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ASV Herzogenaurach vs. TSV Vestenbergsgreuth: 45 Minuten wilde Spannung

A-Klasse 1

Die Vergangenheit schwebt immer noch über allem, sowohl beim ASV Herzogenaurach als auch beim TSV Vestenbergsgreuth. Wer am Sonntagnachmittag den Kiebitzen am Fußballplatz zuhört, erfährt viel über die Zusammenlegung der Fußball-Abteilungen von SpVgg Fürth und TSV Vestenbergsgreuth – und auch über die glorreiche Zeit des ASV in der Bayernliga.

Enges Duell: Der ASV Herzogenaurach (in rot) und der TSV Vestenbergsgreuth (in weiß) lieferten sich ein Spiel auf Augenhöhe. 

 / © Rödel

Doch die Realität heißt momentan für beide: A-Klasse. Und in der ist an diesem Nachmittag auch Schiedsrichter Michael Dellermann gefragt – vor allem, um die Gemüter zu beruhigen.

Anfangs macht er das noch vehement („Hältst jetzt Deinen Rand, sonst bist weg.“), später verwandelt er sich in einen erfolgreichen Diplomaten, der den Spielern auch mal die Arme auf die Schulter legt und geduldig auf sie einredet. Dass die Partie zwischen ASV und TSV so hitzig wird, ist bis zur Pause nicht abzusehen. 45 Minuten lang zeigt sich die A-Klasse von ihrer langweiligen Seite. Torchancen sind Mangelware, rustikale Zweikämpfe im Mittelfeld gibt es im Überfluss.

In der zweiten Halbzeit regiert dagegen wilde Spannung. Das hat vor allem damit zu tun, dass der ASV in der 54. Minute mit 1:0 in Führung geht. Einen Kopfball vom eingewechselten Jonas Schnell kann ein TSVAbwehrspieler noch von der Linie kratzen – doch der Nachschuss sitzt. Die Greuther antworten postwendend: An einen Lupfer von Patrick Stettner bekommt ASV-Torwart Andreas Cerbin noch eine Hand, der Ball trudelt dennoch in den Kasten (56.). Kurz darauf verhindert Cerbin mit einem Reflex den Rückstand.

„Er ist für uns eine Bank“, sagt ASVTrainer Uwe Peetz, der in der vergangenen Saison ein Torwart-Problem hatte. Nicht, dass seine beiden damaligen Keeper schlecht gehalten hätten. Aber sie arbeiten beide in einem Wirtshaus – und in der B-Klasse wird früh angepfiffen. „Bis dahin ist der Karpfen halt nicht immer fertig. Das sind so Probleme“, seufzt Peetz.

Nun hat er Cerbin, und der sieht von seinem Tor aus, wie sein Kollege Schnell im TSV-Strafraum zu Fall gebracht wird. „Ball gespielt“, protestieren die Vestenbergsgreuther – doch Schiedsrichter Dellermann gibt Strafstoß. „Muss man nicht unbedingt geben, wenn man ehrlich ist“, sagt Peetz. Adrian Geier hämmert den Ball ungerührt ins Eck zum 2:1.

Von da an beginnt ein wütender Dauersturmlauf des jungen TSVTeams (Alterschnitt 21 Jahre), zumal Franz Klose vom ASV noch die Gelb-Rote Karte sieht. Einen Schuss von Patrick Stettner fischt Cebrin mit einer Hand rechtzeitig vor der Linie ab, der Nachschuss von Pascal Thienlet landet am Pfosten. Bevor die Partie beendet ist, landet der Ball auf der Oberkante der ASV-Latte, wird erneut auf der Linie geklärt und liegt bei der letzten Aktion des Spiels auf der Strafraumlinie – Freistoß für den TSV. Doch Thienelt schießt drüber.

„Ein Unentschieden wäre verdient gewesen“, sagt TSV-Trainer Christian Nagengast nach dem Schlusspfiff. „Wir hätten unsere Chancen besser nutzen müssen.“ Vestenbergsgreuth hat eine erste Saisonhälfte mit Höhen und Tiefen hinter sich. „Der Tabellenstand spiegelt es wieder. Wir hatten gute Momente, aber auch schlechte“, sagt Nagengast.

Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse ist man mit einem Neuafbau beschäftigt. „Unser Ziel ist es, unsere jungen Spieler einzubauen und Nachwuchs zu generieren. Das ist unser Weg. Uns sie haben heute trotz allem ein gutes Spiel gemacht“, sagt Nagengast. In den vergangenen zwei Jahren habe man sieben, acht junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs heraufgezogen. „Die Generation für die nächsten Jahre ist auf jeden Fall da“, sagt der Trainer.

Beim ASV bereitet die A-Jugend dagegen Sorgen. Die Jugend-Kooperation mit dem Nachbar FC Herzogenaurach gibt es seit dieser Saison nicht mehr. Während bei den Bambinis Nachfrage da sei, fehlen bei den A-Junioren Spieler. „In dem Alter kommt eben kaum noch Zulauf“, sagt ASV-Vorstand Elke Sowa: „Ich hätte die SG im Großfeld gerne weiter geführt.“ Dass die Senioren in der A-Klasse nun zwölf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben, freut aber auch sie. „Als wir zuletzt aufgestiegen sind, hatten wir Probleme, weil viele Spieler aufgehört haben. Dieses Mal haben wir Neue dazu bekommen“, sagt die Vorsitzende. Vom Tabellen-Mittelfeld, das nun durchaus in Reichweite ist, will ihr Trainer dennoch nichts wissen: „Ne, wir wollen den Nicht-Abstieg und sonst nichts. Wir sammeln unsere Punkte stückchenweise.“

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