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Mario Hofmann: Für den TSV Neunkirchen ging er über die Schmerzgrenze

Klub-Ikonen

Zuverlässiger Goalgetter, filigraner Libero oder auch jahrelanger Rückhalt. Jeder Verein hat sie, seine Klub-Ikonen. Wir haben uns auf die Suche gemacht und in den Klubs der Kreisliga 2 wahre Legenden gefunden. Mario Hofmann hat sich diesen Status am Brandbach erarbeitet und die Neunkirchen-DNA an seine Söhne weitergegeben.

Mario Hofmann (am Ball).

 / © privat

"Von klein auf TSV. Ich habe mit sechs Jahren hier angefangen und bin immer hiergeblieben." Aus diesem Satz lässt sich die tiefe Verbundenheit von Mario Hofmann mit dem TSV Neunkirchen herauslesen. Seine gesamte Jugend über beackerte er den Neunkirchener Schulsportplatz, und in dieser Zeit sammelte er einiges an Erfahrung. Auch negative, als man in der B-Jugend sang- und klanglos abstieg, der eigentlich talentierte Jahrgang hatte einfach einen längeren Durchhänger.

Umso motivierter ging es 1987 dann in den Herrenbereich. Die Brandbachkicker spielten damals in der Bezirksliga und konnten sich in dieser Spielzeit als Sechster sogar für die neugegründete Bezirksoberliga qualifizieren. Trainiert wurde die Mannschaft damals von Helmuth Weber, unter dem Hofmann zwar immer im Kader dabei war, aber längere Zeit einen schweren Stand hatte. "Vier Jahre lang war es für mich so: Mal saß ich auf der Ersatzbank, mal habe ich von Anfang an gespielt. Es hat mich zwar immer ein wenig frustriert, im Nachhinein war es aber schon der richtige Weg, den mir der Trainer damals aufgezeigt hat. Mir hat es nicht geschadet."

Nach und nach wurde er aber ein fester Bestandteil der Stammformation, und die lange Zeit des Wartens hatte sich gelohnt. Bekannt wurde Hofmann für seinen unbändigen Einsatz, der manche technische Schwäche mehr als wettmachte. Angetrieben durch die motivierenden Worte des zu früh verstorbenen Vaters, bewies er vielen, die an ihm gezweifelt hatten, welchen Wert er doch für die Mannschaft haben konnte. "Ich hatte auch Glück mit meinen Mitspielern, mit Stefan Kramer habe ich mich blind verstanden, er war wie ein Bruder für mich." In seiner Statistik hat er einige Auf- und Abstiege stehen, missen will er dabei kein Jahr. "Ich hatte zwar damals zwei Angebote, vom TSV Vestenbergsgreuth und FC Herzogenaurach, aber der TSV ist mein Verein."

16 Operationen

Offiziell musste er die Karriere aufgrund einiger Knieverletzungen - mittlerweile hat er 16 OPs hinter sich - schon mit 28 beenden, aber der Ehrgeiz war einfach zu groß. "Ich habe mich manchmal Samstag vor dem Spiel spritzen lassen, damit es einigermaßen ging. Im Nachhinein war es vielleicht nicht richtig, ich würde es aber wieder so machen, weil Fußball mein Leben war." Oft half er noch aus, die letzten Einsätze datieren aus der Spielzeit 2012/13, als er noch zweimal aushalf. Diese Vereinstreue kommt nicht von ungefähr, war Hofmann doch vom Elternhaus geprägt: "Geprägt hat mich mein Vater. Er hat mich als kleiner Junge immer mit zum Sportplatz genommen, er war auch TSVer und hat für den Verein gelebt. So ist es entstanden, und den Drang, den Verein zu wechseln, hatte ich nie. Die Atmosphäre am Sportheim bei Heimspielen, das Gelände, auch die Zeit nach dem Spiel mit den Leuten war schon außergewöhnlich."

Nach der aktiven Karriere blieb er seinem Verein erhalten und trainierte zunächst die E- dann die C-Junioren. Jahrelang war er auch Co-Trainer und Spielleiter der ersten Mannschaft, ehe er in die Abteilungsleitung wechselte. Noch heute ist er der Mannschaft verbunden und fieberte auch beim Bezirksliga-Aufstieg unter Trainer "Jojo" Müller fleißig mit. Nicht zu verkennen ist aber eine gewisse Veränderung: "Der Fußball hat sich schon verändert. Ich habe das Glück gehabt, als ich rausgekommen bin, im Vergleich zu heute, dass es schon geselliger war. Da sind die Spieler und der Gegner danach alle ins Sportheim, man hat sich gekannt. Wenn ich heute noch im Erlanger Raum unterwegs bin, treffe ich den Scholtens Peter und wie sie alle heißen, man unterhält sich immer noch. Der jetzige Fußball, wenn man sich da so umhört, das hat sich schon verändert." Sein TSV ist aber nach wie vor für ihn wie eine Familie: "Die Leute sind da, wenn man sie braucht. Das ist schon das, was den Verein prägt."

Die TSV-DNA hat er auch auf seine beiden Söhne Daniel und Kevin übertragen, wobei die Karrieren der Söhne von schweren Verletzungen geprägt sind. Dem Älteren der beiden, Daniel, attestiert der Vater großes fußballerisches Potenzial, eine schwere Knieverletzung beendete die Laufbahn aber schon frühzeitig. Lange Jahre trainierte er die Reserve, interimsweise sogar die Erste in der Bezirksliga, doch in diesem Winter legte er sein Amt nieder. Kevin, der Jüngere, hat durch seine beeindruckende Leistung im Aufstiegsjahr und der Aufstiegsrelegation einige Spuren hinterlassen, doch auch er hatte lange Zeit mit einer hartnäckigen Schambeinentzündung zu kämpfen. "Es ist auf jeden Fall Stolz da, aber es ist auch ein bisschen Wehmut da, weil beide mit so vielen Verletzungen kämpfen mussten. Es ist wohl jeder Vater stolz, wenn die Kinder für den eigenen Verein spielen, und das mit Erfolg."

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