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Adem Selmani: Stürmische Rückkehr ins neue, alte Zuhause

Bruck und Forchheim trennen sich 3:3

Die neue Saison hat für den FSV Bruck und die Spielvereinigung Jahn Forchheim mit einem intensiven Derby begonnen. In Erlangen lieferten sich die Bayernliga-Nachbarn ein unterhaltsames 3:3 (1:1). Rückkehrer Adem Selmani aber war froh, als es vorbei war.

Adem Selmani (weiß) gegen Forchheims Patrick Hagen.

 / © Zink / DaMa

Natürlich ist auch die Fußball-Bayernliga kein Wunschkonzert. Hätte sich Adem Selmani etwas wünschen können, dann wäre es erst in ein paar Wochen zum Duell mit seinem Ex-Verein gekommen. „Ich habe mich nicht darüber gefreut, dass wir gleich gegeneinander spielen.“ Besser sei es, wenn „beide Teams schon im Rhythmus sind“. So aber kann Selmani früh einen „großen Haken“ drunter machen. Das erste Treffen mit der Ex ist überstanden.

Freundliche Worte gehörten selbstverständlich auch dazu, „auf dem Platz aber gibt es keine Freunde“. Nach fünf Jahren in Forchheim ist der 28-Jährige wieder zu seinem Jugendverein zurückgekehrt. „Jetzt bin ich mit dem Fahrrad zum Spiel gekommen, habe sechs Minuten gebraucht“, sagt Selmani. „Es ist sehr schön, hier habe ich 17 Jahre gespielt, es ist wie ein Zuhause.“ Verändert hat sich die Erwartungshaltung, der Angreifer ist mittlerweile ein gestandener Bayernliga-Fußballer. Fast 90 Minuten hat er gegen Forchheim durchgespielt. Dann „bin ich umgeknickt, es hat Knack gemacht“, sagt Selmani, nachdem er den Platz humpelnd verlassen hat. „Bei so etwas muss ich immer sofort aufhören.“ Der rechte Fuß macht nicht zum ersten Mal Probleme.

Zuvor hat sich der Brucker Rückkehrer in einem intensives Derby aufgerieben, Selmani ging keinem direkten Duell aus dem Weg, zog zu jedem Sprint an. In den Zweikämpfen waren beide Teams sofort auf Betriebstemperatur, kein Abwarten, kein Abtasten. Forchheim gelang es vor 250 Zuschauern zunächst besser, den Ball laufen zu lassen. Ein Eckball brachte die erste gefährlich Situation, Steffen Müller köpfte am linken Pfosten zum 1:0 für die Gäste ein (24.).

Nach einem Pass vom ehemaligen FSV-Angreifer Tom Jäckel in die Gasse hätte Timo Noppenberger erhöhen können. Keeper Nicolas Herzig, der als Nummer eins in diese Saison geht, konnte gerade noch retten. Die beste Brucker Gelegenheit führte gleich zum 1:1: Thomas Roas zog auf rechts an und versenkte nach Doppelpass mit Oliver Seybold per Rechtsschuss aus 14 Metern ins linke Eck (44.). Beinahe wäre noch das zweite Brucker Tor gefallen, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit servierte Selmani vom linken Flügel perfekt für Seybold, dessen Kopfball an den Querbalken ging.

Nach dem Seitenwechsel zog ein Gewitter über Erlangen hinweg, es regnete, donnerte und blitzte. Seybold traf mitten im Gewitterregen zum 2:1 (52.), nur drei Minuten später schob Firat Cagli zum 3:1 ein. Der Jahn jedoch fand sofort die passende Antwort, Jens Wartenfelser hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze an die Unterkante der Latte und über die Linie. „Du freust dich noch über dein Tor, schon klappert’s hinten“, sagt Selmani. „Jens hat es stark gemacht. So ist das: Wenn du meinst, eine Minute schlafen zu müssen, bist zu weg.“ Das Spiel blieb offen, hitzig, umkämpft. Diskussionen an der Seitenlinie begleiteten die Angriffsversuche. Zwischenzeitlich gab es auch Zauberfußball: Roas legte mit der Hacke ab auf Selmani, dessen scharfe Flanke im Zentrum keinen Abnehmer fand. Bastian Lunz vertändelte alleine vor dem Tor, im Gegenzug wuchtete Jäckel die Kugel in die Maschen. 3:3. Ein gerechtes Ergebnis, mit dem allerdings nicht alle zufrieden sind.

„Wir dürfen das Spiel nach dem 3:1 nicht mehr hergeben“, meint Selmani. „Wir haben erfahrene Spieler, Forchheim ist gefährlich, das haben wir gewusst. Aber auch wir, unter anderem ich, müssen den Sack zu machen mit einem 4:1 oder 4:2.“ Der Offensivspieler ist sich sicher: „Es war mehr drin. Ich selbst bin nicht mit mir zufrieden, darf ich nicht sein.“ Trotzdem: Wieder das FSV-Trikot zu tragen, wieder an der Tennenloher Straße in die Heim-Kabine zu kommen, „das sind alles besondere Momente“, sagt Selmani. „Jetzt legt sich die Aufregung, nach dem Spiel gegen die alte Mannschaft muss man einen Schlussstrich ziehen. Jetzt geht die Saison richtig los.“ Zuerst aber geht es wahrscheinlich am Montagmorgen zum Arzt.

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