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Yelegen: "Vom Team kommt zu wenig"

Vorschau Bezirksliga Süd 11. Spieltag

Das erste Saisondrittel der Bezirksliga Süd endet mit einer englischen Woche. Aber nicht für alle. Bis auf den FC Holzheim sind die Mannschaften aus der Abstiegszone am Mittwoch von Spielausfällen betroffen. Der Großteil der Liga kann also zumindest optisch mit einer Doppelschicht etwas Abstand zum Unterhaus schaffen.

Blickt mit Sorgenmine auf die aktuelle Situation: Holzheim-Coach Yelegen.

 / © Zink / OGo

Nach neun Ligaspielen ohne Sieg braucht der SV Mosbach mal wieder einen Erfolg – am besten schon an diesem Samstag, im Spiel gegen den ASV Zirndorf. Der ASV zog gegen den SV Sportfreunde Dinkelsbühl am letzten Spieltag mit 0:1 den Kürzeren. Nichts zu holen gab es beim letzten Ligaauftritt, als sich der SVM auf eigener Anlage mit 0:1 dem SV Wettelsheim geschlagen geben musste. Drei Siege, drei Remis und vier Niederlagen tragen zur Momentaufnahme von Zirndorf bei. Die Auftritte vor heimischer Kulisse können sich sehen lassen. Drei Siege, ein Remis und nur eine Niederlage verbreiten Optimismus bei der Heimmannschaft. Der ASV Zirndorf steht aktuell auf Position zwölf und hat in der Tabelle viel Luft nach oben. Vom Glück verfolgt war der ASV in den letzten fünf Spielen nicht. In diesem Zeitraum findet sich nur ein einziger Sieg. Dass die Abwehr ein gut funktionierender Mannschaftsteil von Zirndorf ist, zeigt sich daran, dass sie bislang nur elf Gegentore zugelassen hat. Nach zehn absolvierten Begegnungen stehen für den Gast ein Sieg, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen auf dem Konto. Die Auswärtsbilanz des Schlusslichts ist mit vier Punkten noch ausbaufähig. Der SV Mosbach nimmt mit fünf Punkten den letzten Tabellenplatz ein. 

Beim TSV Greding hat man den Abschluss des ersten Saisondrittels zum Anlass genommen, Zwischenbilanz zu ziehen. 19 Punkte und Rang drei, das entspricht fast haargenau den Vorstellungen und somit herrscht Zufriedenheit. „Dem stimme ich zu“, sagt Trainer Tobias Kratzer, der auch die beiden Niederlagen zuhause gegen Wettelsheim und Ornbau nicht übermäßig kritisiert. „Im ersten Spiel war es urlaubsbedingt, im zweiten konnten wir nach einer Führung den Bock nicht mehr umstoßen. Ich würde sagen, dass das Team im Wettbewerb gut dabei ist. Wir hatten vor einem Jahr 18 Zähler.“ Acht Mal stand die Elf auf einem Platz im oberen Tabellendrittel, die Hälfte davon wiederum auf Platz drei. Dies ist bemerkenswert, weil den Schwarzachstädtern mit Johannes Wolfsteiner und Bernhard Kerl seit Monaten der Motor und die Maschine im Mittelfeld fehlt. Völlig geräuschlos wurden Spieler installiert, die vor einigen Wochen in der A-Jugend der JFG Jura-Schwarzachtal mit Tempo und Schwung dem Ball hinterherjagten. „Das haben wir schon erkannt, dass da Potenzial für unsere Erste vorhanden ist. Patrick Meyer und Fabian Wolfsteiner haben es durch ihren Willen und Trainingsfleiß, und das ist unabdingbar, geschafft. Ich weiß aus Erfahrung, dass die Umstellung wahnsinnig groß ist, man muss diesen Sprung ins kalte Wasser riskieren. Es wird nicht nur Höhen geben, man fällt auch einmal ins Tal, das ist normal.“ So bilden also diese beiden Akteure und der Ex-Beilngrieser Matthias Harrer die neue Mittelfeldachse, mit der es auch zum FV Dittenheim geht, dem die Gredinger in bisher sechs Partien erst einmal unterlagen, nämlich am 26. Marz 2016 mit 0:1. Mit elf Punkten liegt „Dittna“ auf einem Abstiegsplatz, der aber nicht das Ergebnis eklatanter Heimschwäche ist und dies sollten sich die Schwarzachstädter schon zu Herzen nehmen, weil sie der sechstbesten Heimmannschaft gegenüberstehen, die sich zehn Zähler in fünf Partien gutschreiben ließ. Doch wie lautet eigentlich die Gredinger Auswärtsbilanz? Eine umfassende Analyse lässt sich schwer erstellen, weil sie erst drei Partien in der Fremde bestritten hat, die wenigsten der gesamten Liga. „Natürlich können wir diese Aufgabe nicht mit links lösen. Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und dort auch gewinnen. Dittenheim verfügt über eine Reihe guter Akteure, auf Thomas Stelz im Sturm müssen wir beispielsweise aufpassen.“ Ob der Drahtzieher des FV , der 35-Jährige Christoph Oberhauser, auflaufen kann, ist nicht sicher. Fest steht, dass Fabian Lang das Gredinger Tor hüten wird. ghi

