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1. FC Kalchreuth: Der hohe Aufwand bringt noch zu wenig Ertrag

FCK muss sich erst einmal neu orientieren

Mit großen Zielen und einigen Verstärkungen ist der 1. FC Kalchreuth in seine zweite Bezirksliga-Saison gegangen. Doch schon wieder kommt der Verein nur mühsam in die Gänge – auch weil die Integration der Neuzugänge schwerer fällt als gedacht.

Abgedrängt: Gegen Weisendorf erlitt Karlchreuth mal wieder einen Rückschlag.

 / © Heidi Huber

Es wurde laut nach dem Abpfiff auf dem Kalchreuther Sportplatz, jedenfalls in der Umkleide des ASV Weisendorf. Während die Aufsteiger dort ein schwer überhörbares „Gebt mir ein super, super Weisendorf“ krakeelten, versuchte FCK-Trainer Wolfgang Lutz im Kabinengang zu erklären, warum es in dieser Saison mit seinem Verein so stetig auf und ab geht.

Auch nach dem 5:1 im Kerwaspiel gegen Kirchehrenbach hatte es zuletzt zwei Niederlagen gegeben, auf einen 4:0-Auswärtssieg beim FC Bayern Kickers folgte an diesem Wochenende ein 0:2 gegen das junge ASV-Team aus dem Seebachgrund. „Konstanz hatten wir letzte Saison auch nicht“, erinnerte sich Lutz: „Da waren wir bis zum Ende der Vorrunde sprunghaft.“ Um genau das in ihrer zweiten Bezirksliga-Saison zu verhindern, hatten sie sich in Kalchreuth ordentlich verstärkt. Mit Pascal Worst, Christian Held und Tobias Gressel waren drei Spieler mit Regionalliga-Erfahrung zum ambitioniertem Verein am Kalchreuther Forst gestoßen, Adrian Beyerlein kam aus der Landesliga.

Aufschwung in der Rückrunde?

Doch vielleicht liegt genau da momentan das Problem, glaubt der Trainer: „Wir sind noch dabei die neuen Spieler zu integrieren, aber es fällt nicht ganz so leicht, wie wir es uns vorgestellt haben.“ Gegen die Weisendorfer tat sich Kalchreuth überraschend schwer. Nachdem der FC eine halbe Stunde dominiert und gute Gelegenheiten vergeben hatte, reichte ein umstrittener Foulelfmeter, um die Partie zu kippen. Kalchreuths Kapitän Markus Giering hatte nach 33 Minuten an der Strafraumgrenze Friedrich Leist festgehalten. Schiedsrichter Patrick Lohwasser zeigte sofort auf den Punkt. Die Gastgeber protestierten heftig, auch weil strittig war, ob das Foul wirklich noch im Sechzehnmeterraum stattgefunden hatte. Sie haderten auch noch, als Benjamin Pommer schon sicher zum 1:0 verwandelt hatte – und so ging die Konzentration verloren. Nur eine Minute später gelang Weisendorf ein fabelhafter Konter über die rechte Kalchreuther Abwehrseite, an dessen Ende es 2:0 für die Gäste stand.

„Wir haben ein paar sehr gute Einzelspieler bekommen, die anderen denken vielleicht, die richten es schon“, bemängelte Lutz. Doch sich auf die Neuzugänge zu verlassen, reicht in der Bezirksliga auch gegen ersatzgeschwächte Weisendorfer nicht aus. Nach den zwei Toren in zwei Minuten dauerte es lange, bis Kalchreuth wieder ins Spiel fand – zu lange. Auch einige ordentlich ausgeführte Standards in den letzten 20 Minuten änderten nichts mehr am Ergebnis.

Doppelt weh tat die Niederlage, weil Weisendorf ein Tabellennachbar ist. Oder besser: war. Denn vorerst rutscht Kalchreuth mit neun Punkten auf Platz zwölf der Tabelle ab. Das ist nicht das, was sie sich vor der Saison vorgestellt hatten. „Wir wollen uns ein Stück weit nach vorne arbeiten. Platz fünf wäre etwas Schönes im zweiten Jahr“, sagt Lutz weiterhin. Der Coach glaubt an die Qualität des Kaders. Zumal es nicht allein an der fehlenden Integration der Neuen liege. Mit Thomas Damasty, Dominik Eckert und Dominik Dotzler fehlten gegen Weisendorf in der Abwehr drei Spieler. „Manche hinken auch noch hinterher, weil sie sich in der Vorbereitung verletzt haben“, erklärt der Coach.

Lutz will nicht die Ruhe verlieren, aber der hohe Aufwand, den sie in Kalchreuth schon lange betreiben, soll sich doch möglichst in dieser Saison mit einer besseren Platzierung auszahlen. Doch vorerst wird man wohl mit der Kalchreuther Sprunghaftigkeit leben müssen: „Das wird noch ein ganz schwerer Gang, bis wir in die Gänge kommen.“ Vielleicht hilft ein Blick auf die vergangene Saison. Nachdem der FC endlich in die Spur gefunden hatte, spielten sie als Neuling eine überragende Rückrunde. Auf Platz fünf fehlten ihnen am Ende nur fünf Punkte. Sollen es diese Saison weniger werden, würde es aber nicht schaden, wenn sie etwas früher in die Gänge kommen würden. Nach acht Spieltagen ist ja noch Zeit.

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