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Kolja Eigl: "Ich will meinen Dorfverein unterstützen"

Kreisliga 2

Seine Trainer waren unter anderem Dieter Nüssing und Dieter Lieberwirth, in seiner Vita steht ein Einsatz in der DFB-Pokal-Hauptrunde, und unter seinen Mitspielern waren einige fränkische Fußballgrößen. Mittlerweile ist Kolja Eigl in der Kreisliga 2 in Erlangen/Pegnitzgrund angekommen und will seinem Verein TSV Rückersdorf zum Klassenerhalt verhelfen.

Hat schon einiges erlebt: Kolja Eigl (weißes Trikot) spielte unter anderem schon für den 1. SC Feucht, Quelle Fürth und den SV Seligenporten.

 / © Sportfoto Zink

Ihren Anfang nahm die Karriere von Eigl in Nordrhein-Westfalen. Beim TV Germania Flierich-Lenningsen begann er schon im jungen Alter mit dem Fußballspielen und ein gewisses Talent war nicht zu übersehen. Dies führte in der B-Jugend zu einem Wechsel zum 1. FC Nürnberg. Dort spielte er in der Bayernliga, der damals höchsten Klasse. In jenem Jahr gelang sogar die bayerische Meisterschaft, ein großer Erfolg für die Mannschaft. Auch in der A-Jugend konnte er sich beweisen und durfte unter Dieter Nüssing sogar dreimal für die Amateure auflaufen.

Im ersten Herrenjahr folgte dann der Wechsel zur SG Quelle Fürth: "Quelle war super, ich hatte dort eine gute Zeit in der Bayernliga, die damals die vierthöchste Klasse war. Das Niveau war schon sehr hoch, und zu dieser Zeit war die Quelle nach Nürnberg und dem Kleeblatt die drittstärkste Mannschaft der Region. In unserer Liga waren noch Feucht und Schwabach, die waren auch wirklich gut." Von seinem damaligen Trainer Dieter Lieberwirth konnte er einiges lernen, und laut Eigl war diesem anzumerken, dass er ein gestandener Profi auf seinem Gebiet war. Die Liste seiner Mitspieler lässt Kenner mit der Zunge schnalzen. Gerd und Fred Klaus, Manfred Dedaj und Joachim "Jojo" Müller im Tor sind wohl fast jedem Fußballbegeisterten in der mittelfränkischen Region ein Begriff.

Durch die Pleite der Firma Quelle hatte auch der Verein zu leiden, und so wurde die Situation immer schwieriger. Nach fünf Jahren verabschiedete sich Eigl und schloss sich dem nächsten interessanten Projekt an. Unter Uwe Neunsinger sollte beim SV Seligenporten etwas aufgebaut werden, unter anderem mit Kolja Eigl. "Ich kannte in Seligenporten schon Spieler wie Florian Schlicker, es war eine coole Truppe und natürlich war die Aussicht auf die erste Runde DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld spannend." Zwar endete das Spiel mit 0:2 aus Sicht der "Klosterer", doch Eigl konnte sich 90 Minuten mit Spielern wie Artur Wichniarek und Tobias Rau messen. Am Ende der Saison stand dann der Aufstieg in die Bayernliga, in der Eigl sich ebenfalls als Stammspieler behauptete, und über die Relegation gelang der Klassenerhalt.

Über 130 Bayernliga-Einsätze für Quelle Fürth und Seligenporten

Für Eigl ging es allerdings beim SVS nicht weiter, er verabschiedete sich gen Feucht. Bayernliga war mit der Arbeit nicht mehr vereinbar, und so ging es in die Bezirksoberliga. "Mich hat damals Robert Ziegler angesprochen und auch in Feucht war es wieder so, dass ich viele Spieler kannte. Es hat gut gepasst, da ich in Nürnberg gewohnt habe, es gab ein cooles Stadion, und der Verein hat eine große Historie." Das große Ziel war der Aufstieg in die Landesliga, was nach drei Spielzeiten dann auch gelang. Doch endete dann auch die Zeit in Feucht, und die Fußballkarriere schien zu Ende. "Ich musste in Feucht aufhören, da ich beruflich in die Schweiz musste, und ohne Training hätte es nichts gebracht."

Mit der Familie zog er dann in das beschauliche Rückersdorf, und über die eigenen Kinder kam dann auch der Kontakt zum TSV zustande. Bei der F-Jugend übernahm er das Traineramt und coacht die Mannschaft bis heute in die D-Jugend. Am Rande bekam er auch den Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga unter dem Trainerduo Oliver Eichenmüller und Christian Kohlenbach im letzten Jahr mit, in dieser Spielzeit kamen die Verantwortlichen auf ihn zu. Unstimmigkeiten zwischen den Trainern und der Mannschaft hatten dazu geführt, dass die Trainingsbeteiligung stark zurückgegangen war, und so schaute Eigl einmal vorbei. "Die Erste hatte Probleme, und es geht gegen den Abstieg. Ich habe dann ein paar Mal mittrainiert und auch schnell wieder gespielt. Es war schon ein komisches Gefühl nach vier Jahren Pause, aber es hat großen Spaß gemacht. Ich habe dann, so gut es mit der Arbeit ging, trainiert und durfte so auch spielen."

Der TSV wird aller Voraussicht nach die endgültig letzte Station seiner Karriere sein, obwohl sofort nach seinem Comeback Anfragen kamen: "Ich werde bei Rückersdorf bleiben, wenn ich weiterspiele, dann hier. Gerade das Konzept von Dieter Chomek und dem neuen Trainer Markus Krensel überzeugt mich, und ich will meinen Dorfverein unterstützen. Mir geht es nur noch um den Spaß beim Fußball, nicht mehr um Geld." Im anstehenden Kampf um den Klassenerhalt gibt es sicherlich schlechteres, als wenn man auf die Erfahrung eines Spielers setzen kann, der in seiner Karriere auf über 130 Bayernliga-Spiele kommt.

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