Am Sonntag kommt es in Berching zum Duell zweier Aufsteiger. Während die Gäste mit bisher 15 Punkten entspannt im Mittelfeld der Tabelle stehen, ist Berching deutlich schlechter in die Saison gekommen. Mit acht Zählern rangiert die Mannschaft von Trainer Frank Sommer auf dem vorletzten Tabellenplatz. Gegen Spitzenreiter Burgfarrnbach mussten sich die Bachamer zuletzt mit 1:3 geschlagen geben. Dinkelsbühl beendete beim 1:0 gegen Zirndorf eine Serie von vier sieglosen Spielen. „Wir sind nicht so schlecht, wie die Tabelle oder die Ergebnisse andeuten“, sagt Teammanager und frisch gebackener Ehemann Patrick Grabmann. „Oft sind wir ebenbürtig oder sogar besser, machen uns das Leben aber durch individuelle Fehler und Unachtsamkeiten selber schwer.“ scht

Nach zwei Pleiten konnte der BSC am vergangenen Wochenende wieder drei Punkte feiern (2:1 bei der TSG Roth). „Fußballerisch war es der bisher beste Gegner diese Saison“, sagt Trainer Andreas Nigl. „Während wir in der ersten Halbzeit insgesamt etwas zu weit weg vom Gegenspieler waren, haben wir nach dem Seitenwechsel deutlich zugelegt und eine richtig starke Leistung gezeigt.“ Die Woffenbacher festigten Tabellenplatz zwei und bleiben an Burgfarrnbach dran. Mit Marienstein wartet jedoch nun ein harter Brocken. Drei Siege und ein Unentschieden lautet die Bilanz des SVM in den letzten Partien. „Es wird bestimmt ein anderes Spiel, aber auf keinen Fall ein leichteres“, warnt Nigl. Rene Zeltner weilt im Urlaub und fehlt für die nächsten Partien. tsch

Trainingsbeteiligung und Einstellung lassen aktuell zu wünschen übrig: „Insgesamt kommt vom Team viel zu wenig, als dass wir so in der Bezirksliga bestehen könnten“, erklärt der angefressene FCH-Coach Vahan Yelegen. Ausgerechnet gegen den strauchelnden Aufstiegsfavoriten Eyb will Holzheim die Negativserie von vier sieglosen Spielen am Stück beenden. Mit bislang nur zwölf Punkten und einer enttäuschenden Saison liegt der ESV nur knapp vor den Holzheimern. Dem überraschenden 0:5 gegen Marienstein folgte eine 1:3-Pleite gegen Burgfarrnbach. Holzheim war am letzten Wochenende spielfrei. „Wir müssen in den nächsten Spielen unbedingt punkten, sonst hängen wir bis zur Winterpause ganz hinten drin“, mahnt Yelegen. Schön, Franz und Endes fallen aus. scht

