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Die Herzner-Brüder wollen in Eltersdorf heimisch werden

Torgefährliche Zwillinge seit Sommer wieder im gleichen Verein

Bastian und Tobias Herzner sind beim SC Eltersdorf wieder vereint. Den Sprung in höherklassigere Sphären haben beide abgehakt, dafür verfolgen sie ehrgeizige Ziele mit den Quecken.

Stürmen Seite an Seite für den SC Eltersdorf: Tobias (links) und Bastian Herzner

 / © Klaus-Dieter Schreiter

Tobias und Bastian Herzner sehen nicht nur fast gleich aus und reden im selben, ruhigen Ton. Nein, sie spielen auch in der gleichen Fußballmannschaft. Beim SC Eltersdorf – und wenn das immer noch zu wenig Gemeinsamkeiten sind, dann darf die Torquote in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht fehlen. Denn sogar die ist auch fast gleich. Sieben Tore hat Bastian Herzner in dieser Saison geschossen, sein Zwillingsbruder Tobias acht.

Mit 15 Toren haben die beiden also die Hälfte aller Eltersdorfer Treffer in dieser Bayernliga-Spielzeit erzielt. Die Herzner-Brüder – aus dem Kader von Trainer Bernd Eigner sind sie derzeit nicht wegzudenken. "Wir ergänzen uns auf dem Platz schon richtig gut", findet Tobias und Bastian ergänzt: "Es ist schon etwas Besonderes mit meinem Bruder zusammenzuspielen. Das ist anders, als mit anderen Mitspielern." Seit dieser Saison tun sie das wieder gemeinsam beim Tabellenzweiten Eltersdorf – Bastian Herzner kehrte nach anderthalb sehr erfolgreichen Jahren beim SV Seligenporten zurück zum ambitionierten Bayernligisten. Mit den Klosterern ist er in die Regionalliga aufgestiegen und hatte dort in der Vorsaison in 14 Spielen acht Treffer erzielt. "Sie hätten auch gerne mit mir verlängert", sagt Bastian Herzner, "aber der Aufwand ist halt schon sehr groß. Ich arbeite jeden Tag bis 16.30 Uhr und war um 17 Uhr zu Hause. Eine Viertelstunde später ging es los ins Training und das vier, fünfmal die Woche." Der damalige Trainer Roger Prinzen legte zudem fest, dass alle Spieler eine halbe Stunde früher im Training erscheinen sollen. "Da musste ich dann noch früher da sein." Alles unter einen Hut zu bekommen – Fußball, Job und bei Tobias Herzner bald auch noch die Familie – ist nicht immer einfach auf diesem Niveau. Tobias Herzner arbeitet als Lüftungsmonteur, Bruder Bastian als Schreiner. Und die Bayernliga, beziehungsweise die Regionalliga ist immerhin schon die Schwelle zum Profifußball. Da ist es mit zweimal die Woche Training nicht getan. Der zeitliche Aufwand war vielleicht auch einer der Gründe, weshalb es nicht zu noch mehr gereicht hat. "Mir waren damals die Kumpels irgendwie wichtiger. Wenn wir vielleicht etwas früher den Ehrgeiz entwickelt hätten, hätte man vielleicht auch etwas mehr erreicht. Aber mit Anfang 20 sind halt andere Sachen wichtiger", sagt Bastian Herzner rückblickend.

Angefangen haben die beiden ihre Karriere beim TSV Lehrberg, sie spielten Bayernauswahl, nach der D-Jugend wechselten beide nach Ansbach und gleich nach ihrer ersten Saison im Seniorenbereich in der Landesliga ging es für beide das erste Mal zu ihrem heutigen Verein SC Eltersdorf in die Bayernliga. Tobias spielte die Regionalliga-Saison 2012/13 und wechselte anschließend zum Klassenrivalen nach Schweinfurt. "Da habe ich mich aber in der Vorbereitung gleich verletzt. Im ersten Spiel war ich zwar dabei, im zweiten habe ich mich aber wieder an der Schulter verletzt. Dann war ich da schnell wieder raus." Bruder Bastian machte seinerzeit nur zwei Spiele für den SCE und wechselte zurück nach Ansbach und kurzzeitig sogar in die Bezirksliga zu Nürnberg- Süd, ehe er vor seinem Regionalliga- Engagement in Seligenporten erneut beim SCE anheuerte. Die Regionalliga war also für beide fußballerisch Endstation. "Man wäre bestimmt mal irgendwie da hoch gekommen. Ich denke aber, uns fehlt da auch der Berater. Als ich 18 Tore in 21 Spielen in der Bayernliga geschossen habe, wurde ich von Seligenporten angerufen, die damals auch Bayernliga spielten. Ein Drittligist oder so war nicht darunter", sagt Bastian Herzner. Bruder Tobias wäre trotzdem beinahe mal bei einem Solchen gelandet. Nach seiner guten Leistung mit den Eltersdorfern im Endspiel des Bayerischen Vereinspokals 2012 gegen den Drittligisten Unterhaching flatterte ein Angebot des Münchner Vorstadtklubs ein: "Sie haben mit den Verantwortlichen Kontakt aufgenommen, und gefragt, ob ich mal zum Probetraining kommen möchte. Im nächsten Pflichtspiel gegen Hof habe ich mir dann aber das Kreuzband gerissen. Dann war das schon wieder hinfällig", sagt Tobias Herzner und ergänzt: "Es wäre sicher eine riesige Umstellung gewesen, aber probiert hätte ich es sicherlich. Ich trauere dem Ganzen aber auch nicht hinterher." Mittlerweile ist er Mister Eltersdorf und spielt seine insgesamt siebte Saison für die Quecken.

"Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, hier meine Karriere zu beenden", sagt Tobias Herzner – höherklassige Ambitionen hegt ohnehin schon lange keiner der beiden mehr. Mit 27 Jahren ist der Zug abgefahren. "Ich habe eigentlich nicht mehr vor, wegzugehen", sagt auch Bastian Herzner. Ein Aufstieg mit dem SC Eltersdorf ist schon ein Ziel. Nochmal für den selben Verein in der Regionalliga spielen, vielleicht ja mal im Grünwalder Stadion gegen 1860 München spielen – wenn diese wider Erwarten den Aufstieg in die Dritte Liga verpassen sollten. Ja, das wäre schon was. "Aber", sagen die Herzners zum Schluss, "auch weiter Bayernliga zu spielen, wäre nicht dramatisch." Die Herzner-Zwillinge sind also auch so zufrieden. Schon wieder so eine Gemeinsamkeit.

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