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Tobias „Wolfpack“ Wölfel: Der Stadelner Leitwolf mit Vacher Wurzeln

Der Kapitän des FSV Stadeln im Portrait

Seit gefühlt immer steht Tobias Wölfel seinen Mann beim FSV Stadeln. Er hat den Durchmarsch von der Kreisliga bis in die BOL mitgemacht, stieg mit seinem FSV in die Landesliga auf und klopfte gar an die Tür zur Bayernliga. Inzwischen führt er seine Jungs als Kapitän auf den Platz und gibt die Richtung vor. Dass er auf seine „alten“ Tage sogar noch zum Torjäger mutiert, hat auch mit seinem Friseur zu tun.

Auf dem Platz ist Tobias Wölfel der Leitwolf des FSV Stadeln, im Arbeitsleben ist Mitspieler Sebastian Spahn sein Chef.

 / © Sportfoto Zink

Ein nicht wegzudenkendes Gesicht beim FSV Stadeln ist zweifelsohne Tobias Wölfel. Ausgerechnet beim Erzrivalen ASV Vach ging er seine ersten fußballerischen Schritte. Dem ASV blieb er bis zur C-Jugend treu, ehe es ihn zum FSV Erlangen-Bruck zog. Im ersten Jahr B-Jugend zog er weiter zur SG Quelle Fürth, wo er mit seinem Kumpel Manuel Vigas, mit dem er zusammen die Schulbank drückte, zusammenspielte. „Er ist nach einem halben Jahr dann abgehauen und ich stand da“, hört man noch immer einen kleinen Vorwurf aus seiner Stimme. Nach einer Saison legte dann auch Wölfel eine einjährige Auszeit ein, da ihm der Fußball in dieser Zeit nicht so wichtig wie heute war. In der A-Jugend feierten Vigas und Wölfel dann Wiedervereinigung beim FSV Stadeln, wo auch der frühere Boxdorfer Dominik Pöllmann Teil des Teams war. Im zweiten Jahr war Wölfel ("Heute kaum zu glauben, aber da hab ich noch offensiver gespielt und war eine "Schwanzkistn") sogar Kapitän der Truppe. Vigas, Pöllmann und er wurden vom damaligen Cheftrainer Thomas „Tek“ Reiser für die erste Mannschaft freigemacht. So standen für Wölfel, dem der passende Spitzname „Wolfpack“ einverleibt wurde, am Samstag und am Sonntag Spiele an, weil er seine Truppe in der U19 nicht im Stich lassen wollte und sich deshalb für die Doppelbelastung entschied. Gekrönt wurde die Saison mit dem Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga. Zu dieser Zeit spielten noch Michi Lang, der Bruder des heutigen Vorstands Hermann, und Michael „Molto“ Paul, der seit Jahren als Betreuer der Ersten agiert, zum Stammpersonal des FSV. Von diesem Aufstieg schwärmt er heute noch, die Feierlichkeiten taten ihr Übriges, dass er ihn als seinen schönsten beschreibt. Allerdings kamen danach noch einige weitere.

Von der "Schwanzkistn" bis ans Tor zur Bayernliga

2006 versuchte er es nochmals beim Rivalen in Vach, doch „da hatte ich wahrscheinlich nicht ganz den Biss“, resümiert er, wenn er an das halbe Jahr zurückdenkt, in dem er über das Reservistendasein in der Landesliga nicht hinauskam. So folgte im Winter die Rückkehr zum FSV, mit dem er im gleichen Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga verwirklichte. Den Durchmarsch bis in die damalige Bezirksoberliga begreift er heute wie die grandiose Saison, als man erst in der Relegation zur Bayernliga an Alemannia Haibach scheiterte, als seinen größten sportlichen Erfolg. „Das ganze Jahr war überragend und wir hatten eine richtig geile Truppe.“ Auf die Frage, wer denn wohl der beste Spieler war, mit dem er zusammenspielen durfte, fällt ihm eine eindeutige Antwort schwer. „Da gab es wirklich viele. Das würde den Rahmen sprengen. Aber sicherlich gehören Franz Ell und Tarik Toksöz dazu. Auch Armin Azadan war richtig gut. Vergessen möchte ich auch Gerhard „Gerde“ Strobel nicht, mit dem ich ja immer noch zusammenspiele. Und Manuel Vigas war eine Granate vorne.“ Trainer hatte der bekennende Träger karierter Hemden – zwei Brusttaschen sind dabei ein absolutes Muss – einige. Thomas „Tek“ Reiser begleitete ihn sein halbes Fußballerleben. „Ihm habe ich viel zu verdanken. Auch unter Alexander Rambau hatten wir eine geile Zeit und jetzt Manni Dedaj – er gehört ebenfalls zu den besten Trainern, die ich bisher hatte.“

"Dann wird meine Frau verrückt"

An sein erstes Tor erinnert sich Wölfel, der mit Freundin Steffi zusammenlebt, noch gut. „Das war im Entscheidungsspiel zum Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga gegen die zweite Mannschaft von Südwest Schwaben. Da haben wir letztlich 3:0 oder 3:1 gewonnen.“ Ein besonderes Spiel war für ihn auch der 5:3-Sieg über den TSV Buch im Jahr der Relegation zur Bayernliga. „Buch war Zweiter, wir haben sie mit dem Sieg überholt und uns den zweiten Rang nicht mehr nehmen lassen.“ Ebenso bleiben freilich die vielen Derbys gegen Vach in Erinnerung. „Das waren immer Highlights mit vielen Zuschauern.“ Eine echte Rivalität wie vielleicht in früheren Zeiten erkennt er dabei nicht mehr. „Man kennt sich eben.“ Wenngleich der Triumph im Derby freilich immer besonders süß schmeckt. Dass dieses Derby bald wieder ansteht, hofft Wölfel. „Der Aufstieg ist kein Muss. Herzogenaurach ist fast weg und dahinter ist es richtig eng.“ 17 Punkte Rückstand hat der FSV Stadeln auf den Ersten. Zwischen dem Zweitplatzierten SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf und dem Tabellensiebten FC Hersbruck klafft eine Punktelücke von lediglich sechs Zählern. Stadeln als Dritter ist zumindest im Kampf um den Relegationsplatz voll im Geschäft. „Den zweiten Platz wollen wir uns holen.“ Dass der FSV seine Rolle im Aufstiegskampf spielt, ist auch ein Verdienst des Abwehrrecken. Hinten hält er den Laden dicht und seit Neuestem strahlt er auch Torgefahr aus. Mit sage und schreibe fünf Treffern liegt er in der internen Torschützenliste hinter Strobel (11) und Angelo Walthier (7) auf dem mit Dennis Laschet geteilten dritten Rang. „Alle mit dem Kopf“, sagt er nicht ohne Stolz. „Liegt wahrscheinlich daran, dass ich mir die Haare geschnitten habe“, mutmaßt er mit einem breiten Lachen. Über ein mögliches Karriereende hat der seit kurzem 33-Jährige schon ein paar Gedanken verschwendet. „Ich schaue von Jahr zu Jahr. Wie heißt es immer? Solange die Füße tragen.“ Das kann also noch ein paar Tage dauern, schließlich blieb der Maschineneinsteller in der Firma von Teamkollege Sebastian Spahn vor größeren Verletzungen bislang verschont. Außerdem muss er ja auch auf den Familienfrieden achten. „Wenn ich die ganze Zeit zu Hause bin, dann wird ja meine Frau verrückt.“ Und der FSV Stadeln würde seinen Leitwolf mit dem mitreißenden Lacher vermissen.

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