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Leonhard "Molle" Förtsch: Als die DJK Weingarts wie ein Weltmeister gefeiert wurde

Klub-Ikonen

Zuverlässiger Goalgetter, filigraner Libero oder auch jahrelanger Rückhalt. Jeder Verein hat sie, seine Klub-Ikonen. Wir haben uns auf die Suche gemacht und in den Klubs der Kreisliga 2 wahre Legenden gefunden. Leonhard "Molle" Förtsch erlebte sein persönliches DJK-Weingarts-Highlight in Spanien.

Nicht mehr wegzudenken: Leonhard Förtsch (am Ball) spielte 763-mal für die erste Mannschaft der DJK Weingarts.

 / © privat

Die DJK Weingarts hat einen gewissen Charme, dem schon viele erlegen sind. Das Essen im Sportheim, der Zusammenhalt im Dorf und die talentierten Mitspieler, bis heute sind das Argumente, die viele Spieler von "Maigisch" überzeugen. Ein Urgestein des Dorfes ist "Molle" Förtsch, der noch immer als Spielleiter dabei ist und seinem Verein die Treue hält. Seine aktive Karriere begann er mit zehn Jahren bei der DJK, das erste große Highlight war der Aufstieg mit 17 in die Bezirksliga, die damals zweithöchste Liga in der Jugend. Dort ging es dann gegen deutlich größere Vereine wie den Post SV Nürnberg.

1979, auch mit 17, machte ihn der Verein für die erste Mannschaft frei, die ebenfalls in der Bezirksliga kickte. Gemeinsam mit dem noch heute im Kreis sehr bekannten Bernhard Drummer sollte er in den letzten zehn Spielen mithelfen, den drohenden Abstieg zu verhindern. Es gab einige Diskussionen, weil der Jugendtrainer seine Führungsspieler nicht abgeben wollte, doch der Erfolg gab Recht, denn viele Spiele konnte die DJK noch gewinnen. Es kam zum Entscheidungsspiel in Röttenbach gegen den SC Pommelsbrunn. Vor fast 2500 Zuschauern standen die zwei Jungspunde in der Startelf, konnten die 0:2-Pleite aber nicht verhindern, sodass es in die damalige A-Klasse ging.

Nach dem 4:1 gegen Willersdorf stieg die Feier

In den folgenden Jahren wechselten sich Hochphasen mit Tiefs ab, Förtsch entwickelte sich in dieser Zeit zum absoluten Führungsspieler. So war er natürlich auch dabei, als die DJK in die B-Klasse abrutschte. Dort kam es dann zum Ausscheidungsspiel um den Aufstieg in die A-Klasse auf dem Gelände des VfB Forchheim gegen die DJK Willersdorf. Mit 34 führte "Molle" sein Team zu einem ungefährdeten 4:1-Sieg, danach wartete eine der prägendsten Erinnerungen. Die alljährliche Fahrt nach Malgrat de Mar in Spanien musste wegen des Spiels etwas verschoben werden, viele Vereinsmitglieder waren allerdings schon vorgefahren. Nach dem Aufstieg ging es dann auf dem Traktoranhänger nach Weingarts, wo im Sportheim die erste große Feier stieg. Anschließend wurde noch ein Bus nur für die Spieler und Betreuer organisiert, der alle noch zu den wartenden Anhängern nach Spanien brachte.

"Im Bus ist es abgegangen. Am nächsten Tag sind wir dann dort empfangen worden, mit Fahnen und allem drumherum haben sie dort auf uns gewartet. Wir sind dann von Gesang begleitet ins Hotel eingezogen, direkt in den Swimming Pool gesprungen, das war ein echtes Highlight, so etwas mitzumachen. Wir sind uns wie Weltmeister vorgekommen." So blickt Förtsch auf diese einmalige Erinnerung zurück. Mit 36 beendete er dann seine aktive Karriere, nach 763 Einsätzen für die erste Mannschaft.

Starke Jugendabteilung aufgebaut

Gemeinsam mit seiner Frau und dem guten Freund Erich Bauernschmitt baute er dann ab 1995 eine sehr starke Jugend auf, unter anderem mit Maximilian Bauernschmitt, der noch heute höherklassig unterwegs ist. Auch mit von der Partie war mit Michael Antes ein Spieler, der noch heute die Schuhe für "Maigisch" schnürt. Auch gegen Gegner wie den FSV Erlangen-Bruck wurden Siege errungen, im ganzen Landkreis war die Mannschaft gefürchtet. Als die Spieler dann in den Herrenbereich wechselten, übernahm Förtsch die zweite Mannschaft, ehe ein einjähriger Ausflug zum TSV Kunreuth folgte.

Schnell wurde die Sehnsucht nach Weingarts zu groß, sodass er wieder zurückkehrte, und bis heute ist er treu. Mittlerweile seit zehn Jahren füllt er das Amt des Spielleiters aus, gemeinsam mit seiner Frau Rosi, die alle seine ehrenamtlichen Tätigkeiten unterstützt(e) und vieles erst ermöglicht(e). "Meine Frau steht über mir. Sie ist Abteilungsleiterin Sport bei der DJK. Sie begleitet mich überall, aber wir sind mittlerweile in einem Alter, in dem wir sagen, 'jetzt lassen wir mal die Jungen ran'."

Auch wenn sonstige Aufgaben anfallen, dann ist "Molle" zur Stelle und hilft tatkräftig mit. Zu der heutigen Mannschaft hat er ein tolles Verhältnis, auch wenn er sich den ein oder anderen frechen Spruch gefallen lassen muss. "Es macht Spaß, mit den Kerlen zu arbeiten. Die sagen immer zu mir, 'als du noch Fußball gespielt hast, habt ihr noch mit Gummistiefeln gespielt, und der Ball war auch nicht rund.' Da kann ich aber drüber lachen."

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