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U23 oder Profis: Adlung spielt stark auf Position sechs

Von wegen Ausklingen: Der Rückkehrer ist Dreh- und Angelpunkt

Einen besseren Auftakt in die Regionalliga Bayern hätte sich die U 23 mit dem 5:1 gegen Pipinsried nicht vorstellen können. Herausragender Akteur des Freitagabends war neben Tobias Mohr Heimkehrer Daniel Adlung. Der 30-Jährige war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Fürther. Und muss diese Woche auch als Trainer ran.

Daniel Adlung (in weiß) ist in bestechender Form.

 / © Zink / MeZi

Petr Ruman reist mit den Kleeblatt-Profis für nur zwei Tage ins Trainingslager. Sein Doppel-Job als Co-Trainer unter Damir Buric und Trainer der U 23 erfordert bisweilen einen Spagat vom 41-Jährigen. Ruman sieht die Sache entspannt, weiß er doch mit Daniel Adlung den perfekten Mann an seiner Seite.

Der 30-Jährige, der als spielender Co-Trainer nach Fürth gekommen ist, wird Ruman so lange vertreten. „Man merkt, dass die jungen Spieler auf ihn schauen. Er gibt den Jungs Ratschläge und Kommandos, ohne überheblich zu sein. Mit seiner Erfahrung kann er uns dort helfen, wo wir ihn brauchen. Er lenkt das Spiel“, lobte Ruman den Mittelfedspieler nach dem Sieg gegen Pipinsried. Mit 30 Jahren ist Adlung zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, in die Heimat, wo er sich einst als 18-Jähriger den Traumvom Fußballprofi verwirklichte. Schon in der Vorsaison trainierte er eine Zeit lang mit der U23, entschied sich dann aber, noch einmal etwas Neues zu probieren und ging zu Adelaide United nach Australien. „Ich wollte mich damals in Fürth nur fit halten. Nach dem einen Jahr in Australien wollten meine Familie und ich aber wieder nach Hause“, erzählt Adlung.

In Adelaide bedauerten die Vereinsbosse den Abschied von Adlung, der in 28 Spielen sechs Tore erzielte und ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft war. „Dann kam der Anruf von Björn Schlicke und ich musste schließlich auch an meine Zukunft denken. Ich bin jetzt wieder zu Hause mit einer neuen Aufgabe. Und ich bin nicht nur Trainer, sondern stehe auch auf dem Platz“, sagt Adlung.

Als „Ausklingen“ will der 30-Jährige das Engagement in Fürth nicht gelten lassen: „Für mich ist das jetzt der nächste Schritt in meiner Karriere. Andere beenden mit 32, 33 ihre Profi-Laufbahn und müssen dann etwas machen, was gar nichts mit Fußball zu tun hat. Sie bekommen diese Chance nicht. Ich muss da jetzt reinwachsen.“ Adlungs Plan: Im Winter will er in Leipzig den ersten Trainerlehrgang für die B-Lizenz belegen. Durch seine langjährige Tätigkeit als Profi ist er bereits Inhaber der C-Lizenz. Eine Regelung, die nach sieben Jahren greift.

Gegen Pipinsried zog Adlung im Mittelfeld die Fäden, verteilte die Bälle, ging weite Wege und war der Ankerpunkt für die jungen Mitspieler. Natürlich war zu erwarten, dass er der Mannschaft seinen Stempel aufdrücken würde. So viel Freiheiten ohne permanenten Gegnerdruck gab es weder zu seiner Zeit in Wolfsburg in der Bundesliga noch zu Zweitligazeiten in Fürth, Cottbus oder bei 1860 München. Aber Adlung macht etwas aus seinen Fähigkeiten und hat Lust auf Fußball, statt sich als gealterter Star zurückzulehnen.

Schon nach dem ersten Spiel stellt sich die Frage, ob er nicht sogar einer für die Profimannschaft wäre. Profi-Coach Damir Buric bestätigte nach dem Testspiel gegen Braunschweig (0:1), dass sie aktuell noch nach einem Sechser suchen. „Wenn er es schafft, bei den Profis zu spielen, dann ist das nur gut“, sagt Ruman, „die erste Mannschaft hat im Verein absolute Priorität.“ Adlung sieht die Situation entspannter: „Ob das passieren wird, ist offen. Ich bin da, wo ich gebraucht werde. Aktuell ist das aber kein Thema für mich.“ Wer aber gegen Braunschweig die Positionen Sechs und Acht genauer beobachtete, musste feststellen, dass ein Daniel Adlung in dieser Mannschaft durchaus gut aufgehoben wäre.

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