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Max Habermann: "Die verarschen uns, es ist wirklich schlimm"

Kreisligatagung

Max Habermann polterte bei der Kreisligatagung in Erlangen/Pegnitzgrund gegen die Corona-Regeln der Politik. Gespielt wird wie gehabt.

Gewohnt emotional trat Max Habermann auf.

 / © Ralph Strobl

"Wir stehen vor einem Neuanfang", verkündete Kreisspielleiter Max Habermann in der Präsenz-Sitzung für die Kreisligisten des Spielkreises Erlangen/Pegnitzgrund im Sportheim der DJK Weingarts.

Danach nahm er verbal kein Blatt vor den Mund und wetterte gegen diverse Entscheidungsträger in der Politik, auch was die derzeitige Zuschauer-Regelung im Sport unter freiem Himmel (maximal 500 Personen mit fester Bestuhlung auf Sitzplätzen, drinnen sind 1000 erlaubt) betrifft: "Ich verstehe die Welt nicht mehr, habe null Verständnis! Da fällt mir nichts mehr ein! Die verarschen uns, es ist wirklich schlimm", so Habermann wie gewohnt sehr kampfstark und einsatzfreudig, wenn es um die Belange der Amateurvereine in den unteren Ligen geht.

Es gebe aber bereits Signale, dass in dieser, spätestens in der kommenden Woche kurzfristig das Bayerische Infektionsschutzgesetz dahingehend geändert wird, dass 100 oder 200 Zuschauer auf Stehplätzen zugelassen werden.

"Das einfachste Modell"

In "seinem" Fußballkreis wurden jüngst die ersten Weichen für die bald beginnende Saison 2021/22 gestellt. Habermann hatte drei alternative Spielformen für den Bezirk Mittelfranken (und deren drei Kreise) zur Abstimmung vorgestellt: Modell 1 (Meisterschaft wie bisher), 2 (Meisterschaft in zwei oder mehr Gruppen in Hin- und Rückspiel-Modus und anschließende Meister- und Abstiegsrunde) und 3 (Meisterschaft in einfacher Runde und anschließende Meister- und Abstiegs-Qualifikationsrunde).

"Das bisherige Spielmodell wäre die einfachste Lösung", meinte Habermann, ohne dabei Einfluss auf die Entscheidung der Vereinsvertreter nehmen zu wollen. Das Votum fiel mit 28:1 (zwei Kreisligavereine fehlten) gegen Modell 2 und für die bisherige Variante sehr deutlich aus.

Zum Vergleich: Die Kreisligen in Nürnberg/Frankenhöhe stimmten mit 27:4, die beiden mittelfränkischen Bezirksligen mit 26:2 (zwei ungültig, zwei Enthaltungen) ebenfalls klar ab.

Die Termine für die Spielleitertagungen der Kreisligen, Kreisklassen, A- und B-Klassen (die ebenfalls nicht online, sondern in Präsenz stattfinden sollen), stehen noch nicht fest. In den nächsten zehn Tagen wird sich der Kreisspielleiter zunächst mal um die Erstellung aller Herren-Spielpläne (Kreisliga bis B-Klasse) kümmern.

Alle Ligen spielen mit einem sogenannten 16er-Schlüssel (30 Spieltage angesetzt), um Vorspiele der "Zweiten" zur Ersten Mannschaft zu ermöglichen. In Ligen mit 14 Teams (26 Spiele) ist jedes Team zwei Mal in der Vorrunde und zwei Mal in der Rückrunde spielfrei. Daran müssen sich jetzt auch die hiesigen Kreisklassisten gewöhnen, die bisher in Ligen mit 16 Mannschaften kickten. Die 75 A-Klassen-Teams werden noch auf fünf Staffeln à 15 Mannschaften aufgeteilt.

Die Vereine können aber schon mal mit einigen Ligeneinteilungen und mit dem vorliegenden Rahmenterminkalender planen. In der kompletten kommenden Saison 2021/22 werden wieder fünf Auswechslungen bei Punktspielen erlaubt sein.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich auch eine personelle Änderung in der Kreisspielleitung ergeben. Für Manfred Kressner (aus gesundheitlichen Gründen) ist nun Michael Friedrich (SG SV Kleinsendelbach/SV Hetzles) als Gruppenspielleiter aktiv.

Für den im kommenden Jahr anstehenden Kreistag mit Neuwahlen ließ Rentner Habermann aus Wolfsberg seine Zukunft als Funktionär (seit 2006 im Amt) noch etwas offen: "Ich habe zwar gute Lust noch einmal vier Jahre zu machen, weil ich es für die Vereine mache. Aber ich bin mir noch nicht ganz sicher."

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