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Jojo Müller will mit der Spieli "einen anderen Fußball" spielen

Vor dem Bezirksliga-Start

Vor dem Bezirksliga-Start: Der neue Coach möchte bei der Spielvereinigung Erlangen viel verändern. Zum Auftaktspiel geht es nach Stadeln, einem von Müllers "Top-Favoriten".

Neu bei der Spieli: Joachim Müller. 

 / © Thomas Hahn/Zink

Fünf Wochen Vorbereitungszeit hatte Joachim Müller bei der Spielvereinigung. Knapp zwei Monate ist es her, seitdem er mit dem TSV Neunkirchen den Aufstieg gefeiert hat. „Es ist schon eine Umgewöhnung. Ich war in Neunkirchen nur ein Jahr. Das ist schon alles sehr kurz, alles ein bisschen viel.“ Nun trifft der 51-Jährige mit seinem neuen Verein gleich auf seinen ehemaligen.

Neunkirchen stieg auf, die Spieli stieg ab. „Deshalb werde ich jetzt natürlich von vielen veräppelt, als hätte ich mich verpokert. Doch ich glaube, hier in Erlangen könnte man ein, zwei Schritte mehr gehen.“ Der Trainer kam mit vielen Ideen zum neuen Verein, doch jetzt sagt er, man werde auch „ausgebremst“, ist man mal vor Ort, „kann man realistisch einschätzen, was geht und was geht vielleicht nicht so schnell“. Klar ist für Müller, dass er „einen anderen Fußball“ spielen lassen will. Anders als in den vielen Jahren zuvor . Müller mag den schönen Fußball, schnell und mitreißend. „Das ist keine Kritik an den Trainern, die vorher hier waren. Doch man hatte immer große, wuchtige Stürmer. Da bietet sich ein hoher Ball an, das Kämpferische auch.“ Doch damit soll nun Schluss sein.

Auch mit den großen, wuchtigen Stürmern. Marco Müller, der Top-Torschütze der Vorjahre, hat den Verein verlassen. „Man müsste das Spiel auf ihn zuschneiden“, sagt Müller, „dazu bin ich nicht bereit.“ Der „Killer“ vor dem Tor wird fehlen, „doch das ist mir lieber, als Unruhe innerhalb der Mannschaft“, wenn einer oft nicht ins Training kommt. „Er hat das überdeckt mit seinen Toren. Doch das ist mir zu wenig.“ Ebenfalls gegangen sind unter anderem Adham Abu-Zalam und Simon Exner (beide ATSV Erlangen). Neu im Kader sind 13 Spieler, darunter Tobias Basener (TSV Neunkirchen), Oliver Harnos (SG Quelle Fürth), Dominik Haschke und Tobias Kauf (beide ATSV).

„Ich weiß, ein Abstieg ist immer Mist“, sagt Müller. Bis die Vorsaison aus den Köpfen ist, könnte es etwas dauern. In den Testspielen hat der Trainer viel ausprobiert, die Ergebnisse waren zwischenzeitlich entsprechend ernüchternd. Auch deshalb ist die Zielsetzung erst einmal zurückhaltend. „Irgendwann wäre die Landesliga ein Traum, doch ich würde das weit weg schieben. Wir können es alle nicht einschätzen. Die Bezirksliga hat sich immer zum Besseren entwickelt. Die Liga“, sagt Müller, „ist brutal.“ Zum Auftakt am Freitag (19 Uhr) beim FSV Stadeln sagt Müller: „Schlimmer kann es nicht kommen. Für mich ist das einer der Top-Favoriten, zusammen mit Türkspor Nürnberg.“ Das eigene Team sieht der Coach noch in der „Findungsphase“. Doch das könnte auch auf den Gegner zutreffen. Als Saisonziel gibt der Trainer einen einstelligen Tabellenplatz aus, warnt aber auch: „Wenn man sieht, dass vier Mannschaften absteigen, das soll jetzt wirklich kein Witz sein, doch man hat alles schon erlebt.“ Der Wunsch sei schon „oben im Dunstkreis“ dabei zu sein. Einen Aufstieg feiern aber wird Müller wohl nicht.

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