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Neunkirchener Offenbarungseid

Kreisliga 2

Die Niederlage in Gößweinstein stürzt die Kicker vom Brandbach in der Kreisliga 2 endgültig in die Krise.

Anders als in dieser Szene hatte am Ende der TSV Neunkirchen (weiße Trikots) beim SV Gößweinstein (in rot) das Nachsehen. 

 / © Rudolf Maxbauer

Armin Appelt wird zu Wochenbeginn einen Kamillentee benötigen, denn seine Stimmbänder wurden am Sonntag extrem strapaziert. Der Coach des Bezirksligaabsteigers war während der zweiten Halbzeit und auch nach dem Spiel wegen der gezeigten Leistung seiner Mannschaft außer sich vor Wut und Enttäuschung. „Mit einer Fehlpassquote von 70 Prozent kannst du nichts erreichen“, schimpfte er schon während des Spiels, nur um dem Ärger nach dem Schlusspfiff nochmals so richtig Luft zu verschaffen: „Das, was wir da spielen, hat nichts mit Fußball zu tun. Natürlich müssen wir nach dem 1:0 nachlegen, doch die kommen mit ihrer ersten Chance zum Ausgleich. Natürlich fehlen aus den Kadern der ersten und zweiten Mannschaft 15 Mann, aber die, die heute gespielt haben, haben den Anspruch, in der ersten Mannschaft zu spielen. Wir müssen mit zwei oder drei Toren führen. In der zweiten Halbzeit hatten wir noch eine Chance, doch danach haben die das Spiel in die Hand genommen, mit einfachen langen Bällen. Wir haben es nicht einmal gegen zehn Mann geschafft, uns Chancen zu erspielen. Wir spielen lange hohe Bälle vorne rein gegen Zweimeter-Leute, da hatten die leichtes Spiel. Wir waren nicht mehr in der Lage, einen Zehnmeterball zu spielen. Der Gegner hat in Unterzahl physisch alles gegeben und daher am Ende auch verdient gewonnen“.

Die Wut des 51-Jährigen erfahrenen Coaches war verständlich. Seine ersatzgeschwächte Mannschaft zeigte vor der Pause die reifere Spielanlage und hatte auch einige richtig gute Möglichkeiten. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde klärte Matthias Stenglein auf der Linie bei einem Schuss von Patrik Missalla, zwei Nachschüsse aus aussichtsreichen Positionen wurden geblockt. Die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung markierte Manuel Drosgalla, der nach einem Fehler der Gastgeber im Spielaufbau einen Gegenspieler technisch versiert überlupfte und Tobias Grasser im Tor des SV Gößweinstein per Kopf überwinden konnte. Die beste von mehreren Chancen zum 0:2 vergab Philipp Vandekerckhove, der freistehend aus wenigen Metern das Leder aus zentraler Position über den Querbalken jagte. Das rächte sich zehn Minuten später. Bei einem Einwurf kurz nach der Mittellinie reagierten Michael Stenglein und Spielertrainer Marcel Zweck schneller als die gesamte Neunkircher Hintermannschaft. Stenglein schickte Zweck auf die Reise, der ließ einen Mann ins Leere laufen und überwand Anh Cao Tran im Gästetor mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck. Der Ausgleich schmeichelte den Gastgebern bis dahin.

Nach dem Seitenwechsel hatten zunächst die Brandbachkicker eine Kopfballchance von Drosgalla, doch nach dem sehenswerten Führungstreffer von Alexander Zimmerer, der technisch versiert aus 20 Metern per Drop-kick in die Maschen traf, fiel Neunkirchen nicht mehr viel ein. Vorausgegangen war dem Führungstreffer ein unnötiger Ballverlust auf der linken Seite. Gößweinstein hatte in der Folgezeit ein Chancenplus, daran änderte auch die sehr harte Ampelkarte gegen Nico Steinhäußer nichts mehr. Neunkirchen war in der Schlussviertelstunde feldüberlegen, blieb aber ohne echte Möglichkeit. Auf der Gegenseite lag das 3:1 einige Male in der Luft. Dass es nicht mehr fiel, ärgerte Spielertrainer Marcel Zweck nach dem Spiel nicht mehr: „Wir waren lange ein Mann weniger, standen aber hinter sehr sicher. Vorne haben wir unsere Tore gemacht. In der ersten Halbzeit waren die besser im Spiel, aber nach der Pause können wir sogar in Unterzahl das 3.1 machen. Wir haben verdient gewonnen“.

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