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Der SV Schwaig hat endlich wieder Ambitionen

Der SVS hat bereits sein Hinrunden-Ziel in der Bezirksliga erreicht

Aus dem Beinahe-Kreisligisten SV Schwaig ist zumindest vorerst wieder ein ambitionierter Bezirksligist geworden, auch wenn die Mannschaft das beim 2:2 (1:1) gegen den FC Bayern Kickers über weite Strecken gut zu verstecken weiß. Zu tun hat das auch damit, dass Christoph Weber inzwischen einfach wieder nur Torjäger sein darf.

Schwaigs Stefan Steininger (in weiß) im Duell mit Johannes Untheim. 

 / © Sportfoto Zink / OGo

Christoph Weber scheint die ganze Aufregung nichts anhaben zu können, dabei müsste sein Puls ja eigentlich noch etwas höher sein. Mit seinen späten Tor in der Nachspielzeit hat er dafür gesorgt, dass der SV Schwaig an diesem Samstagnachmittag doch noch einen Punkt von der Neusorgstraße mit nach Hause bringt, vor allem hat er aber maßgeblich dazu beigetragen, dass der Verein sein Ziel für die Hinrunde bereits sechs Spieltage früher als geplant erreicht hat. „Wir wollten 20 Punkte in der Hinrunde holen, das haben wir jetzt schon erreicht“, sagt er nach dem 2:2 bei den Bayern Kickers am elften Spieltag. „Was jetzt noch folgt, ist ein Bonus.“ In der Rückrunde sollen es dann wieder mindestens 20 Zähler werden.

In der Vorsaison war Weber weit davon entfernt, so entspannt von solchen Rechenspielen zu erzählen, im Frühling kämpften sie bis zuletzt gegen den Abstieg, beinahe wäre aus dem SV Schwaig ein Kreisligist geworden. „In der Vorsaison“, sagt Weber aber auch, „hätten wir dieses Spiel heute wohl verloren“. Groß verändert hat sich das Gesicht der Mannschaft seitdem nicht, nur der Trainer ist jetzt ein anderer. „Da sieht man mal, was so ein Trainerwechsel bewirken kann“, sagt Weber. 

Dieser Satz ist bemerkenswert, denn in der vergangenen Saison war Christoph Weber ja selbst noch Trainer dieser Mannschaft. Ein Mann mit dieser Erfahrung, hatten sie sich gedacht, der könnte doch auch diese strauchelnde Mannschaft wieder nach vorne bringen. Beim 1.FC Nürnberg hat Weber einst nur knapp den Durchbruch verpasst, er ist für Darmstadt und Fürth in der Regionalliga aufgelaufen, nun sollte Weber plötzlich nicht mehr nur Torjäger in Schwaig sein, sondern auch (Spieler-)Trainer und seine Kollegen wieder in die Spur bringen. Die Saison 2013/14 haben sie auf dem zweiten Rang abgeschlossen, die nächste Spielzeit immerhin noch auf dem 6. Platz. 2016 reichte es in der Endabrechnung ebenfalls nur noch für einen Mittelfeldplatz, 2016/17 dann der Abstiegskampf und ein unbefriedigender 14. Platz. Aus dem ehemals sehr ambitionierten Bezirksligisten war plötzlich ein Verein geworden, der schon froh sein durfte, überhaupt noch die Spielklasse gehalten zu haben.

Diesmal: „Richtig schlecht“

Im September 2017 zählen sie wieder zu den ambitionierten Teams in der Liga. Sie haben den ehemaligen Club-Profi und Landesliga-Trainer Helmut Rahner gewinnen können, der ihnen wieder Struktur verleihen soll, auch wenn man ihnen das am Samstagnachmittag auf der Anlage des FC Bayern Kickers nur in wenigen Momenten ansieht. „Das war heute unser schlechtestes Saisonspiel“, sagt Weber hinterher. „Generell war es ein Spiel zweier Mannschaften, die richtig schlecht waren.“ Die Gastgeber sind dabei zunächst die etwas weniger schlechtere Mannschaft, der Schuss von Michael Linhardt lässt sich sogar richtig sehen, nur Schwaigs Torwart Diego Henschel sieht ihn offenbar zu spät: 1:0 für den FC (8. Minute). Sicherheit gibt das dem Team von Jasmin Halilic nach einem schlechten Saisonstart aber nicht, die Verunsicherung ist in vielen Aktionen zu spüren, gleich die erste Aktion nach dem Führungstreffer bringt den Ausgleich für die Gäste aus Schwaig. Nach einer Ecke und einer Kopfballverlängerung muss Christoph Weber einfach nur die Stirn hinhalten: 1:1 (11.).

Ein gutes Fußballspiel wird es allerdings auch nicht, nachdem beide Mannschaften die Beißhemmung abgelegt haben, Schwaigs Fußballern steckt offenbar noch das 0:4 unter der Woche gegen Cagri Spor in den Köpfen und den Knochen. „Wir sind von der ersten Minute an nicht in die Partie reingekommen“, analysiert Weber später, „daher war der Punkt vor allem wichtig für die Moral“.

Den Punkt verdienen sie sich allerdings erst am Ende einer turbulenten Schlussphase. So zäh die Partie zwischen der elften und der 85. Minute dahinplätschert, umso aufregender wird es danach. Nach einem umstrittenen Freistoß für den FC Bayern Kickers bringt der SV Schwaig den Ball nicht aus dem Strafraum, irgendwann hat Rasmus Hilligsoe Mitleid und befördert ihn über die Torlinie, die Gastgeber können ihr Glück kaum fassen. Drei Punkte hätten die BaKis im Abstiegskampf gut brauchen können, weil aber auch Schwaig noch einen umstrittenen Freistoß zugesprochen bekommt und Weber nach der daraus resultierenden Ecke die Nerven bewahrt, steht am Ende ein, nunja, leistungsgerechtes Unentschieden. Da haben sich Stefan Steininger (Schwaig) und Cihan Kiymaz (Bayern Kickers) bereits jeweils mit Gelb-Rot vom Platz verabschiedet, die Aufregung ist groß, nur Christoph Weber bleibt ganz ruhig. Er muss jetzt ja einfach nur noch Torjäger sein.

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