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Lücke statt Luxus zwischen den Jahn-Pfosten

Forchheim gehen die Torhüter aus - Lösung gesucht

Zwei Verletzungen verursachen in den ersten vier Wochen der Vorbereitung auf die Restrunde in der Bayernliga mittlere Turbulenzen bei der SpVgg Jahn Forchheim. Vor dem nächsten Test müssen sich die Forchheimer Verantwortlichen hinter den Kulissen für einen Torwart-Notfall rüsten.

Patrick Oeser verletzte sich im Test gegen die SpVgg Bayreuth.

 / © Sportfoto Zink

Als es für den Aufsteiger nach einer erfolgreichen Punkteserie und dem zwischenzeitlichen Sprung auf Tabellenplatz sechs im Herbst wieder zäher lief, da konnten sie sich für den Augenblick zumindest einem gesunden Konkurrenzkampf auf dieser in der Vergangenheit mitunter problematischen Schlüsselposition erfreuen. Ausdauernde Bemühungen der Verantwortlichen waren zuvor nötig gewesen, um ein talentiertes Torhüterduo von den abgebenden Klubs loszueisen.

Der eine kam vom A-Klassisten Etzelskirchen und musste sich auch erst wieder ans einstige Niveau seiner Ausbildungszeit in Erlangen und bei Greuther Fürth gewöhnen. Trotzdem hatte Patrick Oeser in den ersten Partien den Vorzug erhalten, ehe der vom Landesligisten Baiersdorfer SV verpflichtete Tino Stahl seine Chance nutzte. Die Entscheidung von Trainer Christian Springer, sich nicht auf eine klare Nummer eins festzulegen, erleichterte die erzwungene Fortsetzung des Wechselspiels, als Stahl in Hof einen Brummschädel davontrug und hernach wiederum Oeser mit Handgelenksproblemen ausfiel. Das Rennen zwischen dem 22 Jahre alten Stahl (14 Einsätze) und dem 21 Jahre alten Oeser (9) sollte in der laufenden Vorbereitung auf die Restrunde gerade in eine neue Runde gehen, da zog sich Stahl beim ersten Test gegen die U21 des 1. FC Nürnberg eine Knieverletzung zu. Genau zwei Wochen später erwischte es Oeser beim Vergleich mit Regionalligist Bayreuth an der Schulter sogar noch schwerer. Das bereits vorgeschädigte Gelenk muss eventuell operiert werden, die Saison ist in jedem Fall beendet.

Der gleichzeitige Ausfall zweier Keeper trifft den Bayernligisten umso härter, als der frisch in der Winterpause zur zweiten Mannschaft gestoßene Steve Chatzigeorgiou nach verweigerte Freigabe seines Ex-Vereins Burk eine Sperre bis Ende März absitzen muss. Hatte der Jahn in den zurückliegenden Jahren noch erfolgreich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf Allzweckwaffe Dirk Schrott zurückzugreifen, steht der 50 Jahre alte Nachfolger des zum FSV Bruck abgewanderten Torwarttrainers indes nicht zur Verfügung. „Thomas Oppelt steigt nicht ins Training ein“, erklärt Teammanager Mesut Kimiz.

Der Verein plant momentan zweigleisig. Favorisiert wird die rechtzeitige Rückkehr von Tino Stahl, der seinen Außenbandriss im Knie bis zum Pflichtspielauftakt am 3. März, genau sechs Wochen nach Auftreten, auskuriert haben könnte. „Unser Ziel ist es, ihn fit zu bekommen. Er hat schon wieder Stabilisierungsübungen absolviert und mit unserem Physiotherapeuten gearbeitet“, berichtet Kimiz. Weil kleinere Zweifel am optimalen Genesungsverlauf durchaus begründet sind, nahmen die Forchheimer parallel Kontakt zu potenziellen Ersatzkandidaten auf. Der Kreis ist überschaubar, schließlich kommen nach Ablauf der Wechselfrist am 31. Januar nur vereinslose oder seit mehr als sechs Monaten einsatzlose Akteure in Frage. „Die Aufgabe, jemanden zu finden, der auf Anhieb Bayernliga-Format besitzt und zu unseren finanziellen Möglichkeiten passt, ist verdammt schwer“, so Kimiz.

Trainer Christian Springer zeigt sich dennoch recht zuversichtlich, einen vernünftigen Plan B in der Hinterhand zu haben. Seine Konzentration gilt zunächst dem Tagesgeschäft. „Verletzungen gehören zum Fußball. Davon lassen wir uns nicht beeinträchtigen. Bei den meisten unserer Spielformen im Training brauchen wir aktuell keine zwei regulären Torhüter“, sagt der 46-Jährige. Der Ex-Profi nutzte den Kälteeinbruch in den vergangenen Tagen, um seine Mannen erneut zum Kraftzirkel in der Halle antreten zu lassen. „Das bringt uns nochmal die nötige Explosivität, bevor wir die Belastung in der Endphase der Vorbereitung etwas zurückschrauben.“ Lag der Schwerpunkt bislang auf den körperlichen Grundlagen, will der Jahn-Übungsleiter nun verstärkt an den spielerischen Elementen feilen. Dazu dienen unter anderem die Begegnungen gegen Landesligist SV Memmelsdorf und am Mittwoch Bezirksligist SV Dörfleins, bei denen sich Springer schon sichtbar mehr offensive Impulse erwartet. Bei aller Ernsthaftigkeit erlaubt der Coach seinen Schützlingen zwischendurch beim montäglichen Faschingstraining eine spaßige Einheit in Verkleidung.

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