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Bezirksliga-Tagung: Die Verkleinerung soll zeitlich gestreckt werden

19/20 mit maximal 17 Teams pro Liga

Selten war eine Saisontagung der mittelfränkischen Bezirksliga mit so viel Spannung erwartet worden wie die am Samstag im Sportheim des SC 04 Schwabach. Es war nicht nur die Feuertaufe von Sandra Hofmann, die neue Bezirksspielleiterin hatte auch gleich ein ganz heißes Eisen anzupacken, nämlich die Umsetzung der verschärften Abstiegsregelung. Mit viel Beifall und einem originellen Geschenk wurde der scheidende Bezirksspielleiter Ludwig Beer verabschiedet.

Nachfolgerin Sandra Hofmann überreichte Ludwig Beer einen eigenen Stuhl für jeden Fußballplatz.

 / © Schmitt

Aufgrund der Brisanz der Sitzung waren auch die drei Kreisvorsitzenden Thomas Raßbach (Nürnberg-Frankenhöhe), Thomas Jäger (Neumarkt-Jura) und Max Habermann (Erlangen-Pegnitzgrund) anwesend. Aus privaten Gründen fehlte der Bezirksvorsitzende Dieter Habermann, er wurde quasi vertreten vom oberbayerischen Bezirksvorsitzenden Robert Schraudner, der zugleich Vizepräsident im Bayerischen Fußball-Verband (BFV) ist. Ihm sollte denn auch eine wichtige Rolle zukommen an diesem Vormittag und Mittag, denn in den strittigen Punkten war meist er und nicht Sandra Hofmann der Ansprechpartner oder meldete sich zu Wort.

Bei der Diskussion um die Abstiegsregelung war schnell klargeworden, dass Hofmann mit ihren drei Vorschlägen, die beiden Bezirksligagruppen Nord und Süd innerhalb von nur einer Saison von 18 auf die eigentliche Sollstärke von 16 Mannschaften zu reduzieren, nicht durchkommen würde. Variante zwei zum Beispiel hätte beinhaltet, dass es je fünf Direktabsteiger gibt und die beiden Tabellen-13. einen weiteren Absteiger ausspielen.

Zu Recht wiesen die Klubs – bis auf den SK Lauf waren alle erschienen – darauf hin, dass sie die seit Jahren bestehende Aufblähung der Bezirksliga nicht zu vertreten hätten. Vor einigen Jahren war zum Beispiel eine Bezirksligagruppe ohne Not von 17 auf 18 Teams aufgestockt worden. Die Vereine waren gewappnet: Es war vor allem Uwe Neunsinger, der Trainer des Neulings TSV Burgfarrnbach, der seit kurzer Zeit auch eine Funktionärsposition im Verein inne hat, der den Alternativvorschlag aus der Basis vortrug: Nur (wie bisher) je vier Direktabsteiger, zusätzlich spielen die beiden Fünftletzten in einem Spiel auf neutralem Platz noch einen weiteren Absteiger aus. So würde man zunächst auf je 17 Klubs kommen, um dann ein Jahr später die Zahl 16 zu erreichen.

Dieser Vorschlag fand denn auch die Zustimmung der BFV-Funktionäre und wurde schließlich von den Vereinen einstimmig angenommen. Zuvor war allerdings lang und heiß diskutiert worden, denn wie immer steckt der Teufel im Detail. Letztlich werden auch die Kreisligavereine leiden müssen, da am Ende der kommenden Saison nur einer der sechs Zweiten aufsteigen darf. Auch wenn der gleitende Auf- und Abstieg aus der Landesliga für den Bezirk Mittelfranken positiv ausfallen sollte, werde es bei dem nur einen freien Bezirksligaplatz für die Zweiten bleiben, entschied der BFV. Und eine ebenfalls angedachte Relegation Bezirksliga/Kreisliga werde kaum durchzusetzen sein, da beide Ligen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Saison beenden. „Es geht ja auch um die Vorspiele der zweiten Mannschaften“, erklärte Thomas Jäger für seinen Kreis.

Beer nimmt Abschied

Beim Rückblick hatte Beer von der „schwierigsten Saison“ überhaupt gesprochen. Noch nie habe er wegen der schlechten Witterung 92 Nachholpartien ansetzen müssen, sagte er; wegen zweier bedauerlicher Todesfälle seien es sogar 94 Spiele gewesen. Beer zeichnete die beiden fairsten Mannschaften SpVgg Hüttenbach und SV Wettelsheim (Gesamtsieger Mittelfranken!) sowie die beiden besten Torjäger Matthias Gruner (Hüttenbach/38) und Daniel Orel (FC Holzheim/33) aus. Die Kreisspielleiter wiederum ehrten ihre Meister aus Dinkelsbühl, Gutenstetten, Buckenhofen, Diepersdorf, Woffenbach und Berching.

Viel Beifall bekam auch der scheidende Sportgerichtsvorsitzende Manfred Zimmermann. „In 14 Jahren hatten wir weniger als hundert Berufungen beim Verbandssportgericht, darauf sind wir stolz“, sagte er. Die Zahl der Sportgerichtsfälle sei in der abgelaufenen Saison um 55 auf 185 gesunken. Sein Nachfolger Thomas Zöllner (Schwabach) berichtete, dass die Strafen bei Verletzung der Platzdisziplin (Ausschreitungen, Pyrotechnik, diskriminierendes Verhalten) noch einmal erhöht wurden, bis zu 300 Euro können sie jetzt betragen. Bei einer Spielunterbrechung von mehr als fünf Minuten könne es gar einen Punktabzug geben. Nur über wenige Regeländerungen hatte Schiedsrichterobmann Siegmar Seiferlein zu berichten. Die Klubs indes machten deutlich, dass sie mit „ihrem“ BFV nicht mehr so richtig zufrieden sind. „Man spricht immer von der Nähe zur Basis, aber so weit weg von ihr war der Verband noch nie“, sagte einer der Vereinsvertreter wörtlich. Trotzdem, Sandra Hofmann hatte ihre Feuertaufe bestanden, und auch Schraudner, der keinen leichten Stand hatte, hatte sich gut aus der Affäre gezogen.

Endgültig zu Ende ist die Ära des beliebten Funktionärs Ludwig Beer. Der Freystädter war 40 Jahre für den BFV tätig, davon die letzten zwölf Jahre als Bezirksspielleiter. Mit einem „Fußballstuhl“ wurde er von Hofmann verabschiedet. Schließlich wollen alle ihn ja noch weiterhin auf den Sportplätzen im Bezirk sehen!

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