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Marc Weiler hat in Baiersdorf wieder Blut geleckt

Mittelfeldmann ist zum Leistungsträger avanciert

Der Baiersdorfer SV verliert mit 0:3 klar gegen Herzogenaurach. Marc Weiler ist dennoch froh, zurück zu sein.

Wieder angekommen in der Landesliga: Marc Weiler (links) zählt in dieser Saison zu den Leistungsträgern des Baiersdorfer SV.

 / © Torsten Hanspach

Es gab Zeiten, da hatte Marc Weiler "keine Lust" auf Landesliga-Fußball. Drei Jahre pendelte der Effeltricher für das duale Studium zwischen Mannheim und seiner Heimat hin und her. Nach ersten Erfahrungen mit dem BSV in der Landesliga in der Saison 2014/15 wechselte Weiler deshalb zum 1. FC Kalchreuth. Doch spätestens in der Bezirksliga war auch dort Schluss mit dem Spielen, "ohne regelmäßiges Training. Ich war ja nur an den Wochenende da." Seit einem Jahr ist Weiler nun fertig mit der Ausbildung. Sportlich kehrte er zum Baiersdorfer SV zurück, zuerst allerdings in die zweite Mannschaft, "um wieder reinzukommen". Auch, sagt Weiler, "war der Ehrgeiz nicht mehr da", unbedingt in der Landesliga spielen zu wollen. "Ich habe viele Freunde in der zweiten Mannschaft, wollte locker in der Kreisklasse spielen." Locker, aber auch erfolgreich. Die Reserve stieg auf, "es war ein super halbes Jahr".

Und dann wagte Marc Weiler doch wieder den Schritt in die Landesliga. Den Trainer, Thomas Luckner, kennt er schon seit der B-Jugend. Beim BSV habe er eine "super Ausbildung" genossen. Der Mittelfeldmann wohnt in Effeltrich, "ich habe nur fünf Minuten zum Sportplatz", es sei eine "Herzenssache" gewesen, nach dem Studium zu den Krenkickern zurück zu wechseln. Aus Sicht des Coaches hat er nun sportlich einen Schritt nach vorne gemacht, in allen zehn Liga-Spielen kam Weiler zum Einsatz, achtmal über die vollen 90 Minuten. "Mein persönliches Ziel ist es, der Mannschaft zu helfen, damit wir den Klassenerhalt schaffen." In dieser Saison sah es zu Beginn auch recht ordentlich aus, seit sechs Spielen jedoch wartet der BSV nun auf einen Sieg.

"Aktuell läuft es nicht", sagt Weiler. "Doch wir stehen defensiv gut, deshalb bin ich sicher, dass wir einen Platz im Mittelfeld erreichen können." Wenn die Spieler "die Köpfe oben lassen und vorne die Tore machen". Am Samstag gegen Herzogenaurach hat beides nicht geklappt. Das 0:3 war eine dieser Pleiten, die man am liebsten wieder vergessen möchte.

Lars Reinhardt hatte zunächst zwar drei Chancen, traf sogar einmal die Latte. Dann jedoch zeigte Schiedsrichter Jonathan Bähr auf den Punkt, nach dem Zusammenprall von Kevin Rockwell und Nicolas Schwab, allerdings erst auf Hinweis seines Linienrichters. Marco Amling nutzte die Gelegenheit zur Führung, die Baiersdorfer diskutierten mit den Unparteiischen. "Es war komisch", sagt Weiler. "Nach dem Elfmeter lief es schlechter bei uns, wir haben uns zu sehr auf den Schiedsrichter konzentriert." Offensiv blieben die Hausherren ohne den erkrankten Maximilian Kundt zu harmlos, nach einem Freistoß verlängerte Weiler per Kopf auch noch ins eigene Tor. "Das", sagt der Unglückliche selbst, "ist eigentlich egal." Ob er oder ein Gegner die Kugel versenkt, spielt keine Rolle. "Es bringt nichts, dass ich mich aufrege." Gleiches gilt für die Rote Karte, nach der Notbremse von Fabian Schwab gegen Raphael Geinzer wieder eine zögerliche Entscheidung des Referees. Was Marc Weiler mehr störte, war die Reaktion seiner Mannschaft. "In Unterzahl war ich nur noch am Laufen. Doch wir haben alle die Köpfe hängen lassen, alle haben etwas weniger gemacht." Das 0:3 war so nicht mehr zu verhindern. Die neue Lust an der Landesliga aber nimmt es nicht.

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