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Viereckl: "Das Vereinsleben ist anders"

Nach dem 2:0-Auftaktsieg gegen Lauf

Mit einem Dreier ist der 1. FC Kalchreuth in die neue Bezirksliga-Saison gestartet. Beim 2:0 gegen den SK Lauf kritisierte Trainer Joao Oliveira nur die Chancenverwertung. Seine drei Neulinge in der Startelf aber lobte er. Vor allem, weil sie in einem starken Team nicht wirklich aufgefallen waren.

Zum Auftakt einen Sieg: Kalchreuth startet mit einem 2:0 über Lauf in die Saison. 

 / © Athina Tsimplostefanaki

Zu Beginn hatten sie eine Schnitzeljagd gemacht, der Mannschaftsrat gemeinsam mit den neuen Spielern. Schließlich sollten alle auch das Dorf kennenlernen, dessen Namen sie auf dem Trikot tragen werden. Also ging es vom Supermarkt zum Gasthaus, zum Metzger und Bäcker, zum nächsten Gasthaus. Philipp Viereckl war auch dabei, der Zugang vom Bayernligisten FSV Erlangen-Bruck. Schon bei diesem Team-Event hat er gespürt, wie die Leute an ihrem Verein hängen, wie die Gastwirte den FCK unterstützen wollen, und wie alle auch die neuen Fußballer kennenlernen möchten.

„Das Vereinsleben ist anders als in Bruck, das kannte ich dort so nicht. Hier steht das ganze Dorf am Sonntag am Sportplatz.“ Nun hat es Viereckl erstmals selbst erlebt, beim Bezirksliga- Auftakt gegen Lauf. Es waren zwar auch nicht mehr als 130 Zuschauer auf der Alm, doch gefühlt war das eben „das ganze Dorf“. Und auch Gefühle sagen ja etwas aus über einen Fußballklub. Viereckl hat sich bewusst für einen Wechsel von Bruck nach Kalchreuth, von der Bayernliga in die Bezirksliga entschieden.

„Das macht Trainer glücklich“

Er hatte einfach nicht mehr so viel Zeit für Fußball, „ich war zu Hause sehr eingespannt, wir haben ein Haus gebaut“, sagt der Abwehrspieler. „In Kalchreuth haben wir zweimal pro Woche Training und nicht mehr so weite Auswärtsfahrten.“ Hinzu kam, dass Viereckl, der vor einem Jahr mit dem FSV Bruck noch in einem Benefizspiel gegen den FC Bayern München gespielt hat, in der Bayernliga-Rückrunde deutlich weniger Einsatzzeit hatte. „Ich bin jetzt 29 Jahre alt und muss nicht mehr unbedingt Bayernliga spielen.“ Der Kontakt zum FCK kam über Kapitän Markus Giering zustande, den Viereckl privat gut kennt. Also ist der Abwehrspieler auf die Alm gewechselt, hat eine Schnitzeljagd durch den Ort gemacht und stand am Sonntag direkt in der Startelf, ebenso wie die zwei anderen Zugänge, Max Mahler vom TV 48 Erlangen und Daniel Arapoglu, ebenfalls ein ehemaliger Brucker. „Hier hat jeder bei Null angefangen. Doch auf diesen Positionen habe ich sie gebraucht“, begründet Joao Oliveira das Debüt des Trios.

Mit der Leistung seiner neuen Spieler ist er „zufrieden“, will aber eigentlich niemanden herausheben. Was dem Coach vor allem gefallen hat am 2:0-Sieg: „Wir haben als Mannschaft gewonnen“, sagt Oliveira. „Und wir haben hinten zu Null gespielt. Das macht einen Trainer glücklich.“ Auch Viereckl war glücklich. „Es war ein gelungener Einstand, ein guter Start in die Saison.“ In dieser Runde wollten sie ja besser sein als zuvor. Gegen Lauf hat das ganz gut geklappt. „Wir haben das Spiel beherrscht, hätten es aber früher finalisieren müssen“, sagt der Trainer. „Das einzige Manko war die Chancenverwertung. Wir hätten nach der Pause das 3:0 machen müssen.“ Zuvor war das 1:0 durch Leon Siefert nach einer schönen Kombination durchs Mittelfeld gefallen, Markus Giering hatte nach einem Standard nachgelegt.

Was ist der Sieg wert?

Weil es dabei geblieben war, kam nach dem Seitenwechsel Hektik auf, „das Spiel wurde zerfahrener“, sagt Oliveira. Generell aber lobt der 42-Jährige seine Spieler: „Die Jungs waren hoch konzentriert.“ In der Vorbereitung noch hatte Kalchreuth viele Gegentore kassiert, pünktlich zu Saisonbeginn war davon nichts mehr zu spüren. „Jetzt müssen wir nachlegen. Wenn wir am Sonntag nicht den nächsten Dreier holen, war der Sieg für die Katz. Nur wenn wir in Veitsbronn gewinnen, war der Sieg gut.“ Der 1. FC Kalchreuth hat also noch einiges vor, das weiß auch Philipp Viereckl. „Ich bin hier super angekommen und hatte keine Probleme mit der Integration.“

Was die Liga betrifft, immerhin zwei Klassen unter der Bayernliga, spürt der Verteidiger natürlich einen Unterschied. „Das Tempo ist etwas langsamer, Zweikampfhärte und Aggressivität sind weniger.“ Im Spiel habe man mit Ball einfach mehr Zeit für die nächste Aktion. „Mein Anspruch ist aber, mich nicht diesem Niveau anzupassen, sondern meine Erfahrung hier einzubringen.“ Das „Bestmögliche“ möchte Viereckl beitragen. Die Leute aus dem Ort werden es ihm danken.

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