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Club-Talent Knipfer: "Ich lege den Fokus voll auf Fußball"

Rechtsverteidiger will den Sprung zu den Profis schaffen

Der Neumarkter Andreas Knipfer verteidigt in der Regionalliga Bayern seit eineinhalb Spielzeiten für die U 21 des 1. FC Nürnberg. Im Interview mit den Neumarkter Nachrichten spricht der 20-Jährige über seine Karriere beim Club, drei talentierte Mitspieler und einen Trainer, der fußballerisch alles rausholen will. Auch aus ihm.

Andreas Knipfer hat beim 1. FC Nürnberg schnell Fuß gefasst. Bereits 2009 wechselte der Woffenbacher in die U13 des Club, seit eineinhalb Jahren beackert er bei der U21 in der Regionalliga die rechte Seite.

 / © Sportfoto Zink

Andreas, in der Jugend spielten Sie beim BSC Woffenbach, dann der Schritt zum 1. FC Nürnberg. Wie war das damals für Sie, als plötzlich der Club anklopfte?

Andreas Knipfer: Das war ja schon 2009, als ich in die U13 des Club wechselte. Damals hat der zuständige Jugendkoordinator bei uns zuhause angerufen und mich zum Probetraining eingeladen. Zuerst habe ich mit meinen Eltern beschlossen, nicht hinzugehen. Doch der Verein hat nicht locker gelassen, noch einmal angerufen. Dann habe ich mit meinen Eltern entschieden, doch mal zum Probetraining zu gehen. Mir gefiel es auf Anhieb sehr gut, und ich habe den Trainer auch relativ schnell von mir überzeugen können.

Sie sprechen von Überzeugungsarbeit. Welche Komponenten sind denn ausschlaggebend, um sich in den Jugendmannschaften eines Vereins wie dem 1. FC Nürnberg durchzusetzen?

Knipfer: Schwer zu sagen. Es ist wichtig, dass du hart an dir arbeitest und in jedem Spiel beziehungsweise in jedem Training alles gibst. Natürlich musst du auch ein gewisses Talent haben und gut mit dem Ball umgehen können. Aber am wichtigsten ist, glaube ich, dass du den Spaß an der Sache nie verlierst. Selbstverständlich gab es auch Rückschläge, seien es Verletzungen oder fehlende Spielzeiten, aber da gilt es vor allem, ruhig zu bleiben und an seine Stärken zu glauben.

Das von Ihnen erwähnte Talent haben vor allem auch drei Ihrer ehemaligen Mitspieler. Lukas Mühl, Patrick Kammerbauer und Cedric Teuchert schafften alle drei den Durchbruch zur ersten Mannschaft, Teuchert und Kammerbauer sind jetzt sogar in der Bundesliga angekommen. Wie erlebten Sie die drei Spieler im Training und auf dem Feld?

Knipfer: Mit Patrick und Cedric spielte ich gemeinsam von der U13 bis zur U19, Lukas kam ab der U15 dazu. Sie sind Spieler, die in jedem Training und Spiel alles geben, aber sie sind auch neben dem Platz super Typen. Es freut mich sehr für sie, dass sie den Sprung geschafft haben.

Letzte Saison waren Sie Stammspieler der U21 – unter Trainer Michael Köllner. Zwei Oberpfälzer beim fränkischen Traditionsverein. Hätten Sie gedacht, dass sich Köllner so gut und schnell als Zweitligatrainer akklimatisiert?

Knipfer: Ja, auf jeden Fall. Wir haben einen sehr guten und erfolgreichen Fußball unter ihm gespielt. Er ist ein Trainer, der versucht, alles aus einem Spieler rauszuholen. Ich persönlich habe in diesem knappen Dreivierteljahr unter ihm sehr viel gelernt.

Trotz seines zeitintensiven Jobs sieht man Köllner des Öfteren als Zuschauer bei der U21. Hat er Sie im Blickwinkel?

Knipfer: Soweit sich die Spiele mit der Profimannschaft nicht überschneiden, schaut er regelmäßig zu. Ich glaube, dass alle Spieler unseres Teams im Blickfeld stehen. Denn hier hat jeder das Zeug dazu, den Sprung zu schaffen.

Auch Sie haben das Zeug dazu. Woran feilen Sie, damit Sie den Traum vom Fußballprofi letzten Endes auch realisieren können?

Knipfer: Man arbeitet jeden Tag hart auf dem Trainingsplatz, um sein Spiel zu verbessern. Vor oder nach dem Training gehe ich in den Kraftraum, um mich physisch weiterzuentwickeln. Auch über Alternativen zum Fußball macht man sich natürlich Gedanken. Was macht man, wenn es nicht klappt? Momentan versuche ich aber, den Fokus voll und ganz auf den Fußball zu richten, um den Sprung zu schaffen.

Also mit der U21 des FCN läuft es bisher sehr gut. Ihr stellt die hungrigste Offensive der Regionalliga Bayern, seid Zweiter. Wie bewerten Sie sich und die partiell absolvierte Spielzeit?

Knipfer: Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind wir sehr zufrieden. Ich denke, vor der Saison hätte keiner damit gerechnet, dass wir mit der jüngsten Mannschaft der Liga nach der Hinrunde auf Tabellenplatz zwei stehen. Persönlich bin ich auch zufrieden mit meinen bisherigen Leistungen, weiß aber auch, an was ich noch arbeiten muss, um mich weiterzuentwickeln beziehungsweise besser zu werden.

In dieser jüngsten Mannschaft sind Sie absoluter Stammspieler. Womit bestechen Sie auf dem Feld vor allem?

Knipfer: Ich glaube, dass meine Übersicht und die Ruhe am Ball Stärken von mir sind.

Zum Auftakt am 24. Februar gastiert der Spitzenreiter TSV 1860 München zum Gipfeltreffen im Max-Morlock- Stadion. Im Hinspiel war’s eine enge Kiste, trotzdem gab es eine Pleite. Brennen Sie auf eine Revanche, zumal eine Zuschauerzahl im fünfstellige Bereich zu erwarten ist?

Knipfer: Natürlich ist man bei diesem Spiel besonders motiviert, zumal wir das Hinspiel sehr unglücklich verloren haben und man auch vor deutlich mehr Zuschauern spielt, als man das sonst gewohnt ist. Es wird auf jeden Fall ein absolutes Highlight.

Prognostizieren Sie doch mal ein wenig. Wer steigt aus der Regionalliga Bayern auf, wer ab? Wo landet Ihre Mannschaft? Schaffen es die Klosterer erneut mit dem Klassenerhalt? Und sieht man den 1. FC Nürnberg kommendes Jahr in der ersten Fußball-Bundesliga?

Knipfer: Schwierig einzuschätzen. Die Hinrunde hat gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann. Der SV Seligenporten besitzt auf jeden Fall die Qualität in der Liga zu bleiben. Bei uns ist das Ziel, dass sich jeder einzelne Spieler weiterentwickelt. Deshalb steht die Tabellenplatzierung nicht an erster Stelle. Natürlich wäre es dennoch schön, wenn wir die Saison im oberen Tabellendrittel beenden würden. Bei den Profis sieht es aktuell ja sehr gut mit dem Aufstieg aus.

Mal abgesehen vom Fußball, was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie mal nicht dem Leder hinterherjagen?

Knipfer: Gerne treffe ich mich mit meinen Freunden und betreibe auch andere Sportarten wie Tennis und Basketball. Im Moment genieße ich es noch, zuhause bei meinen Eltern zu wohnen.

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