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Rambau: "Was haben wir mit der Bezirksliga Oberpfalz Nord zu tun?"

Vorschau Landesliga-Relegation 1. Runde

Am Donnerstag ist es so weit: Die vier mittelfränkischen Vertreter müssen zu ihren Erstrundenbegegnungen ran. Während der ASV Veitsbronn und der ESV Ansbach/Eyb Auswärtsfahrten zu meistern haben, stehen für den SC Aufkirchen und den FC Hersbruck zunächst Heimspiele an.

Veitsbronn-Coach Alexander Rambau (hier noch zu Stadelner Zeiten) muss die Relegation überstehen.

 / © Zink

Die Relegationspartien zur Landesliga werden so oder so die Spiele des Jahres für die Kicker des 1. FC Hersbruck: Allerdings haben die Schützlinge von Trainer Stefan Erhardt in der ersten Runde der „Playoffs“ mit dem SV Etzenricht einen unbequemen Gegner zugelost bekommen. „Eine gestandene Landesligatruppe und ein sehr anspruchsvoller Gegner“, sagte Erhardt der Hersbrucker Zeitung. Seit der Saison 2006/07 gehört der Klub aus der Nähe von Weiden quasi zum Inventar der sechsthöchsten deutschen Liga. 2013 als Dritter und 2014 (Rang vier) flirteten die Oberpfälzer sogar mit einem Aufstieg in die Bayernliga. In der aktuellen Spielzeit erwischte Etzenricht einen guten Start und etablierte sich im Mittelfeld der Landesliga Mitte. Zum Knackpunkt wurde dann der Abgang von Trainer Michael Rösch, der nach drei erfolgreichen Jahren eigentlich erst zum Saisonende geplant war. Unter seinem Nachfolger Rüdiger Fuhrmann rutschten die Blauschwarzen in die Abstiegszone, zeigten zuletzt aber wieder ansteigende Form. „Das lässt uns natürlich aufhorchen“, sagt Erhardt, „mit einem taumelnden Gegner bekommen wir es wohl eher nicht zu tun.“ Und einem nicht so ganz einfach auszurechnenden obendrein, stehen mit Andre Klahn, Martin Pasieka (je 11 Tore) und Johannes Pötzl (10) doch gleich drei ziemlich treffsichere Spieler im Etzenrichter Kader. Doch auch das ändert nichts an der Maßgabe des Hersbrucker Erfolgstrainers, der für die „Spiele des Jahres“ alle Mann an Bord hat: Die Relegation ist das Sahnehäubchen auf einer bis dato schon ausgezeichneten Saison, sagt er, und „für die Jungs eine Supergeschichte. Wir wollen alles reinhauen in die beiden Spiele und mal schauen, was dabei rauskommt.“ Im Hinspiel am kommenden Donnerstag, 24. Mai, um 18.30 Uhr haben die Schwarz-Weißen zunächst Heimrecht. Am Sonntag, 27. Mai, folgt dann um 16 Uhr in Etzenricht das Rückspiel. Wie in der Relegation üblich, gilt der Europapokalmodus. kp

"In so einer Situation war ich als Trainer natürlich nocht nicht", sagt Veitsbronns Coach Alexander Rambau: Erst vor ein paar Wochen hat er als "Feuerwehrmann" den ASV Veitsbronn-Siegelsdorf übernommen, nach fünf Niederlagen in Folge hatten die Verantwortlichen zuvor die Notbremse gezogen und seinen Vorgänger Michael Green entlassen. "Man muss auch feststellen: Nur wenn wir alle vier verbleibenden Spiele gewonnen hätten, hätte es am Ende für den direkten Klassenerhalt gereicht." So waren es nur zwei Siege, Rang 15 war die Folge. "Das Minimalziel wurde erreicht", so Rambau. Nun also Relegation - im besten Fall vier nervenaufreibende Partien mit einer Mannschaft, deren Eigenarten, Stärken und Schwächen Rambau bislang nur "wenige Wochen lang" kennenlernen durfte. Zudem gegen Gegner, die "absolutes Neuland" sind für den Coach, der zuvor mit Jahn Forchheim einst die BOL, mit Stadeln die Landesliga Nordost und mit dem TV 48 Erlangen die Bezirksliga Nord bereiste. Erster Gegner: Der SV Schwarzhofen, ein Bezirksliga-Dritter aus der Oberpfalz, der aufgrund eines Aufstiegsverzichts noch in die Relegation rutschte - und der mit 81 Treffern in 30 Partien eine treffsichere Offensive vorweisen kann. Daten, die natürlich auch Rambau kennt, "aber die Frage stellt sich schon: Was haben wir mit der Bezirksliga Oberpfalz Nord zu tun?" Der Gruppeneinteilung, man ahnt es, kann er wenig abgewinnen: "Wir sind Amateure, gehen alle einem Beruf nach, spielen in einer Relegation zwischen Bezirks- und Landesliga. Und jetzt müssen wir unter der Woche 130 Kilometer einfach fahren. Das ist schon fragwürdig". So muss der 48-Jährige zwangsläufig neben seinem ohnehin verletzungsbedingt ausgedünntem Kader auch auf Akteure verzichten, die einen solchen Termin eben nicht beliebig unter der Woche einschieben können. Dennoch: "Wir fahren da natürlich nicht hin, um zu verlieren, sondern wollen nach dem letzten Strohhalm greifen", sagt Rambau. Sein Vertrag übrigens gilt auch für die Bezirksliga - für den Fall also, dass sein Team am Ende eines von den dreien ist, die zwangsläufig auf der Strecke bleiben werden. jam

