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Nun geht es für Vach in die Relegation

Nach dem 1:3 gegen Abtswind

Eine kampfbetonte Partie war das am Samstag in der Landesliga Nordwest zwischen dem ASV Vach und dem TSV Abtswind, mit vielen Chancen und der stattlichen Kulisse von 800 Zuschauern bei idealem Fußballwetter – aber für den ASV stimmte das Ergebnis leider nicht: Mit der 1:3-Niederlage endete das Vorhaben, mit dem Spitzenreiter gleichzuziehen und diesen auf der Ziellinie noch abfangen zu können.

Rassige Zweikämpfe gab es im Spiel des ASV Vach gegen Spitzenreiter Abtswind, wie hier mit Daniel Eich (Vach, in Rot). Doch am Ende jubelten vor 800 Zuschauern nur die Gäste.

 / © Zink

Dementsprechend unterschiedlich war nach dem Abpfiff natürlich die Stimmung in beiden Lagern. Sie schlichen enttäuscht vom Rasen, die ASVKicker, während die Mannschaft aus der 800-Seelengemeinde im Landkreis Kitzingen ihren Titelgewinn wie die Großen feierte: Mit Duschen und Überstreifen von Trikots, die den Aufstieg in die Bayernliga verkündeten. Unterstützt von rund 150 Fans, die mit drei großen Bussen angereist waren.

Noch ist für den ASV Vach freilich nichts verloren, er spielt die Relegation, die bei einem möglichen Duell mit dem TSV Buch eine Rekordkulisse verspricht. Doch die hätte sich Trainer Norbert Hofmann natürlich gerne erspart. Grund zum Ärgern hatte er frühzeitig, denn schon in der fünften Minute handelten sich seine Kicker durch einen Schuss von Sven Gibfried aus spitzem Winkel einen 0:1-Rückstand ein. Es dauerte aber geraume Zeit, bis diese, wie von ihm erwartet, ins Spiel fanden. Kapitän und Abwehrchef Michael Mirschberger, der in der 26. Minute eine große Möglichkeit ausgelassen hatte, traf neun Minuten danach aus kürzester Distanz zum 1:1. „Ihr seid zu passiv beim Spiel gegen den Ball“, rief der temperamentvolle TSV-Trainer Thorsten Götzelmann seinen Schützlingen immer wieder lautstark zu. Mehr Konzentration beim Ausspielen von Chancen verlangte er von ihnen für die zweiten 45 Minuten. Die Forderung von Hofmann nahm sich ähnlich aus: „Wir müssen mehr Druck entfachen und bald das 2:1 erzielen.“ Möglichkeiten dazu bestanden auf beiden Seiten, auch wenn sich die Zahl der Fehlpässe – dies ärgerte beide Trainer – beträchtlich erhöhte.

Es war der großartige Torhüter Markus Kredel, der mit tollen Reaktionen gegen allein vor ihm auftauchende Abtswinder Spieler einen Rückstand verhinderte. Ein Doppelschlag war es, der dem ASV dann alle Hoffnungen raubte: Nachdem TSV-Torjäger Pascal Kamolz für das stürmisch gefeierte 2:1 gesorgt hatte (73.), ließ der eingewechselte Daniel Endres 120 Sekunden später den dritten Treffer folgen. Das Aufbäumen des ASV bescherte nicht den gewünschten Erfolg.

Bei seiner Analyse verwies Hofmann – er bezeichnete den Abtswinder Erfolg als durchaus verdient – auf einen Unterschied zwischen beiden Teams: „Der TSV besitzt einige Routiniers, während bei uns der eine oder andere Spieler aus unteren Bereichen gekommen ist und noch keine große Erfahrung hat.“ Dennoch sieht er den Relegationsspielen mit Optimismus entgegen. Gleiches gilt auch für Keeper Kredel, der ehrgeizig ist und Taten ankündigte: „Wir werden uns mächtig reinhängen und uns belohnen.“ Einen Vorteil besitzt der ASV gegenüber seinen Gegnern in jedem Fall: die größere Erfahrung.

Auch wenn die heimischen Fans einige Zeit benötigten, die Enttäuschung zu verdauen, verließen sie den Sportplatz nicht unzufrieden. Denn sie hatten eine packende Partie auf dem Rasen und auch besondere Erlebnisse am Rande erlebt. Wie etwa eine ASV-Spielerfrau, die wenige Meter vom Platz entfernt ihrem Baby die Windeln wechselte. Fußballspiele im Amateurbereich können glücklicherweise noch immer Familienfeste sein. Abtswinds Trainer Götzelmann, der vor einigen Wochen Petr Skarabela abgelöst hat, kreuzte am Tag danach erneut in Fürth auf: Er ist Trainer der „U12“-Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth. Der Ausbilder bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg dürfte bis dahin seine während der 90 Minuten in Vach ziemlich strapazierte Stimme wiedergefunden haben.

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