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Kolbe: "Hier ziehen alle an einem Strang"

Im Interview spricht der Keeper des SV Seligenporten über seine Ambitionen und mehr

Der 21-jährige Sebastian Kolbe hütet seit diesem Sommer den Kasten der Klosterer - und das mit Erfolg. Im Tor gehört er zu den absoluten Leistungsträgern des SV Seligenporten und ordnet die Mannschaft von hinten. Im Interview erzählt er über seinen alten und neuen Trainer Roger Prinzen, seine Ambitionen, sowie über seinen verletzten Oberschenkel und einen schmerzenden Hals.

Sebastian Kolbe ist beim SV Seligenporten für das Verhindern von Toren zuständig. 

 / © Sportfoto Zink

Herr Kolbe, seit Mitte November sind Sie wegen einer Verletzung zum Zuschauen verdammt. Was ist genau passiert?

Sebastian Kolbe: Im Regionalligaspiel bei der SpVgg Bayreuth habe ich mir beim Versuch, den Ball nach vorne zu schlagen, eine Sehne im Oberschenkel angerissen. Das ist natürlich sehr bitter für mich gewesen, da ich mein Team in den letzten Spielen sehr gerne unterstützt hätte. So musste ich eben neben dem Platz meinen Beitrag dazu leisten. Das gehört nun mal zum Fußball einfach dazu.

Wie geht es dem Bein momentan?

Kolbe: Trotz des unglücklichen Zeitpunkts ist die Verletzung zum Glück nicht allzu schlimm. Die Winterpause kommt mir hier natürlich sehr gelegen, so kann der Anriss in Ruhe verheilen. Ich befinde mich bereits im Rehatraining, um keinen Leistungsabfall zu bekommen und den Oberschenkel wieder möglichst schnell wettkampfbereit zu machen. Hier gilt auch ein großer Dank an die ärztliche Betreuung sowie an die Physios, die mich hierbei wirklich super unterstützen. Ich bin mir sicher, dass ich pünktlich zur Vorbereitung wieder fit bin und mich dann zusammen mit der Mannschaft auf die noch extrem wichtigen Aufgaben optimal vorbereiten kann.

Wie schaut Ihr Leben außerhalb des Fußballplatzes aus?

Kolbe: Ich wohne momentan bei meinen Eltern zuhause in Röthenbach an der Pegnitz. Das liegt direkt neben Lauf. Mein Anfahrtsweg zum SVS beträgt somit gut 40 Kilometer. Beruflich habe ich Anfang diesen Jahres ein Fernstudium an der IST-Hochschule begonnen. Hier strebe ich nun meinen Bachelor im Bereich Sport Business Management an. Außerdem habe ich Ende September einen Job als Werkstudent bei der Siemens AG in Nürnberg angefangen.

Nach Stationen in Nürnberg und Stuttgart sind sie im Sommer zum SV Seligenporten gewechselt. Warum haben Sie sich für den SVS entschieden?

Kolbe: Nach knapp sieben Jahren beim 1. FC Nürnberg bin ich im vergangenen Fußballjahr zu den Stuttgarter Kickers gewechselt. Leider konnte ich dort meine sportlichen Ziele nicht erreichen. Aus diesem Grund haben sich der Verein und ich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt. Danach war es für mich wichtig, wieder zu spielen und das auf jeden Fall auf Regionalliga-Niveau. In Seligenporten hatte und habe ich das Gefühl, dass man hier etwas aufbauen möchte. Natürlich ist der Verein nicht riesengroß, aber hier ziehen alle an einem Strang. Das hat mir imponiert und tut es immer noch. Aus diesem Grund, und nach guten Gesprächen mit meinem Torwarttrainer und meinem „altbekannten“ Trainer Roger Prinzen, habe ich mich für Seligenporten entschieden.

Beim Club hatten Sie doch sicher einmal die Profikarriere vor Augen. Lebt dieser Traum noch?