Der TSV 1860 Weißenburg hat eine englische Woche vor sich. Neben dem Sonntagsspiel in Herrieden (30. September) stehen dabei zwei Heimpartien auf dem Plan: Am Mittwoch, 3. Oktober, kommt der TSV Greding in den Sportpark Rezataue, am Samstag, 6. Oktober, die TSG 08 Roth. Darauf freuen sich Trainer Markus Vierke und Co., sie legen den Fokus aber erst einmal auf diesen Sonntagnachmittag und das Verfolgerduell bei der SG TSV/DJK Herrieden. Dort hoffen die Weißenburger, dass sie ihre bislang sehr gute Auswärts­bilanz ausbauen können. Mit zehn Punkten teilt sich der TSV 1860 die Führung in der Auswärtstabelle mit Burgfarrnbach, Woffenbach und Nachbar Wettelsheim und will den „positiven Trend“ (Vierke) der ver­gangenen Wochen fortsetzen. Wichtig ist dem Coach dabei besonders die Konstanz, die zu Saisonbeginn ein Stück weit gefehlt hat. Herrieden dürfte ein weiterer echter Prüfstein werden. Der Frankenhöhe-Klub hat die meisten Zuschauer der Liga und bislang auch die meisten Tore erzielt. „Vor allem in der Offensive und bei Kontern hat Herrieden eine brutale Qualität“, unterstreicht der Weißenburger Trainer. Nicht umsonst steht die SG nur einen Punkt hinter Weißenburg und stellt in der Torschützenliste zwei Goalgetter unter den ersten drei – Peter Bernhard mit neun Treffern, Christian Chalupnik mit sieben Toren. Markus Vierke erinnert auch daran, „dass wir uns im vergangenen Jahr sehr schwer in Herrieden getan haben“. Nichtsdestotrotz will der TSV 1860 punkten. Der Coach setzte dabei auf die jüngst gezeigte defensive Stabilität (zuletzt zweimal „zu null“) und hofft, dass seine Jungs sich in der Offensive besser belohnen. Max Pfann zum Beispiel habe zuletzt im Derby gegen Dittenheim extrem fleißig gearbeitet, ließ aber seine Chancen liegen. „Ich gönne ihm diesmal das Tor“, sagt der Trainer, der auf den angeschlagenen Tobias Reile sowie den beruflich fehlenden Marco Jäger verzichten muss. Dafür steht Tim Lotter erstmals nach seiner Verletzungspause wieder im Kader. UWE MÜHLING

Tobias Grimm sitzt im Zug, als ihn der Anruf der Zeitung erreicht, die Verbindung ist nicht unbedingt die Beste. Die Botschaft des Wettelsheimer Trainers ist aber unmissverständlich klar: „Sehr, sehr zufrieden“, sagt Grimm zur Situation beim SVW. Und damit meint der 33-Jährige nicht nur den erfreulichen Tabellenstand, Platz vier steht derzeit zu Buche. Denn ihm ist völlig bewusst, dass es schnell in alle Richtungen gehen kann. „Diese Liga ist dermaßen ausgeglichen“, schlägt Grimm in die gleiche Kerbe wie eigentlich alle, die in irgendeiner Form mit der Bezirksliga Süd zu tun haben. Das beste Beispiel ist für ihn der jüngste 1:0-Sieg in Mosbach: „Die haben fünf Punkte und sind Letzter, aber wir haben uns unfassbar schwer getan.“ So erwartet er auch gegen den letztjährigen Mitaufsteiger TSV Freystadt wieder eine schwere Aufgabe, die Oberpfälzer haben bislang vier Zähler weniger eingefahren als der SVW. So gesehen will sich Grimm nicht vom Tabellenbild blenden lassen, jedoch ist es für ihn das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit. Zum einen mit der Mannschaft. „Das geht ja schon seit der Winterpause der letzten Saison in die richtige Richtung“, sagt der Trainer, „diese gute Form aus der Rückrunde haben wir in die neue Runde mitgenommen und außerdem im Sommer den Kader noch verbreitert und gezielt verstärkt.“ Aber nicht nur die Fortschritte und die Trainingsbeteiligung seiner jungen Truppe bereitet Grimm Freude. „Allgemein sind es Top-Bedingungen in Wettelsheim. Das Gelände mit dem sanierten Platz ist super, die Unterstützung von Vereinsseite auch“, schwärmt Grimm, der auch die Resonanz von den Zuschauern erfreut registriert: „Wir haben einen Schnitt von um die 250 Zuschauer, das ist doch toll.“ Mit dem kommenden Spiel könnte der noch etwas ansteigen. Denn neben dem gemeldeten sonnigen Spätsommerwetter dürfte vor allem die Wettelsheimer Kirchweih für einen größeren Zulauf als ohnehin schon sorgen. „Viel Motivation und Extra-Energie“, sagt Tobias Grimm, beschere ein Kirchweihspiel, mit einem Heimsieg ließe sich der Sonntagabend und der Kirchweihmontag noch schöner verbringen. Ein leichtes Grinsen in Grimms Stimme mag man da vernehmen – schlechte Verbindung hin oder her. Der TSV Freystadt reist derweil mit Rückenwind nach Wettelsheim. In einem umkämpften Spiel mit zwei Platzverweisen rettete Freystadt am vergangenen Spieltag den 3:2-Sieg gegen Herrieden über die Zeit. „Die erste Halbzeit war insgesamt sehr gut. Nach dem 3:0 haben wir dann aber total abgeschaltet und zurecht zwei Tore kassiert“, erklärt Trainer Jürgen Schmid. „Danach hat mein Team aber große Moral bewiesen, sich zurückgekämpft und die drei Punkte auch verdient. Wir kennen Wettelsheim seit Jahren und wissen, was uns erwartet. Gerade auswärts wird es eine richtig schwere Partie, die in der Defensive entschieden wird“, so Schmid weiter. Bis auf den fraglichen Tobias Meyer sind alle Mann fit. mho/scht

