Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Christian Staatz: Kreisligatrainer mit Papst-Audienz

Kreisliga 2

Zuletzt drohte der Rhythmus ein wenig verloren zu gehen. Der letzte Sieg stammte für den TSV Brand vom 22. September, einem 3:0 gegen den ASV Pegnitz, dann gab es eine Niederlage, zwei abgesagte Spiele, eine weitere Pleite – und am Wochenende, da kam der Tabellenführer. Nicht einfach für eine Mannschaft, die zuvor von acht Partien nur vier Minuspunkte gesammelt hatte.

Für Christian Staatz und seinen TSV Brand läuft's derzeit in der Kreisliga 2.

 / © Edgar Pfrogner

Um es vorweg zu nehmen: Brand bezwang die Spielvereinigung Diepersdorf mit 1:0, den Goldenen Treffer erzielte Andreas Kratzer nach 77 Spielminuten. „Deshalb“, sagt Christian Staatz, mit Spielertrainer Alexander Roth gleichberechtigt fürs Team verantwortlich, „ist die Saison immer noch lang. Aber die aktuelle Situation, die freut uns natürlich.“ Auf Tabellenrang vier steht die Mannschaft in der Kreisliga 2 mittlerweile, wenn Brand die angesprochenen Nachholpartien und Restspiele bis Weihnachten gewinnt, rückt es bis auf Platz eins. Mit fünf Zählern Vorsprung vor Wolfsberg, Lauf II und Diepersdorf. „Uns hemmt der Erfolg nicht“, sagt Staatz, im Gegenteil: „Er ist eine große Motivation.“ Die Entwicklung seiner Mannschaft, die vergangene Saison als Tabellendreizehnter abschloss, überrascht den Trainer dabei keineswegs: „Ich sehe es als logische Folge unseres Konzeptes, unserer Arbeit als Mannschaft.“ Die vergangene Spielzeit war Brand vielmehr vom Verletzungspech geplagt, jeder schlug zudem jeden in der Liga, da ging es unter, dass der TSV von den letzten zwölf Partien nur noch zwei verlor. „Die Hinrunde jetzt ist eine Fortsetzung dieser Entwicklung, diesmal kann man es eben auch auf der Tabelle sehen“, sagt Christian Staatz. Wohin es gehen soll, verrät er nicht: „Wir haben uns intern Ziele gesetzt, aber die werden nicht verraten.“ 

Mit seinen 40 Jahren steht der Trainer selbst nicht mehr auf dem Platz, ist aber auch beruflich eng mit dem Fußball verzahnt: Beim Ausrüster Adidas ist Staatz für die Partnerschaft mit dem DFB verantwortlich, „alles, was die Nationalmannschaften betrifft – auch die Jugend und die Frauen – , läuft bei mir zusammen“. Abschauen kann er sich da Trainingsübungen, diese sind aber nicht immer umsetzbar – weil in der Kreisliga die Qualität eben doch eine andere ist, aber auch, weil nicht wie bei einem Länderspiellehrgang immer 23 Spieler im Training zur Verfügung stehen. „Trotzdem versuchen wir in Brand, Automatismen im Spiel einzustudieren. Das fruchtet und ist vielleicht – neben der Tatsache, dass wir kein so großes Verletzungspech mehr haben – mit das größte Rädchen des Erfolges derzeit.“

„Teil der Nationalmannschaft“

Mit den Nationalspielern pflegt Staatz ein berufliches Verhältnis, „man mag sich“, sagt der Kreisliga-Coach. Doch Fragen nach Internas darf er seinen Brander Spielern nicht beantworten, „das bringt der Job so mit sich“ – auch der von Trainerkollege Alexander Roth, der das gleiche Amt beim FC Bayern München bekleidet. „Wir machen Shootings, beantworten Ausrüstungsfragen, kümmern uns um Verträge, reisen mit den Teams“, erklärt Staatz. Als „Teil der Nationalmannschaft, als Mitglied des Teams hinter dem Team“, ist das fast immer spannend. Nicht nur im November 2016. Da erhielt Staatz mit dem Nationalteam eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Nach dem TSV Brand hat der ihn aber nicht gefragt.

Mehr zum Thema