"Ich weiß schon gerne, mit wem ich es zu tun habe, deswegen hab ich mich natürlich informiert", sagt der Eyber Coach Jörg Müller vor dem Hinspiel der 1. Relegationsrunde in der Gruppe Nordwest. Und so weiß er, dass der TSV Gochsheim, Tabellenzweiter der Bezirksliga Unterfranken Ost, mit gefährlichen Angreifern agiert: "Sie spielen meistens mit drei Spitzen, von denen jede zwischen 15 und 20 Saisontore geschossen hat", so Müller, "da müssen wir also aufpassen." Dennoch malt er sich natürlich als klassenhöherer Vertreter Chancen aus, zumal sein Team trotz der unfreiwilligen Saisonverlängerung intakt scheint: "Die Stimmung im Team ist eigentlich immer gut gewesen, unsere Situation konnte jeder realistisch einschätzen. Wir haben uns auch nie von der Tabelle runterziehen lassen und die Saison mit einer guten Einstellung zuende gebracht." Hinzu kommt, dass Müllers Eyber pünklich zur Relegation gelernt zu haben scheinen, auch auf fremdem Platz Zählbares mitzunehmen: In Heimbuchenthal und Lengfeld gewann der ESV, in Feuchtwangen reichte es zu einem Remis, nur gegen Meister Abtswind ging man zuletzt auswärts leer aus. Im rund 120 Kilometer entfernten Gochsheim können die Eyber ihre neuen Qualitäten am Donnerstagabend nun ausleben: "Es geht um eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel", so Müller. Auch wenn das Gros des Teams den Relegationsabend und die weite Anreise mit ihren beruflichen Verpflichtungen vereinbaren können, fallen wichtige Akteure aus: "Simon Meier lebt ja seit Winter in Salzburg, hat uns in den wichtigen Spielen zuletzt aber immer ausgeholfen. Er wird nicht dabei sein." Ein Fragezeichen steht noch hinter Tim Eisenberger, der Offensivhüne befindet sich studienbedingt auf Exkursion: "Ich muss davon ausgehen, dass er es nicht schafft." jam

Es war die überraschende Niederlage gegen Pölling, die die Top-Ausgangslage des SC Aufkirchen im Schlussspurt der Bezirksliga zunichte machte: "Die Jungs wollten da einfach zu viel, sie hatten genug Chancen, an dem Tag war aber einfach eine Blockade da", erinnert sich Spielleiter Hans Knödel an das 1:3, mit dem der SCA dem SC Großschwarzenlohe an der Tabellenspitze wieder den Vortritt lassen musste. Die Folge: Der SCG gab den Vorsprung nicht mehr her, feierte am vergangenen Wochenende den Titel und den Landesliga-Aufstieg - während der SC Aufkirchen wieder mal nur fast ganz oben durchs Ziel ging. Zur Erinnerung: Letzte Saison wurde der SCA Dritter, in der Spielzeit 15/16 ebenfalls Tabellenzweiter, verlor in der Relegation aber gegen Stadeln. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Druck, sich endlich mal zu belohnen für konstant gute Bezirksliga-Leistungen, nicht steigt? "Die Jungs und wir alle im Verein würden es schon gerne mal packen, aber es ist kein Muss für uns. Aber ein Großteil der Mannschaft ist inzwischen auch schon 27, 28 Jahre, für die wäre Landesliga natürlich ein Highlight." Will man dieses Ziel erreichen, muss am Donnerstag und Sonntag die erste Hürde überwunden werden. Gegner Stätzling kennt man beim SC Aufkirchen schonmal fast "in und auswendig", so Knödel. Das liegt an guten Kontakten zum TSV Nördlingen, der mit dem Verein aus dem Augsburger Umland gemeinsam in der abgelaufenen Landesliga Südwest-Staffel antrat. Der SCA profitiert nun von den akribischen Aufzeichnungen von Nördlingen-Coach Andreas Schröter: "Ihr Hauptansatz ist es, mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken", weiß Knödel, der aber glaubt, dass der großgewachsene Zielspieler dieser Angriffe bei seinem Innenverteidiger-Duo gut aufgehoben ist. So ist die Zielsetzung für das Hinspiel auch klar: "Wir schauen, dass wir das erste Spiel am Donnerstag zu Null spielen". Zu den generellen Aussichten seines SC Aufkirchen, aus dem Viererfeld als Sieger hervorzugehen, zitiert der Spielleiter einen pragmatischen Satz seines Keepers Tim Friedrich: "Er hat gesagt: Wenn wir uns gegen diese Teams nicht durchsetzen, dann haben wir in der Landesliga auch nichts verloren." Fehlen werden Aufkirchen Tim Weigl und Kevin Kreuchauf - hinter Simon Babel steht noch ein kleines Fragezeichen. jam

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