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Maik Kränz: "Der Fuß­ball hat mir Kameradschaft, Freund­schaft gegeben"

Maik Kränz und Holger Reincke luden zum traditionsreiches Abschiedsspiel bei der TSG Roth

Vor dem Spiel der Bezirks­ligamannschaft kamen am Samstag die Traditionalisten bei der TSG auf ihre Kosten. Holger Reincke und Maik Kränz hatten zu ihrem Abschiedsspiel alte Freunde vom TSV und dem SC Roth zusammengetrommelt.

Für ihr Abschiedsspiel hatten Holger Reincke (2. Reihe von hinten, 3.v.re.) und Maik Kränz (rechts daneben) alte Weggefährten von TSV und SC Roth zusammengerufen. Die Resonanz war sehr gut.

 / © Salvatore Giurdanella

2008 schlossen sich TSV und SC 1952 zur TSG Roth zusammen. Nun traten die beiden Vereine auf dem Ra­sen noch einmal gegeneinander an. Es ging eigentlich nicht so sehr ums Ergebnis, sagt Maik Kränz. Sondern vielmehr darum, die alten Freunde wieder einmal zusammenzurufen und Spaß auf dem Rasen zu haben. „Es war eine lustige Angelegenheit“, so Kränz. Nicht nur die Spieler waren gekommen, sondern auch viele Wegbe­gleiter von früher, viele Zuschauer wollten die beiden Urvereine der TSG noch einmal sehen. „Wir hatten sehr gute Resonanz“, sagt Holger Reincke über das Spiel, dass die beiden auf die Beine gestellt hatten. „Alle waren sehr begeistert.“ Wie das Verhältnis der beiden da­mals – der SC war eher in den A- und B-Klassen, die TSG in Bezirks- oder Bezirksoberliga beheimatet, Konkur­renz gab es also nicht – verlief auch das Spiel: freundschaftlich. „Wir haben uns schon immer duelliert, aber auf einer guten Basis“, sagt Kränz.

Bis auf ein paar leichte Zerrungen blieben auch alle Teilnehmer von Ver­letzungen verschont. Einige Spieler hatten seit langem nicht mehr ge­spielt. „Die haben wir ein bisschen ausgegraben“, sagt Kränz. Aber ei­gentlich hatten viele Mitglieder seiner Mannschaft den Kontakt untereinan­der gehalten. Viele von Reinckes TSV-Akteuren wiederum spielen zudem noch in der Altherren-Mannschaft der TSG Roth. Die beiden AH-Spieler hören wegen Knieproble­men auf. Der schnelle Außenbahnspieler Maik Kränz (50) begann nach dem Eishockey beim SV Weißwasser bei Cottbus mit dem Fußball, wech­selte dann zum SC Roth, dem er bis auf einen ein­jährigen Ausflug mit der SpVgg Roth in die Be­zirksliga treu blieb. „Es würde noch gehen, aber es ist besser, man kann selbst noch auflaufen, als wenn man mit dem Rollator verabschiedet wird.“

Mit Fünf begonnen

Reincke könnte sich noch vorstellen, ab und an das Tor zu hüten. „Der Fußball war wich­tig, aber jetzt zählt etwas anderes“, sagt der 44-Jährige und meint die Familie. Er begann als Fünfjähriger bei der SpVgg Roth, weil der TSV, bei dem sein Vater das Tor hütete, keine Mannschaft in seiner Al­tersklasse hatte. Später machte er dort weiter, spielte mit Ingolstadt sogar in der Bayernliga, damals der dritthöchsten Liga – ein Knorpelscha­den stoppte die Fußballkarriere je­doch, über ein kurzes Intermezzo beim ASV Forth ging es zurück zum TSV. Beim Abschiedsspiel zeigte er nochmal seine Torjägerqualitäten, er­zielte drei Treffer beim 6:3-Sieg des TSV. Kränz steuerte zwei für den SC bei.

Viele hundert Spiele haben die bei­den für SC, TSV und TSG gemacht, genauer lässt es sich nicht beziffern. Gerne erinnern sie sich an Benefizspie­le gegen bekannte Namen zurück, Kränz zum Beispiel 1995 gegen Ein­tracht Frankfurt mit Andi Köpke und Jay-Jay Okocha oder mit einer Stadt­auswahl gegen die Beckenbauer-Tra­ditionsmannschaft mit dem Namens­geber, Briegel oder Förster 1992. Bei Reincke ist es auch sein Einstand beim TSV, ein 8:1 gegen 1860 Weißen­burg, bei dem er vier oder fünf Tore schoss.

„Der Fußball hat mein Leben ge­prägt“, sagt Reincke. Er und Kränz sind sich einig: Heute geht es im Fuß­ball anders zu als einst. Damals blie­ben die Spieler nach den Partien oder dem Training, heute bleibe niemand mehr sitzen. Dabei mache das mit der sportlichen Betätigung den Reiz aus: Das gemeinsame Feiern von Siegen, das gemeinsame Verarbeiten von Nie­derlagen, Lachen, Streiten. „Der Fuß­ball hat mir Kameradschaft, Freund­schaft gegeben“, sagt Kränz. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Vereinsleben drumherum.

Es müsse nicht Fußball sein, meinen die beiden. Aber ein Mannschafts­sport sei gut für die persönliche Ent­wicklung, das soziale Umfeld. „Man lernt mit anderen Kindern, anderen Menschen umzugehen“, sagt Reincke. „Ich rate, Fußball als Spaßfaktor zu sehen“, sagt Kränz. Er habe den Ein­druck, alle wollten schnell nach oben, vielleicht sogar Geld mit dem Kicken verdienen – deshalb auch die vielen Wechsel. Tatsächlich schaffen das aber nur wenige. „Wenn dann wäre es ein schöner Nebeneffekt.“ Wie ein über viele Jahre gewachsener Zusam­menhalt aussehen kann, zeigte sich beim Traditionsspiel. „Es war ein schöner Abschluss“, sagt Kränz.