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Fabian Eberle: Ein Stürmer ist nur so gut wie die Jungs, die dahinter arbeiten

Der 29-Jährige über Teamgeist, Live-TV und eine Offerte aus der 3. Liga

Der Erfolg weckt Be­gehrlichkeiten. Als Fabian Eberle noch für seinen Heimatverein TSG Solnho­fen Tore wie am Fließband schoss, buhlte der VfB Eichstätt jährlich um seine Dienste. Inzwischen geht der 29­ Jährige seit Sommer 2016 für die Dom­städter auf Torejagd. 26 Treffer in der Bayernliga und elf Tore in der Regio­nalliga rufen nun wiederum das Inte­resse anderer, teils höherklassiger Ver­eine hervor. Im Gespräch mit dem Weißenburger Tagblatt erläutert der in Weißenburg le­bende Grundschullehrer und Angreifer, warum er ein Angebot eines Profiver­eins abgelehnt hat und was er vom Trainingslager in Italien mit dem VfB er­wartet.

Oft im Zentrum des Geschehens: Fabian Eberle (Mitte, hier beim Totopokalspiel gegen den TSV 1860 Weißenburg im August 2017) gehört zu den Top-Torjägern der Regionalliga Bayern.

 / © Uwe Mühling

Herr Eberle, sehen Sie sich als die viel zitierte Eichstätter Lebensversi­cherung?

Fabian Eberle: Überhaupt nicht. Klar, ich schieße meine Tore und stehe deshalb wohl mehr im Fokus der Öf­fentlichkeit. Aber ich kann mich da nur immer wiederholen: Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport. Ein Stürmer ist also auch nur so gut wie die Jungs, die hinter einem arbeiten und die Vorlagen geben. Ich denke eher, dass unsere Lebensversicherung das gesamte Team ist, weil wir sowohl auf als auch außerhalb des Platzes sehr gut miteinander harmonieren. Jeder haut sich für den Erfolg voll rein.

Die Verantwortlichen waren aber trotzdem heilfroh, dass vor allem Sie Ihren Vertrag verlängert haben.

Eberle: Es ist kein Geheimnis, dass ich auch andere Möglichkeiten hatte. Aber ich fühle mich in Eichstätt hei­misch und total wohl. Deshalb habe ich für zwei weitere Jahre unterschrie­ben.

Hand aufs Herz, welche Vereine wollten Sie verpflichten?

Eberle: Das würde ich gerne weiter­hin für mich behalten, zumal auch mit den betroffenen Vereinen Stillschwei­gen vereinbart worden ist. Aber so viel kann ich verraten: Es waren Mann­schaften aus der Regionalliga und ein Drittligist.

Dritte Liga? Dann wären Sie ja Pro­fispieler geworden ...

Eberle: ... und hätte aber auch meinen Lebensmittelpunkt verlagern müssen. Mit 29 Jahren und einem fes­ten Beruf ist das alles nicht mehr so einfach. Die Familie, vor allem meine Frau, spielte bei dieser weitreichenden Entscheidung selbstverständlich auch eine ganz große Rolle. Nichtsdesto­trotz habe ich wirklich lange überlegt und alle verschiedenen Argumente miteinander abgewogen. Letztendlich habe ich mich darüber sehr gefreut, dass überhaupt so ein Angebot gekom­men ist. Da war ich vor der Weih­nachtszeit ziemlich vor den Kopf ge­stoßen.

Und so geht es nun mit dem VfB Eichstätt Mitte Februar ins Trainings­lager nach Malcesine.

Eberle: Das wird gewiss kein Urlaub am Gardasee, sondern es werden fünf sehr intensive Tage. Wir werden die Einheiten voll durchziehen und wollen uns den letzten Schliff holen. So ein Trainingslager ist ja auch immer gut für den Zusammenhalt innerhalb ei­ner Mannschaft, wobei wir wohl erst am letzten Tag dazu kommen werden, gemütlich ein oder zwei Bierchen zu trinken. Davor ist das nämlich fast nicht möglich, da man vom anstren­genden Training sowie den zusätzli­chen Regenerations- und Beweglich­keitsübungen total kaputt ist.

Der zuletzt tolle Lauf mit fünf Sie­gen und einem Unentschieden bei nur einer Niederlage wurde durch die Win­terpause jäh gestoppt.

Eberle: Der Serie ging unsere 0:6-Klatsche in Ingolstadt voraus. Da ha­ben wir dann innerhalb der Mann­schaft darüber gesprochen, was nicht stimmt und was wir aktuell zu diesem Zeitpunkt verändern müssen. Wäh­rend wir anfangs nicht clever genug waren, haben wir uns das Glück seit­dem auch erarbeitet. Die Pause war zu diesem Zeitpunkt schon irgendwie un­günstig. Dennoch denke ich – und da spreche ich jetzt vor allem für mich –, dass uns die Unterbrechung insgesamt sehr gut getan hat. Jeder konnte sich regenerieren. So drei, vier Wochen ohne Belastung sind auch mal nicht schlecht.

Vor allem für Sie, zumal Sie der ein­zige Eichstätter Akteur waren, der in allen 23 Punktspielen zum Einsatz kam.

Eberle: Zum Glück bin ich bislang von größeren Verletzungen verschont geblieben. Der Nasenbeinbruch im Vorjahr war einfach ein unglücklicher Zusammenprall mit einem Gegenspie­ler. Und durch das Bayernliga-Jahr habe ich meinen Körper an das robus­te Spiel gewöhnt. Mit zusätzlichen Krafteinheiten habe ich mich zudem noch besser auf die härtere Gangart vorbereitet. Ich fühle mich körperlich topfit.

Erklären Sie uns den Unterschied in der Spielweise von der Bayern- zur Regionalliga.

Eberle: Das Spiel ist körperlich deutlich extremer. Bevor man an den Ball kommt, muss man seinen Körper schon sehr konsequent einsetzen, damit man überhaupt die Chance hat, ihn zu bekommen. Durch unsere Sys­temumstellung – statt einem Zehner mit drei Sechsern zu spielen – bin ich dennoch kein Einzelkämpfer vorne im Angriff. Ich bekomme viel Unterstüt­zung aus dem Mittelfeld oder aber auch von den Außenspielern.

Zum Auftakt am Freitag, 23. Fe­bruar wartet gleich der FC Bayern München II.

Eberle: Das ist ein Topspiel, auf das wir uns freuen und auf das wir hin­arbeiten. Danach hat es der Spielplan leider so gewollt, dass wir spielfrei sind. Aber ich bin mir sicher, dass wir trotzdem kein freies Wochenende ha­ben werden. Entweder wir bestreiten ein Freundschaftsspiel oder der Coach lässt sich etwas anderes einfallen.

Es ist auch der optimale Zeitpunkt, um sich für das nächste Highlight vor­zubereiten. Das folgende Auswärts­spiel am 10. März bei der SpVgg Bay­reuth wird live im Fernse­hen übertragen.

Eberle: Ja, das ist für uns alle wirk­lich der nächste Höhepunkt. Wir ha­ben uns sehr gefreut, als wir diese Nachricht erfahren haben. Dennoch müssen wir das ganze Drumherum um die Videoübertragung ausblenden und uns genauso intensiv wie immer vor­bereiten. Wir dürfen uns von der Ta­belle nämlich nicht täuschen lassen. Einige Mannschaften hinter uns haben noch Nachholspiele zu bestreiten und könnten an uns vorbeiziehen. Wir müssen also schon noch unsere Punkte holen und es liegt noch einiges an Ar­beit vor uns. Dennoch bin ich zuver­sichtlich, dass wir die Klasse halten werden.

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