Immer etwas ausrechnen darf sich auf heimischem Geläuf auch der SV Ornbau, der in dieser Spielzeit daheim noch komplett ungeschlagen ist und traditionell auf seine Heimstärke bauen kann. Der SV Ornbau hat nun am kommenden Sonntag aber den TSV Burgfarrnbach zum Gegner. Der SVO musste sich im vorigen Spiel dem SV Marienstein mit 1:3 beugen. Der TSV dagegen gewann das letzte Spiel und hat nun 21 Punkte auf dem Konto. Dreimal ging Ornbau bislang komplett leer aus. Hingegen wurde viermal aus den Begegnungen der Saison der maximale Ertrag mitgenommen. Hinzu kommen drei Punkteteilungen. Mit 15 Zählern aus zehn Spielen steht die Heimmannschaft momentan im Mittelfeld der Tabelle. Sechs Siege, drei Remis und eine Niederlage hat der Gast momentan auf dem Konto. Erfolgsgarant für das gute Abschneiden des Tabellenführers ist die funktionierende Defensive, die erst neun Gegentreffer hinnehmen musste. Welches Team am Ende die Nase vorn haben wird, ist angesichts eines vergleichbaren Potenzials schwer vorherzusagen.

Oliver Wellert, sportlicher Leiter der TSG 08 Roth, ist skeptisch, dass sich an der Dichte im Tabellenbild so schnell etwas ändert: „Nach dem zehnten Spieltag kann man normalerweise sagen, wohin die Reise geht. Aber die Liga ist ungeheuer ausgeglichen, die Saison gleicht einer Achterbahnfahrt — nicht nur bei uns. Nach dem Spiel gegen Ansbach haben wir gedacht, wir können uns vorne festbeißen.“ Doch kann der Ausfall einer fast kompletten Sturmreihe. Einer der bis dahin stärksten Angriffsformationen der Liga gelang in zwei Spielen nur ein Tor, das waren null Punkte. Wie es ausschaut, wird die Angriffslast jetzt nicht nur auf die Schultern des 18-jährigen Tuluk verteilt, Kevin Walthier ist wieder zurück und Michi Böhm (Syndesmoseband) wurde vorige Woche eingewechselt. Immerhin: Dem Gang auf das bekannt schwierige Pflaster beim STV Deutenbach ging eine freundschaftliche Geste der Gastgeber voraus. Sie stimmten einer Verlegung des Sonntagsspieles auf 17 Uhr zu, weil an diesem Tag die Taufe des Sohnes von Trainer Taner Koc stattfindet, Co-Trainer Sami Koc ist als Taufpate auf der Feier ebenfalls unabkömmlich. pg

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