Kolbe: Natürlich träumt man immer davon, noch irgendwie den Sprung in die 3. oder 2. Liga zu schaffen. Das ist aber natürlich ein extrem schwieriger und langer Weg, der mit Sicherheit auch mit dem Quäntchen Glück verbunden ist. Wichtig ist es für mich, zunächst einmal die notwendige Spielpraxis zu sammeln und mich weiterzuentwickeln. Sollte es nicht mehr für den großen Sprung reichen, denke ich, dass ich mir mit dem Studium eine sehr gute Basis schaffe.

Unter Coach Roger Prinzen haben Sie schon beim 1. FC Nürnberg gespielt. Was zeichnet seine Arbeit aus?

Kolbe: Ich glaube, er hat einfach ein sehr gutes Verständnis für die einzelnen Charaktere in der Mannschaft. In Nürnberg hat natürlich jeder das Ziel verfolgt, Profifußballer zu werden, aber auch in Seligenporten hat er einen extrem guten Umgang mit den Spielern. Viele arbeiten jeden Tag und kommen dann noch vier Mal in der Woche abends ins Training gefahren. Das Trainingsniveau ist trotzdem sehr hoch. Natürlich spricht das für jeden einzelnen Spieler im Team, aber ich denke, dass auch der Trainer einen ganz großen Anteil daran hat.

Der Start in die Saison war aber sehr holprig.

Kolbe: Dennoch haben wir das Vertrauen in unser Spielsystem nicht verloren. Der Trainer hat für unser Team die passende Art und Weise gefunden, wie wir zu spielen haben. Das funktioniert richtig gut und steht auf jeden Fall ganz groß für die Arbeit, die der Trainer jeden Tag leistet.

Wie sehen Sie die Weiterentwicklung der Mannschaft?

Kolbe: Die Entwicklung ist sehr, sehr gut. Wir sind leider nicht gut gestartet. Trotzdem haben wir Woche für Woche weiter an uns gearbeitet und auf unser Spielsystem vertraut. Der Oktober war für uns natürlich richtig gut. Die Mannschaft zeichnet neben der fußballerischen Qualität der unheimliche Teamgeist aus. Wir geben uns nie auf.

Am Platz sind sie oft der „Schreihals“ und dirigieren lautstark ihre Vorderleute. Gibt das der Mannschaft die nötige Sicherheit?

Kolbe: Es ist gerade auf meiner Position als Torwart sehr wichtig, die Mannschaft zu organisieren. Ich habe das gesamte Spiel vor mir und muss gerade die Viererkette und Sechser unterstützen. Natürlich führen die Emotionen auch manchmal zu zuviel Geschrei, aber das gehört nun mal dazu. Bislang hat sich zumindest noch keiner beschwert.

Haben Sie nach dem Spiel überhaupt noch eine Stimme?

Kolbe: Bisher hatte ich meistens Glück. Aber nach dem Eichstätt-Spiel hat der Hals am nächsten Tag schon ein wenig geschmerzt. Solange wir aber unsere Punkte einfahren, nehme ich das natürlich gerne auf mich.

Wie bewerten Sie ihre eigene Leistung bislang und wie lautet die Zielsetzung für das Restprogramm, für Sie persönlich und den SVS?

Kolbe: Ich konnte im vergangenen Jahr nicht so viele Spiele bestreiten, wie ich mir erhofft habe. Gerade zu Saisonbeginn habe ich noch gemerkt, dass mir da Spiele auf diesem Niveau gefehlt haben. Ich habe mich auch noch nicht so sicher gefühlt. Es ist aber von Spiel zu Spiel besser geworden und ich habe bis zu meiner Verletzung eine sehr konstante Leistung gezeigt. Dementsprechend war ich auch sehr zufrieden. Mit der Mannschaft haben wir bislang immer von Spiel zu Spiel geschaut. Es ist unheimlich eng in der Regionalliga Bayern. Es wird bis zum Ende der Saison ein harter Kampf, den wir mit dem Klassenerhalt gewinnen werden.

Wie verbringen Sie Ihre Zeit neben Fußball und Studium?

Kolbe: In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit meinen Freunden; gerade nach dem Jahr in Stuttgart ist es schön, sie immer wieder zu sehen. Und natürlich mit meiner Freundin, mit der ich nach dem vergangenen Jahr so viel Zeit wie möglich verbringe. Außerdem stehen noch Kino und Bowling auf dem Unterhaltungsprogramm.

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