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Schiri im Stau und Vollsperrung vor den Toren: Seligenporten gegen Neumarkt endet torlos

Bayernliga Nord 13. Spieltag, Freitag

Der ASV Neumarkt hat den Höhenflug des SV Seligenporten zumindest ein wenig eingebremst und beim Derby einen Punkt erkämpft.

Augenhöhe: Seligenporten (in Rot) musste sich gegen Neumarkt mit einem Punkt begnügen.

 / © Sportfoto Zink

Petrus ist offenbar kein Fußballfan: Da treffen der SV Seligenporten und der ASV Neumarkt, die Flagschiffe des Neumarkter Fußballkreises, nach elf Jahren endlich wieder in einem Ligaspiel aufeinander – und dann schüttet es wie aus Kübeln. So bekamen die mehr als 600 Zuschauer zunächst eine wenig prickelnde Regenschlacht geboten. Zwar drehten die Hausherren in der zweiten Halbzeit mächtig auf. Doch ein Tor wollte auch ihnen an diesem Abend einfach nicht gelingen. 0:0 lautete der aus Sicht des SVS ernüchternde Endstand. "Never change a winning team": Seligenportens Trainer Hendrik Baumgart tauschte seine Stammelf im Vergleich zum Vach-Spiel nicht. Schon eine halbe Stunde vor Anpfiff sorgten die "Kloster Supporters" für Derby-Stimmung. Eine willkommene Überbrückung: Denn das Schiedsrichtergespann steckte noch im Stau und trudelte erst mit Verspätung ein. Fünf Minuten vor Anpfiff begann es dann auch noch, wie aus allen Eimern zu schütten. 36 Minuten später als geplant dann aber doch der Anstoß. Die ersten Minuten waren ausgeglichen. Die erste gute Chance hatte der SVS: Über Raffael Kobrowski ging es von rechts in die Mitte, wo ASV-Keeper und Ex-Klosterer Martin Bachner den Ball fatalerweise durchließ, aber Sebastian Glasner auch nicht ans Leder kam. Der ASV Neumarkt hielt gut mit. Die erste Torannäherung der Gäste hatte Panagiotis Iatrou, doch sein Fernschuss ging in die schwarzen Wolken über Seligenporten. Beide Mannschaften verteidigten zu Beginn im Dauerregen gut, zudem erschwerte ein böiger Wind die Angriffsbemühungen beider Mannschaften. Dann nahm sich der Seligenportener Tim Olschewski ein Herz, sein Schuss von der rechten Seite konnte Bachner im Nachfassen entschärfen (21.). Der Gastgeber bekam zunehmend das Heft in die Hand, Marco Wiedmanns Schuss zischte knapp vorbei (24.). Nächste "Halbgelegenheit" für die Klosterer: Nach schönem Pass von Mergim Bajrami schoss Olschewski aus 20 Metern rechter Position einen Meter über den ASV-Kasten (35.). Dann der Halbzeitpfiff. Das Spiel war bis dahin alles andere als ein Schmankerl für die 621 Zuschauer. Wenig brenzlige Aktionen, wenig Offensivgeist. Die Hausherren übernahmen zwar immer mehr die Feldkontrolle und waren näher dran am Führungstreffer als der ASV Neumarkt. Aber eben nicht nahe genug. Die zweite Halbzeit: Der SVS gleich wieder im Vorwärtsgang. Olschewski flankte von den rechten Seite auf den Kopf von Sebastian Glasner, der aber aus sieben Metern am linken Pfosten vorbei drückte (49.). Dann suchte Kai Neuerer die hohe Stirn des SVS-Mittelstürmers, aber diesmal köpfte Glasner aus drei Metern über das Tor (50.) – nun lag die Führung für die Klosterer in der feuchten Luft. Der ASV kam nun kaum mehr aus der eigenen Hälfte heraus, zu dominant war der SVS nach der Pause. Das gefiel dem Neumarkter Interimstrainer Sebastian Thier gar nicht, er wurde nun an der Seitenlinie lauter. Sein ehemaliger Chef, der vergangene Woche beurlaubte Marco Christ, der seine Spielerkarriere in Seligenporten ausklingen hat lassen, verfolgte das Derby als Zaungast. Dann ruschte ein Wiedmann-Freistoß durch die Hintermannschaft des ASV und klatschte an den rechten Pfosten, Riesendusel für die Gäste. Deren Torjäger Christian Schrödl sorgte dann einmal für Entlastung, aber sein Schuss aus rund 20 Metern geht einen Meter über das Gehäuse von Simon Kunze. Nach einem langen Ball dann aber erneut die Riesengelegenheit für Glasner, der bereits Bachner umkurvt hatte. Doch in höchster Not klärt die ASV-Abwehr vor der Torlinie (65.). Auch in Unterzahl waren die Klosterer dem Kontrahenten überlegen. Doch die Zeit lief ihnen davon. Raffael Kobrowski tankte sich in der 84. Minute stark durch, aber sein abgefälschte Schuss senkt sich erst jenseits der Neumarkter Torlatte. Zwei Minuten später verpasste Glasner die Kugel am langen Pfosten. Doch das Glück war an diesem Abend auf Seiten der Neumarkter, die unter der Leitung von Benedikt Thier mit dem zweiten Remis in Folge allmählich Stabilität zurückgewinnen. Somit behält Seligenporten in der Tabelle seinen Vorsprung von vier Punkten auf den Kreisrivalen. Franz Hable

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