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Menges: "Man denkt, man ist im falschen Film" - Neunkirchen hat turbulente Monate hinter sich

Kreisliga 2

Mit Tabellenplatz elf ist der TSV Neunkirchen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Vier Punkte beträgt der Abstand auf die Relegationsplätze, so dass der Klassenerhalt noch nicht gesichert ist. Ein klarer Aufwärtstrend war nach dem verkorksten Start aber zu erkennen, sodass Co-Trainer Manuel Menges zuversichtlich auf die Restsaison blickt.

Will auf dem Platz seine Jungs mitziehen: Manuel Menges (weißes Trikot), spielender Co-Trainer des TSV Neunkirchen am Brand.

Seit dem Aufstieg in die Bezirksliga in der Saison 2017/18 ist vieles verkehrt gelaufen beim TSV Neunkirchen, einige Trainer versuchten sich am Brandbach, erst Armin Appelt gelang es in der laufenden Spielzeit, wieder Kontinuität hineinzubringen. Doch auch der erfahrene Übungsleiter konnte den schwachen Saisonstart nicht verhindern, der seine Mannschaft im ersten Jahr nach dem Abstieg aus der Bezirksliga erneut in den Kampf um den Klassenerhalt spülte. Menges zieht zur Winterpause ein Fazit: "Insgesamt sind wir natürlich nicht zufrieden mit der Hinrunde. Vor allem den Start in die Saison hatten wir uns deutlich besser vorgestellt. Erst gegen Ende der Hinrunde hat man gesehen, was möglich ist, wenn alle Mann an Bord sind und wir in unseren Rhythmus kommen."

Der Start wurde mit vier Pleiten in fünf Spielen ordentlich in den Sand gesetzt. Auch an Menges ging diese Fortsetzung der Horror-Vorsaison nicht spurlos vorbei, wie er zugibt. "Man denkt, man ist im falschen Film. In dieser Phase war es sehr wichtig, dass wir ruhig geblieben sind und weiter an unseren Fehlern gearbeitet haben. Noch dazu kamen über den August und September dieses Jahr extrem viele Urlauber dazu, sodass die Kaderstärke in dieser Zeit sicher auch nicht optimal war. Aber trotzdem ist es mental schon ein harter Schlag, wenn die neue Saison schon so losgeht." Mittlerweile ist Neunkirchen in der Kreisliga angekommen und es geht auch keine Angst vor dem Abstieg mehr um. Zwar ist sich die Mannschaft der Ausgangslage bewusst, doch daraus soll eher Motivation gezogen, statt Panik gemacht werden.

Ein weiterer Punkt, der Menges zuversichtlich stimmt, ist die Rückkehr von Leistungsträger Max Heinlein, der das letzte halbe Jahr beruflich in der Schweiz weilte. Mit ihm soll die Defensive noch stabiler werden, und zu den 33 Gegentoren aus der Hinrunde sollen nicht mehr so viele dazukommen. "Unser Ziel für die Rückrunde ist, von Spiel zu Spiel zu schauen. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Wir haben gezeigt, dass wir uns vor niemanden zu verstecken brauchen. Aber uns ist auch klar, dass wenn wir nicht alles reinhauen, was wir haben, und unsere Mentalität zeigen, wird es so losgehen wie in der Hinrunde."

Ein Trumpf, der auch Trainer Appelt von Beginn an in Neunkirchen imponierte, ist der Zusammenhalt in der Mannschaft. Auch die mit Rückschlägen gepflasterte Zeit hat daran nichts geändert. "Das Mannschaftsgefüge in Neunkirchen ist einmalig. Mit diesem Teamspirit und dem Zusammenhalt war es eigentlich nur die logische Konsequenz, dass mehr oder weniger alle an Bord bleiben und versuchen, die Saison vergessen zu machen." Auf dem Platz ist Co-Trainer Menges der Fixpunkt im Offensivspiel. Oft stellen die Gegner einen Sonderbewacher für den höherklassig erfahrenen Stürmer ab, der dadurch zusätzliche Räume für seine Mitspieler schafft. Seine Aufgabe auf dem Feld hat sich seit der Beförderung zum spielenden Trainerassistenten nicht geändert, nach wie vor will er vorweggehen und seine Jungs mitziehen.

Für die Zukunft hält der 29-Jährige die Bezirksliga zwar wieder für wünschenswert, doch die momentane Situation verlangt den vollen Fokus: "Natürlich wäre langfristig die Bezirksliga eine gute Liga für Neunkirchen. Auch wenn es sportlich letztes Jahr beiweitem nicht gereicht hat, träumt man natürlich immer von einer Rückkehr. Jedoch ist es dieses Jahr erstmal wichtig, sich sportlich wieder zu konsolidieren und in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Am Ende hoffen wir dann auf einen guten Tabellenplatz." Ob der Trainer auch in Zukunft Armin Appelt heißen wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Zwar gefällt es dem Übungsleiter am Brandbach, und eine längerfristige Beschäftigung war von Anfang an geplant, doch die Gespräche über eine Verlängerung stehen erst noch an.

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