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Kapitän Dotterweich fehlt Eltersdorf wochenlang

Vorschau Bayernliga Nord 4. Spieltag, Freitag

Bayernligist SC Eltersdorf will sich „das Glück wieder erarbeiten“: Am Freitagabend ist Aufsteiger TSV Abtswind zu Gast an der Langenaustraße. Ein Start nach Maß war es auch für den SV Seligenporten nicht. In drei Spielen sprang nur ein Punkt heraus - immerhin waren es knappe Niederlagen. Gegner Ansbach kassierte dagegen schon deutlich empfindlichere Pleiten.

Wird dem Team fehlen: Kapitän Thomas Dotterweich (rechts), hier zusammen mit Trainer Bernd Eigner.

 / © Zink

Bezirkshauptstadt Mittelfrankens, keine Fußballhochburg, dennoch die Heimat des Bayernligisten SpVgg Ansbach. Die SpVgg verbuchte vergangene Saison die erfolgreichste Spielzeit seit über 15 Jahren, in der sie den 7. Rang der Bayernliga Nord erreichte. Garant für den Erfolg war vor allem auch einer: Patrick Kroiß. Jeweils zweistellige Trefferzahlen und Vorlagen während einer Saison unterstreichen auch heute noch seine Gefährlichkeit. Zudem bekommt Kroiß Unterstützung von den Sturmkollegen Sven Landshuter und Tom Abadjiew, die nach drei Spielen auch ihren Riecher bewiesen haben. SVS-Trainer Hendrik Baumgart ist deswegen nicht bange: „Wir haben genug Qualität in unseren Reihen, um die Ansbacher Offensiv zu kontrollieren. Natürlich kann man sie nicht über 90 Minuten ausschalten, aber wir werden sie im Mannschaftsverbund bekämpfen.“ In der Defensivreihe der Mittelfranken hakt es aber noch, neun Gegentreffer nach nur drei Spielen sind einfach zu viele in dieser hochwertigen Liga. Deswegen erwartet Baumgart „einen offenen Schlagabtausch“, weiß aber auch, dass es „in Ansbach nie leicht ist“. Leicht ist es für den 41-jährigen Baumgart auch deshalb nicht, weil schon mehrfach von einem „Fehlstart“ zu lesen war. „Das geht mir tierisch auf den Keks“, spricht er Klartext. „Vor zehn Tagen hat man noch gesagt, es sei doch verständlich, dass die Mannschaft Zeit braucht und nach zehn Tagen ist jetzt die Rede von einem Fehlstart.“ Klar, die Leistungen waren durchwachsen, aber keineswegs hat man sich gegen ambitionierte Teams herspielen lassen. Das 1:3 gegen den Würzburger FV war ein Tor zu hoch ausgefallen, das 0:1 gegen Hof war gemessen an den Spielanteilen sehr unglücklich. „Die Mannschaft der Hofer war das gesamte Spiel extrem tief gestanden, da war es nach dem Rückstand sehr schwer, Angriffe zu fahren. Außerdem mussten wir mit Mergim Bajrami und Dino Kardovic zwei unserer Offensivakteure angeschlagen aus dem Spiel nehmen“, nennt Baumgart Gründe für das, vorsichtig ausgedrückt, nur phasenweise erkennbar Aufbäumen der Klosterer gegen die SpVgg Bayern Hof. Als „nicht zwingend und effizient genug“, betitelt Hendrik Baumgart das eigene gebotene Spiel. Und man bekam wieder die kalte Dusche per Gegentor direkt nach der Pause, obwohl man in der Kabine noch sagte: „Jetzt passen wir besonders auf“, versteht Baumgart diese scheinbaren Unnachlässigkeiten nach dem Seitenwechsel auch nicht wirklich. Gegen die SpVgg Ansbach fordert Baumgart von seinen Spielern nicht nur deswegen „hochkonzentriert zu sein“, weil der Gegner ist immer für ein Tor gut sei. „In der Offensive müssen wir durchschlagskräftiger werden, einen Zahn zulegen, Chance kreieren und diese nutzen.“ Bislang vermissten die Zuschauer einen echten Vollstrecker im Kader des SV Seligenporten – ein Stürmerproblem? Nein, sagt Baumgart: „Unsere Stürmer sind gut genug. Auch Ekren Fletscher wird uns in Ansbach unterstützen können. Zwar hätte ich vielleicht schon gerne einen echten Torgaranten, aber den haben wir momentan eben nicht und fangen das dementsprechend mit der ganzen Mannschaft auf.“ Fraglich für die abendliche Partie im Xaver-Bertsch-Sportpark sind Mergim Bajrami, Dino Kardovic und Kai Neuerer, die allesamt angeschlagen sind. Franz Hable

Fehlt „einer der konstantesten Spieler“, ist das natürlich ein herber Verlust. Acht Wochen, schätzt Eltersdorfs Trainer Bernd Eigner, wird er auf Thomas Dotterweich verzichten müssen. Der Kapitän hat sich beim 0:3 in Ammerthal schwer am Knie verletzt. „Eine Diagnose steht noch aus“, doch die erste Vermutung des Arztes: Innenbandriss. Und das bedeutet: eine lange Pause. „Wir müssen das mannschaftlich kompensieren“, sagt Eigner. Doch mannschaftlich läuft es in dieser Saison bislang ja sowieso nicht so rund. Zwei Niederlagen in den ersten drei Spielen, „natürlich bin ich nicht himmelhoch jauchzend“. Das 0:3 gegen den ungeschlagenen Tabellenführer TSV Aubstadt nennt Eigner „kollektives Versagen“, zuletzt sei es daher schon wieder besser gewesen. In Ammerthal allerdings vergaben die Quecken zwei Elfmeter und leisteten sich Fehler, „die der Gegner sofort bestraft hat“. Gegen Abtswind muss deshalb „ohne Wenn und Aber der erste Heimsieg“ her, „dann bin ich zuversichtlich, dass wir eine Serie starten können“, sagt Eigner. „Wir müssen den Kampf annehmen.“ Die Gäste sind nach zwei Siegen ein „Aufsteiger mit Selbstbewusstsein“. Und dann steht schon wieder eine englische Woche an. „Deshalb gibt es Überlegungen, personell etwas zu rotieren.“ Neben Dotterweich fehlen weiterhin Oliver Janz und wahrscheinlich auch Patrick Fuchs, der an einer Sprunggelenkprellung laboriert. Kevin Woleman hingegen ist fit, nicht ausgeschlossen, dass der Zugang aus Seligenporten schon eine Option für die Startelf ist. Er wäre sicher eine Hilfe auf dem Weg zum Glück. KATHARINA TONTSCH

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