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FC Kalchreuth: Eine Mineralwasser-Maß zur Belohnung

Pünktlich zum Kirchweih-Wochenende findet der FCK nach schwächeren Auftritten wieder in die Spur

Vor der Kerwa ist nach der Kerwa: Der 1.FC Kalchreuth beendet durch ein souveränes 5:1 (2:0) gegen den TSV Kirchehrenbach seine kleine Schaffenskrise, überschwänglich will Trainer Wolfgang Lutz deshalb aber noch nicht werden.

Der zweifache Torschütze Adrian Bayerlein freut sich über einen sehr seriösen Vortrag. 

 / © Roland Fengler

Sie haben sich einiges vorgenommen für ihre zweite Saison in der Bezirksliga beim 1.FC Kalchreuth. Das mit der Demut überlassen sie nun anderen, diesmal darf es gerne etwas mehr sein als nur der Klassenerhalt. „An den fünften Platz hinarbeiten“, möchte sich Wolfgang Lutz mit seiner Mannschaft, sogar drei Regionalliga-Spieler haben sie überzeugt, dass es sich lohnen könnte, sich der ambitionierten Fußball-Gemeinde zwischen Nürnberg und Erlangen anzuschließen. Der Saisonauftakt bei Cagrispor glückte ihnen auch einigermaßen standesgemäß, doch dann folgten zwei Auftritte, die nicht so recht zu den neuen Ambitionen passen wollten.

Einen „seriösen Verein“ nennen sie sich selbst, das 0:1 gegen die Spielvereinigung Hüttenbach-Simmelsdorf und das 2:3 beim SV Schwaig war dann zwar nicht unbedingt auf unseriöse Leistungen zurückzuführen, den eigenen Ansprüchen wurden Kalchreuths Fußballer dabei aber nicht gerecht; vor allem auf individuelle Fehler waren die beiden Niederlagen zurückzuführen – noch so einen Auftritt, da waren sie sich an der Fürther Straße recht schnell einig, wollten sie sich nicht erlauben, erst recht nicht am Kerwa-Wochenende. „Wir wollten die beiden oberflächlichen Auftritte vergessen machen“, sagt Wolfgang Lutz, nachdem der FC Kalchreuth gegen den TSV Kirchehrenbach tatsächlich wie ein sehr seriöser Verein aufgetreten ist.

Von Anfang dominiert der Gastgeber die Begegnung gegen den Aufsteiger, der sich nach der dritten Niederlage im vierten Spiel ganz offensichtlich noch in Demut üben muss und noch nicht so recht weiß, worauf es in der Bezirksliga ankommt. Anders die Kalchreuther: Nach 19 Minuten ziehen sie erstmals einen Angriff bis zum Ende durch. Der Distanzschuss von Adrian Bayerlein, dem Neuzugang des Baiersdorfer SV, schlägt unten links im Eck ein, der Widerstand der Gäste ist früh gebrochen. Auch wenn Kalchreuth zwischenzeitlich die letzte Konsequenz vermissen lässt. Beim 2:0 von Pascal Worst (27.), der zusammen mit Christian Held vom SV Seligenporten aus der Regionalliga gekommen ist, darf sich Kalchreuth wunderbar bis in den Strafraum kombinieren. Immer wieder operieren sie knapp an der Grenze zum Abseits, oft geht die Fahne des Linienrichters nach oben, regelmäßig werden sie dafür aber auch belohnt.

„Wir wollten diesmal früher attackieren“, sagt Lutz hinterher über die Taktik, die auch in der zweiten Hälfte aufgeht. Während die Entstehung des Handelfmeters, den Markus Giering mit Autorität verwandelt (50.), noch eher dem Zufall geschuldet ist, sind die Treffer vier (erneut Bayerlein, 66.) und fünf (wieder Giering, 82.) die Folge davon, dass Kalchreuth bis in die Schlussminuten weiter anrennt und sich vom zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Gäste (Simon Postler, 52.) nicht beirren lässt. Spätestens als Sajjad Shakir in der 76. Minute die Nerven verliert und glatt Rot sieht, ist klar, dass den Gästen an diesem Tag kein Comeback mehr gelingt.

Der Kerwa-Abend ist für Kalchreuth gerettet, nach dem Schlusspfiff stimmt sich die Mannschaft mit den Fans noch am Platz auf die dritte Halbzeit ein. „Das haben sie sich verdient“, sagt der Trainer und gibt noch einen nicht ganz ernst gemeinten Tipp ab, was das Getränk der Wahl werden könnte: „Da wird heute bestimmt die ein oder andere Mineralwasser-Maß nicht ausbleiben.“ Allzu ausgiebig feiern werden sie aber wohl nicht, bereits am Donnerstag sind sie beim FC Hersbruck gefordert. „Nur wenn wir jedes Mal ans Maximumgehen, können wir in dieser Liga gewinnen“, warnt Lutz davor, den Sieg gegen einen reichlich desorientierten TSV Kirchehrenbach überzubewerten. Sie haben schließlich noch einiges vor.

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