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Taner Koc engagiert sich in São Paulos Favelas

Rother Coach unterstützt soziales Projekt in Brasilien

Die Kicker der TSG 08 Roth müssen zwei Wo­chen lang auf Trainer Taner Koc verzichten. Am vergangenen Sams­tag ist er nach São Paulo aufgebrochen. Der 37-­Jährige arbeitet für adi­das im Innendienst – für ein soziales Projekt in der größten Stadt Brasili­ens waren Freiwillige gesucht worden. Koc hat­te sich gemeldet. Mit vier anderen wird er dort mit Kindern arbeiten.

"Herz, Füße und Gestik" sollen Taner Koc in Brasilien zur Verständigung helfen.

 / © Sportfoto Zink

Koc wird in die Fave­las gehen und mit Schulkin­dern Fußball spielen. Der Alltag, der oft von Armut, Drogen oder Kri­minalität geprägt ist, soll durchbrochen werden, stattdessen sollen Sport und Fußball Lebensfreu­de wecken. Auch andere Aktivitäten wie Basteln werden angeboten. „Es ist eine Ehre, dabei zu sein“, sagt Koc.

Die TSG hatte er vor Saisonbeginn über sein mögliches Engagement informiert, dass es nun klappt, freut den Trainer unheimlich. Ein bisschen aufgeregt ist er auch. Zum einen wegen der Verstän­digung. Deutsch, Englisch und Tür­kisch helfen ihm bei den jungen Stra­ßenfußballern eher nicht weiter. Ein paar Brocken Portugiesisch hat Koc schon gelernt. Den Rest sollen „Herz, Füße und Gestik“ erledigen. „Das ist ja das schöne, dass Fußball internatio­nal ist. Er verbindet.“

Nicht den besten Ruf

Zum anderen ist die Reise nicht ungefährlich, die Favelas haben nicht den besten Ruf. Die fünf Helfer sind angewiesen, keine Uhren und kein Bargeld zu tragen, und auch nichts zu verschenken. Die Gefahr eines Dieb­stahls wäre zu groß, oder dass Schuhe oder Trikots weiterverkauft werden. „Es geht einfach nur um Sport, um Leidenschaft rüberzubringen. Ich wer­de mein Bestes geben.“ Koc bezeichnet sich als emotionalen Menschen, dem das Miteinander und gemeinsam erlebte Leidenschaft wich­tig sind – auch deshalb liegt ihm das Projekt so am Herzen. Auf der Erde hätten viele kein Dach über dem Kopf. Uns gehe es gut, trotzdem reg­ten sich viele auf – über Dinge, die im Vergleich zu Nichtigkeiten verblas­sen. Der fehlende Zusammenhalt stört ihn. Koc engagiert sich schon seit Län­gerem in sozialen Projekten. Ehrlich­keit, ein Lächeln, Lebensfreunde, wo man sie vielleicht nicht vermuten wür­de, imponieren ihm. „Das ist etwas Schönes.“ Er freut sich darauf, diese Lebensfreude zu wecken, aber auch, sie zu erleben.

Wenn Taner Koc in zwei Wochen zurückkehrt, soll das nicht das Ende des Projektes sein. Er will ein Video drehen, das andere begeistern soll. Fernziel wäre eine Sammlung oder ein Fonds, der beispielsweise zu Weih­nachten eine schöne Feier ermögli­chen könnte.

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