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Zeckern zurück auf dem richtigen Weg

Kreisliga 1

Beim 2:0 über Heßdorf sieht die zuletzt kriselnde SpVgg Zeckern nicht aus wie ein Abstiegskandidat.

Kein Durchkommen: Auch Heßdorfs Ahmed Amri (Mitte, in rot) hatte eine gute Chance, doch gegen bissige Zeckerner (in blau) war das zu wenig. 

 / © Spörlein

Sie schienen schon wieder vom Weg abzukommen, bei der SpVgg Zeckern. So eine Hinrunde wie in der vergangenen Saison, als man im Winter in Abstiegsgefahr schwebte (und sich schließlich mit einer starklen Rückrunde noch bis auf Platz sechs hochspielte), wollte Trainer Manuel Kilger eigentlich nicht noch einmal erleben. Doch nach dem 0:3 gegen Victoria Erlangen unter der Woche betrug der Vorsprung der SpVgg auf die Abstiegsplätze plötzlich nur noch einen Punkt. Und zu Gast war am Sonntag zum Derby ausgerechnet die SpVgg Heßdorf, eines der stärkeren Teams der Fußball-Kreisliga. „Wir müssen unseren besten Tag erwischen, um siegen zu können“, sagte Zeckerns Spielleiter Florian Franz vor der Partie. Es wurde ein sehr guter Tag. Bissig traten die Zeckerner auf, attackierten die Heßdorfer früh und hielten diese hohe Intensität fast über 90 MInuten aufrecht.

Die Folge: Dem Favoriten ging die Lust am Spielen verloren. Heßdorf fand in der ersten Halbzeit kaum in die Partie. Nur machte Zeckern daraus zunächst wenig. Chance um Chance wurde vergeben. Torjäger Stefan Räuber fehlt noch einige Wochen, weil er sich im Training am Sprunggelenk verletzt hat. Ein Geschenk der Heßdorfer Abwehr sorgte aber doch für die Führung: Eine zu kurze Kopfballabwehr nach einer Ecke landete vor den Füßen von Max Wölfel, der aus kurzer Distanz ins Netz traf (23.). Auch danach setzte Zeckern Heßdorf weiter unter Druck, die Gäste mussten zudem David Nagel schon nach einer halben Stunde verletzt auswechseln. Man merkte dem Team von Trainer Joachim Schwarz an, dass eine halbe Stammelf verletzt oder urlaubsbedingt fehlt. Vor allem im Spielaufbau gab es viele Missverständnisse.

Und so erhöhte Zeckern kurz vor der Pause noch auf 2:0: Kapitän Marcel Kreuzer spielte den Ball vor dem Tor in den Lauf von Rene Ackermann, der traf (43.). „Mit der Euphorie, wenn es mal läuft, ist vieles einfacher“, stellte Zeckerns Trainer Kilger nach der Partie fest. Einfach machte es sich seine Mannschaft aber noch nicht, denn sie vergab auch nach der Pause gute Gelegenheiten, meist weil die Spieler aus kurzer Distanz nicht abgeklärt genug reagierten. „Es war ein sehr diszipliniertes Auftreten, wir müssen nur die Tore machen“, sagte Kilger.

Normalerweise wird solche Nachlässigkeit im Fußball gerne bestraft, doch dazu war Heßdorf an diesem Nachmittag nicht in der Lage. Chancen auf den Ausgleich gab es nach Wiederanpfiff durchaus – doch die SpVgg stand dem Lokalrivalen in Sachen Schlampigkeit vor dem Tor in nichts nach. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit etwas den Schneid abkaufen zu lassen, da wird es in den zweiten 45 Minuten, natürlich schwer, das Spiel noch zu drehen. Aber wir haben gekämpft“, sagte Schwarz, der aber auch kritisch anmerkte: „Die Einstellung muss in der ein oder anderen Situation besser werden.Das nur auf diehohe Fluktuation zu schieben, wäre zu einfach.“ 

Nur einen Sieg hat Heßdorf aus den vergangenen fünf Spielen holen können. Und Schwarz rechnet nicht damit, dass sich die personelle Situation bald verbessert. „Ich hoffe, dass es sich im Lauf der nächsten vier, fünf Wochen entspannt. Vorher werden wir weiter rochieren müssen.“ Zeckern kann dagegen vorerst aufatmen. Wie ein Abstiegskandidat sah die SpVgg am Sonntag nicht aus. „Wir gehören da unten auch nicht hin“, betont Trainer Kilger, der ansonsten aber vorsichtig mit Prognosen bleibt: „So wie wir gestartet sind, müssen wir erstmal Ruhe reinbringen und schauen, dass wir den richtigen Weg einschlagen. Das war heute der erste Schritt dazu.“

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