treffer über mehrere Stationen. Nach dem Wechsel sah es nicht mehr ganz so überzeugend aus und die Gäste konnten durch einen ebenso sehenswerten Heber von der Strafraumkante noch verkürzen, eng wurde es aber nicht mehr.

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