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SV Ermreuth: Zu 99,9 Prozent wird’s besser

Kreisliga 2

Der SV Ermreuth kämpft in der Kreisliga 2 gegen den Abstieg, vor allem aber mit enormen Verletzungssorgen. Gut, dass endlich Winterpause ist.

Braucht viel Fantasie: Ermreuths Trainer Jörg Kemmitzer (Mitte).

 / © Hofmann

Überraschend ist es nicht, dass die erste Saison ohne Maik Sprenger eine schwierige ist. Doch angesichts der aktuellen Probleme beim SV Ermreuth ist fraglich, ob der ehemalige Top-Torjäger und Spielertrainer überhaupt hätte helfen können. Wahrscheinlicher ist es, wenn auch er sich irgendeine Krankheit geholt hätte. So wie phasenweise das gesamte Team in dieser Hinrunde.

Doch weil Maik Sprenger sich im Sommer in den Ruhestand verabschiedet hat, sind die aktuellen Probleme in Ermreuth nicht seine. Stattdessen hat Jörg Kemmitzer mit Personalsorgen zu kämpfen, die er „in 37 Jahren als Spieler und Trainer noch nicht erlebt hat“. In den jüngsten sechs bis acht Wochen fehlten dem Coach zwölf bis 15 Spieler. „Das ist Ausnahmezustand“,sagt der 42-Jährige, der in Kirchensittenbach wohnt und zuvor den FC Schnaittach betreute. „Es ist viel Fantasie nötig, um so eine Mannschaft aufzustellen.“ An ein vernünftiges Training war zuletzt nicht zu denken. Das hatte sich das neue Trainer-Duo natürlich anders vorgestellt. Gemeinsam mit Dominik Fabricius, der von der SG Kleinsendelbach/Hetzles nach Ermreuth wechselte, wollte Kemmitzer ein Team aufbauen, das sich nach oben orientieren kann. „Wir haben uns vor der Saison überlegt, wie wir die Mannschaft taktisch verbessern können.“ Doch in keinem Training oder Spiel konnten die Coaches ihre Pläne umsetzen. Es fehlten ihnen schlichtweg die Spieler dazu.

„Es konnten sich so keine Automatismen bilden, wir konnten keine Laufwege und Abwehrverhalten einüben.“ Eine „gewisse Enttäuschung“, sagt Kemmitzer, spüre er deshalb schon. „Woche für Woche“ neue Krankmeldungen und Absagen zu bekommen, „deprimiert“. Daran, alles hinzuwerfen, aber hat der Trainer nicht gedacht.

Wenn der SV Ermreuth „annähernd vollzählig“ auftrat, zeigten die Fußballer ihr Potenzial. Zum Beispiel bei den 4:0-Heimsiegen gegen Bezirksliga-Absteiger Neunkirchen oder die Reserve des SK Lauf. Insgesamt aber holte das Team nur vier Siege in 14 Partien, in die Winterpause geht es auf dem Relegationsabstiegsplatz 13. Zum Jahresabschluss gab es am Sonntag ein 0:5 beim Tabellenführer. Die Personalsorgen waren offensichtlich, mit 13 Mann war Ermreuth nach Diepersdorf gefahren.

Die jüngsten Spieltage waren Schadensbegrenzung, mehr nicht. „Wir sind nicht komplett abgeschlagen“, sagt Kemmitzer. Zu „99,9 Prozent“ geht der Coach davon aus, dass sich seine Spieler über die sechswöchige Pause erholen und ihre „Wehwehchen auskurieren“. Die Winterpause haben alle herbeigesehnt. „Mitte Januar fangen wir von Null an. Ich hoffe stark darauf, dass wir dann angreifen.“ Vielleicht kann der SV Ermreuth sogar noch überraschen.

Zum Jahresabschluss gab es ein 2:4 gegen Brand und zuvor ein 0:5 beim Tabellenführer. Die Personalsorgen waren offensichtlich, mit 13 Mann war Ermreuth nach Diepersdorf gefahren.

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