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Seibold: "Wir stehen gut da, aber das Ganze ist nicht ohne"

Wie geht es mit dem Trainer in der kommenden Saison weiter?

Die SG Herrieden spielt als Aufsteiger eine starke Runde, Thomas Seibold, der Coach des Bezirksligisten, warnt aber. Zumal der Verein einen wichtigen Akteur in Richtung Uffenheim verliert. Noch nicht entschieden ist über Seibolds eigene Zukunft.

Auf Adebiyi Adeyoju (links) muss Herrieden in der Restrunde verzichten.

 / © Giurdanella

Thomas "Dave" Seibold sitzt inmitten seines Teams weit oben unter dem Dach am Berliner Platz. Die Stimmung ist gelöst, seine Herrieder sind gut in die Bezirksmeisterschaft gestartet, haben die erste Partie gegen Atlético Erlangen für sich entscheiden können. Aber die Stimmung wäre wohl die gleiche, hätten sie den Auftakt vergeigt. Denn so richtig verbissen sieht diesen Samstag bei der SG keiner.

"Eigentlich haben wir ja gar nicht gemeldet", sagt Seibold, erzählt dann von Kreisspielleiter Thomas Raßbach, der bei seinem alljährlichem Bemühen um ein Starterfeld in der Frankenhöhe auch beim Bezirksligisten durchgeklingelt habe. "Dann haben wir eben doch zugesagt" - und in den Folgewochen gleich etwas mehr Begeisterung entwickelt. "Angefangen haben wir mit einer Mischung aus 1. und 2. Mannschaft", berichtet Seibold, mit den Erfolgen bei Frankenhöhecup und HKM und der wachsenden medialen Aufmerksamkeit habe er aber mehr und mehr Nachrichten der Sorte "darf ich auch mal mitmachen" bekommen. Zumal das erspielte Preisgeld in die Mannschaftskasse floss. Dennoch, das - neben diversen Privatturnieren - vierte absolvierte Turnier der "offiziellen" BFV-Runde soll das letzte sein. "Hauptsache nicht nochmal weiterkommen", sagt Seibold lachend.

Heil in der Offensive

Viel wichtiger als diese Hallenanekdote ist für die SG Herrieden die Wintervorbereitung, die am 30.01. startet. Denn die Bezirksliga, mit der es ja nach zwei in der Relegation endenden Anläufen endlich geklappt hat, soll gehalten werden. Seibold ist gebürtiger Herrieder, hat den kompletten Jugendbereich als Spieler durchlaufen und auch noch in der "Ersten" gekickt. Im Sommer 2017 kehrte er erstmals als Trainer zu seinem Heimatverein zurück und lässt sein Team nun eine durchaus erfolgreiche Runde spielen. Herrieden überwintert auf Rang sieben - als zweitbester Aufsteiger.

Wie findet sich die SG seiner Meinung nach bislang zurecht? "Für spielerische Mannschaften wie uns ist diese Liga angenehmer", sagt er, "weil eben alle Gegner mitspielen wollen. Die Partien waren auch fast immer eng." Seine Mannschaft suche ihr Heil - wie die vergangenen Jahre schon in der Kreisliga - in der Offensive, als Beispiel dafür diene das 3:4 gegen Spitzenclub Aufkirchen, das Herrieden nach 3:1-Führung noch aus der Hand gab. Aber Seibold macht nicht den Eindruck, als wolle er dem Team diese Eigenart austreiben. Denn mit dem generellen Abschneiden ist er hochzufrieden. "Wir haben dabei aber auch Glück gehabt, weil wir nur wenig Ausfälle zu verzeichnen hatten. Wir haben keinen großen Kader, da darf nicht viel passieren", weiß er aber auch. So schmerzt es ihn ziemlich, dass er in der Winterpause Adebiyi Adeyoju an den FV Uffenheim verlieren wird. Der Defensivmann gehörte zum Stammpersonal, kam auf 14 Einsätze in der laufenden Saison. "Auf der Innenverteidigerposition haben wir noch Bedarf", sagt Seibold.

Den Verein sieht er generell für die Bezirksliga optimal aufgestellt, zudem ja auch die Möglichkeit im Raum steht, dass in der kommenden Saison mit Ansbach/Eyb (derzeit Landesliga) und den Sportfreunden Dinkelsbühl (derzeit Kreisliga) weitere Derbys hinzukommen werden. Damit dieses Szenario eintreffen kann, muss Herrieden natürlich die Klasse halten - ein Unterfangen, für das es bei aktuell zwölf Punkten Vorsprung auf die "Rote Zone" vielversprechend aussieht. "Wir stehen gut da, aber das Ganze ist nicht ohne", warnt der 49-Jährige.

Offen ist auch noch die Frage, ob er selbst in der kommenden Saison überhaupt noch in Herrieden Trainer sein wird. Noch werde gesprochen, sei noch nichts entschieden, sagt Seibold. Konkreter wird er nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die noch offenen Fragen weniger um das rein sportliche Abschneiden drehen - auch wenn dieser Hallen-Samstag für entspannte Herrieder mit einer 0:7-Packung gegen den ATSV schon mit der Vorrunde zu Ende geht.

Dave Seibold (vorne) - noch ist die Vertragsverlängerung nicht in trockenen Tüchern.

 / © mho
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