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Gößweinstein im Abstiegskampf: "Viele Punkte haben wir uns selbst gestohlen"

Kreisliga 2

Auf Zweck folgt Zweck. So konnte der Trainerwechsel beim SV Gößweinstein vor der Saison beschrieben werden. Auf Jens folgte Marcel, der als Stürmer vorne seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellen sollte. Eine schwere Verletzung an den Bändern im Knöchel machte dem SVG einen Strich durch die Rechnung, so dass zur Winterpause Abstiegskampf auf dem Programm steht.

Schwerer Stand: Der SV Gößweinstein (rote Trikots) hat in dieser Saison mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

 / © Martin Roser

Mit Michael Stenglein holte sich Marcel Zweck einen guten Freund als Co-Trainer ins Team, zusammen sollten die "Einheimischen" die schwere Aufgabe Klassenerhalt in Jahr eins nach Toptorjäger Sven Wächter (wechselte vor der Saison nach Baiersdorf) realisieren. Schon früh musste Zweck nach einer schweren Verletzung von außen coachen, was die Mannschaft durchaus vor Probleme stellte, wie Assistent Stenglein zu berichten weiß: "Es war auf jeden Fall schwierig, als Marcel ausgefallen ist. Wir hatten keinen Stürmer mehr, Sven Wächter war ja auch schon weg. Michi Fruntz hat dann vorne gespielt, aber man hat schon gemerkt, dass es für ihn eine ungewohnte Rolle war. Die Tore von Marcel haben uns schon gefehlt." Nach der Winterpause kann der Spielertrainer nun wieder selbst ins Geschehen eingreifen und den Abwehrreihen der Konkurrenz Kopfschmerzen bereiten.

Mit 16 Punkten steht der SVG momentan einen Platz vor dem Relegationsrang, zufrieden ist Stenglein damit nicht. "Ich denke, unglücklich trifft es am besten. Wir waren in vielen Spielen nicht schlechter, haben uns durch individuelle Fehler aber immer wieder um den Lohn gebracht. Viele Punkte haben wir uns selbst gestohlen." Ein Blick auf die Ergebnisse verrät, dass zwar immer wieder Favoriten zum Stolpern gebracht wurden, gegen die Aufsteiger aber bisher keine Punkte heraussprangen. Diesen Umstand erklärt der 31-Jährige auch damit, dass sich der SVG noch schwer tut, wenn er das Spiel selbst gestalten muss. Auch ist die Einstellung in Spielen gegen ambitioniertere Teams oft eine andere, sodass der entscheidende Schritt mehr gelaufen wird. Daran will er mit der Mannschaft arbeiten, um auch gegen die direkten Konkurrenten endlich häufiger zu punkten.

Lieber Marathon als Fußball

Neben dem Klassenerhalt war die Integration der Jugendspieler das große Ziel vor der Saison, auch hier sieht Stenglein noch Verbesserungsbedarf: "Am Anfang hat das funktioniert, jetzt ist kein einziger mehr dabei. Einer läuft lieber Marathon als Fußball zu spielen. Das hat nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben, aber jetzt sind wieder zwei für das kommende Jahr dabei, die dann angreifen werden." Im Training sind im Durchschnitt momentan neun bis zwölf Mann, zu wenig nach dem Geschmack der Coaches. Wer da ist, zieht aber voll mit, sodass in Gößweinstein hart am Ziel Klassenerhalt gearbeitet wird. Neben den Trainings auf dem Platz stehen noch Läufe und Crossfit-Einheiten an.

Trainer Zweck hatte vor der Saison auch schon angemerkt, dass der Klassenerhalt kein Muss ist, da die Kameradschaft und die Eingliederung der Jugend im Vordergrund stehen sollen. Laut Stenglein entsteht daraus aber kein Vorteil im Abstiegskampf. "Der Klassenerhalt ist auf keinen Fall Pflicht. Aber es ist ja klar, dass keiner absteigen will, auch wir nicht. Wir sehen es schon als unsere Aufgabe, die Liga zu halten. Das wird man auch an unserer Einstellung sehen, wir haben da auch nicht weniger Druck, ein Abstieg wäre schon sehr bitter."

Die Planungen für die kommende Spielzeit sind schon abgeschlossen, denn sowohl Zweck als auch Stenglein werden weiter die Mannschaft betreuen. Allerdings hat Zweck schon angekündigt, dass es seine letzte Saison sein wird, danach wird er das Zepter weitergeben. Wäre die Rolle des Chefs auch etwas für den derzeitigen Co-Trainer? "Ich könnte es mir definitiv vorstellen, aber alleine könnte ich es nicht machen. Ich bräuchte dann auch einen Co-Trainer. Ich weiß aber nicht, wie die nächste Saison läuft und ob die Mannschaft einen Reiz von außen braucht. Wir sind hier alle Freunde, es klappt zwar mit der Autorität, aber es kann auch sein, dass hier ein neuer Impuls gebraucht wird."

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