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Baumgart: "Wir haben eine 50-50-Chance"

Vorschau Toto-Pokal Viertelfinale

Nach fast zweiwöchiger Spielpause ist in Seligenporten wieder Fußballzeit. Sollte am Tag der deutschen Einheit der Bayernligist SV Seligenporten im ersten Totopokal-Viertelfinale gegen die klassenhöhere Viktoria Aschaffenburg weiterkommen, könnte er schon einmal ein Statement an den ein oder anderen Drittligisten senden. Anstoß in der MARena ist um 15 Uhr.

Der SVS um Marco Wiedmann (hier gegen Neumarkt) steht vor einer großen Hürde.

 / © Zink / WoZi

Stürmische Zeiten durchlebte der SV Seligenporten in dieser Saison sportlich zu Beginn. Im wahrsten Sinne des Wortes dann beim Nullnummer-Heimspiel gegen den ASV Neumarkt am vorletzten Freitagabend, als ein Unwetter mit gehöriger Windstärke in der MARena wütete. Torwart Kunzes Abstöße wurden in Halbzeit eins ordentlich zurück in die eigene Hälfte geweht. „Da haben wir gehofft, dass der ASV die selben Verhältnisse in der zweiten Halbzeit vorfindet, da war’s dann aber windstill“, wundert sich Seligenportens Coach Hendrik Baumgart schon ein wenig über die Entscheidungen des Wettergottes. Apropos göttlich: Die Viktoria aus Aschaffenburg führt die Siegesgöttin im Vereinsnamen. Den Männer vom Schönbusch sind in dieser Regionalliga-Spielzeit auch bereits vier Siege gelungen. Gegen die derzeitigen Spitzenteams aus Burghausen, Eichstätt und Bayern München II holten sie stolze sieben Punkte. Nur eines von sieben Spielen wurde in der Fremde verloren. In der Regionalliga Bayern steht die Viktoria auf Rang acht, sehr achtbar für einen Aufsteiger. Unlängst, im Sommer 2017, hatten die Klosterer die Viktoria in den entscheidenden Relegationsduellen gemeinsam mit der SpVgg Greuther Fürth II zu einer weiteren Spielzeit in der Bayernliga Nord verdonnert. Im Stadion am Schönbusch gewann der SVS mit 2:0 das Hinspiel, eine 0:1-Niederlage reichte dem Kloster zum Verbleib in der Regionalliga. Was dann folgte, war der Abstieg Seligenportens in die Bayernliga und der Aufstieg Aschaffenburgs als souveräner Bayernliga-Meister mit satten 82 Punkten. „Das hat den Aschaffenburgern vielleicht sogar gut getan, dass sie noch ein weiteres Jahr in der Bayernliga spielen durften, denn sie haben dort eine tolle Saison hingelegt und sind jetzt auch nicht schlecht gestartet“, zollt Hendrik Baumgart dem Gegner den nötigen Respekt. „Super Einzelspieler“ stehen dem Gast zur Verfügung – vor allem in der Offensive. „Ich erwarte eine intensive Pokalpartie, in der beide Mannschaften nach vorne spielen werden und demnach den Zuschauern einen offenen Schlagabtausch bieten werden.“ Mit Clay Verkaj haben Aschaffenburg „einen extrem gefährlichen Stürmer drin und auch bei Standards müssen wir auf den aufgerückten Luca Dähn extrem aufpassen“. Ohne natürlich einen anderen Namen nicht zu vernachlässigen, gegen den man sich keinen Schnitzer leisten kann: Björn Schnitzer ist Spielmacher, Freistoß- und Elfmeterschütze bei der Viktoria, letzte Saison sammelte der 26-Jährige fast schon utopische 53 Scorerpunkte in der Bayernliga. Diese Saison sind es immerhin auch schon sechs Torbeteiligungen in fünf Spielen. Bis vor kurzem war Schnitzer verletzt, gegen Seligenporten ist er nun mit höchster Wahrscheinlichkeit dabei. Am vergangenen Wochenende spielte Aschaffenburg 0:0 bei Schalding, der SVS hatte wegen des UEFA Regions Cup spielfrei. Gegenüber der Main-Echo gab SVA-Coach Jochen Seitz an, dass Seligenporten durch die Pause einen Vorteil habe und er rotieren werde. Hendrik Baumgart glaubt dagegen nicht unbedingt an einen eventuellen Vorteil seiner Equipe: „Das kann man so oder so sehen. Wir haben die spielfreie Zeit genutzt, um uns von den vielen englischen Wochen zu erholen, deswegen haben wir auch kein Testspiel ausgemacht. Dafür sind wir nicht ganz so im Spielbetrieb.“ Fünf Trainingseinheiten wurden in zehn Tagen durchgezogen. Seit dem Derby gegen den ASV Neumarkt, das Baumgart auch nochmal analysiert hat: „Es war ein sehr reifes Spiel meiner Mannschaft. Wir haben nur einen Schuss im ganzen Spiel zugelassen, und das nach einem Freistoß. Manchmal gibt es halt solche Tage, an denen vorne keiner reingeht, deswegen als einziger Kritikpunkt die Chancenverwertung.“ Abgesehen von einer höheren Effizienz vor der Gegners Kasten „müssen wir in den Zweikämpfen griffig sein“ und „wollen uns gegen Aschaffenburg nicht verstecken und nur reagieren, dann wird es richtig schwer“. Dass es in einem mögliche Halbfinale gegen einen Drittligisten gehen könnte, ist natürlich Extramotivation. Die Partie ist nämlich die erste Viertelfinalpartie des Totopokals: Daher könnte es sein, dass einige Drittligisten vielleicht einen Spielbeobachter vorbeischicken. Denn alle Drittligisten haben ihre Pokalauftritte erst eine oder zwei Wochen später. Seit 2007 zog der SVS nicht mehr in das Halbfinale des bayerischen Totopokals ein. Chefcoach Hendrik Baumgart bleibt realistisch: „Wir haben eine 50-50-Chance im besten Falle, aber wir sind gut drauf und wollen unbedingt gewinnen.“ Einzig Tobias Kramer fehlt weiterhin mit Kniebeschwerden. 

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