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Uwe Meyer: Ein Haudegen im Standby-Modus

Der langjährige Abwehrrecke des TSV Burgfarrnbach im Portrait

Mehr als ein Jahrzehnt und über 400 Spiele lang hielt Uwe Meyer die Knochen für den TSV Burgfarrnbach hin. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga legte der Abwehrrecke, der sich das Kapitänsamt mit Keeper Daniel „Perry“ Bräutigam teilte, eine Pause ein, von einem Karriereende will er (noch) nichts wissen.

Uwe Meyer (r.) hat seine Karriere noch nicht beendet. Vielmehr will er nach dem Winter nochmals angreifen.

 / © Sportfoto Zink

Uwe Meyer kennt man eigentlich nur im Trikot des Bären-Express. Seine Laufbahn aber begann er 1991 beim SV Fürth-Poppenreuth, wo er unter anderem mit den heutigen SVP-Größen Lukas Rahner, Francesco Russo, Stefan Mittelstädt, Daniel Kanzler und Thomas Rittmann zusammenspielte. Erst im zweiten A-Jugendjahr ging es für ihn nach Burgfarrnbach. Dort hatte der heutige Quelle-Coach Patrick Frühwald gerade seine Spielerkarriere ad acta gelegt und agierte nur noch von der Seitenlinie. Vom ehemaligen Regionalligakicker schwärmt er heute noch. „Von seiner Aura war ich schwer beeindruckt. Er hat mir sehr viel beibringen können, vor allem taktisch, hat unglaublich viel Sachverstand und ist einfach ein Fußballfanatiker.“ Über die Jahre gab es immer wieder einmal Rückholversuche aus Poppenreuth. „Ich habe zwar überlegt, aber letztlich bin ich in Burgfarrnbach einfach heimisch geworden.“ Auch weil er sich quasi direkt am Sportgelände niedergelassen hat, kam ein Vereinswechsel nicht ernsthaft in Frage. 

Auf seine größten Erfolge angesprochen, fällt ihm sofort der erste Aufstieg in die Bezirksliga ein. „Am vorletzten Spieltag haben wir es klargemacht, nachdem wir die Jahre zuvor immer knapp gescheitert waren.“ Mitspieler im Team waren damals noch Ex-Trainer und heutiger Abteilungsleiter Holger Schraml sowie dessen heutige rechte Hand, Uwe Meyers großer Bruder Gerd. Außerdem erinnert sich Meyer, der bei der Sparkasse Fürth seine Brötchen verdient, überaus gerne an den Pokalsieg 2009 zurück.

Pokalsieger gegen Uwe Neunsinger

Im Finale schlug man damals den ASV Vach um den derzeitigen TSV-Coach Uwe Neunsinger. „Vach spielte damals in der BOL und war klar überlegen. Mit 1:1 retteten wir uns ins Elfmeterschießen und hatten dann das Glück auf unserer Seite.“ In der Folgesaison suchte man sich in der 1. BFV-Runde den FSV Erlangen-Bruck aus, unterlag jedoch mit 1:3 gegen die Elf um den Ex-Burgfarrnbacher Roland Graf. Weitaus überraschender passierte der zweite Aufstieg in der Saison 2014/15. Während Burgfarrnbach mit 5:0 gegen Germania gewann, leistete sich der Post SV beim 2:2 gegen den SV 73 Süd einen Ausrutscher. Umso größer war die Freude im Burgfarrnbacher Lager. Die Feierlichkeiten nahmen kein Ende, sodass sich Meyer und Perry Bräutigam im – sagen wir – ausgelassenen Zustand bei dem Autor dieser Zeilen meldeten und ein Interview gaben, ohne auch nur eine Frage gestellt bekommen zu haben. In besagter Saison kickte er mit Michael Kümmerle zusammen, den er als den besten Spieler bezeichnet, mit dem er je zusammenspielen durfte. „Seine Präsenz auf dem Platz und sein Zweikampfverhalten: Man hat einfach gesehen, dass er Profi war. Das war eine andere Welt“, staunt er noch heute über die Fähigkeiten Kümmerles, der in der vergangenen Abstiegssaison noch ein paar Mal aushalf. Den Abstieg konnte man trotzdem nicht vermeiden. „Nüchtern betrachtet hat es über die Saison gesehen einfach nicht gereicht.“ 

Seitdem fehlt auch Uwe Meyer im Kader. Eigentlich beendet man seine Karriere aber nicht mit einem negativen Höhepunkt. Dem widerspricht Meyer energisch. „Ich habe frühzeitig mit offenen Karten gespielt und lediglich eine Auszeit angekündigt. Ich stehe quasi auf Standby“, schließlich hat er sich zusammen mit seiner Marie ein Haus in Burgfarrnbach gekauft, gerade einmal zwei Minuten vom TSV-Gelände entfernt. „Der Abstieg war aber natürlich kein Wunschszenario.“

Klappt's mit Aufstieg Nummer drei?

Anfänglich hat er sich trotzdem nicht auf dem Sportplatz blicken lassen, nicht nur weil er das gekaufte Haus auf Vordermann bringen musste. Inzwischen fährt er sogar schon wieder mit zu den Auswärtsspielen. „Ich finde gut, dass mit Uwe Neunsinger ein ganz neuer Wind weht. Er ist ein Fachmann und „Fußballnarr“ und hat neue Impulse in den Verein gebracht.“ Einmal half Meyer in der zweiten Mannschaft aus, als Not am Mann war. Ansonsten kickte er ab und an in der AH-Truppe. Inzwischen aber juckt es wieder. „Irgendwas fehlt einfach. Ich war zwar nie der Größte, Schnellste oder Dünnste, aber vielleicht kann ich ja noch ein bisschen helfen.“ Dabei spricht der 31-Jährige, der nie schwerer verletzt war, aber nicht von der Ersten, sondern will mit seiner Erfahrung dem zweiten Anzug unter die Arme greifen. Wobei in der Kreisligamannschaft seine engsten Freunde spielen, mit denen er privat viel unternimmt. „Perry Bräutigam, Daniel Littwin und Oliver Brauner und viele andere sind sehr gute Freunde geworden. Es ist toll, dass das auch unabhängig vom Fußball der Fall ist. Es hätte sich ohne den Fußball aber nie so entwickelt.“ Nicht nur dieses Trio würde sich sicherlich nicht darüber beschweren, wenn Meyer wieder richtig angreift – und am Ende der Saison vielleicht den nächsten Aufstieg bis in die frühesten Morgenstunden feiert.

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