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Der Schnellstart des Karim Said beim SC Eltersdorf

Mittelfeldmann wurde schneller Stammspieler als gedacht

Karim Said hat beim Bayernligisten SC Eltersdorf alle überrascht. Auch beim 2:3 am Samstag gegen Spitzenreiter DJK Gebenbach stand der Sprinter in der Startelf.

Der Keeper hat ihn: Das Einzige was Karim Said noch zu seinem Glück beim SC Eltersdorf fehlt, ist ein selbst erzieltes Tor.

 / © Harald Sippel

Geht so. Karim Said ist kein Typ der großen Worte. Auf dem Feld sprintet er den allermeisten schlichtweg davon. Über seine Schnelligkeit sagt er trotzdem nur: "Geht so." Die Stimmte ist tief, aber sanft. Die Haare sind ein Knäuel aus dunklen Zöpfen. Said ist in Erlangen geboren, sein Papa kommt aus Kenia, seine Mutter aus Deutschland. Auch wenn der Fußballer nicht immer in Franken gewohnt hat, rollt er das R und schleift fast jedes T zum D. Auch bei "Gehd so".

Ein ruhiger Typ sei er. Sagt er. "Ich muss auf dem Spielfeld auf jeden Fall mehr reden." Als Kapitän Thomas Dotterweich wegen eines Innenbandrisses sieben Wochen ausfiel, stand Said dennoch plötzlich auf dem Platz. "Die ersten paar Spiele war ich aufgeregt. Am Anfang war es eine große Umstellung. Vor allem das Spieltempo ist viel höher, du hast viel weniger Zeit, musst schnell reagieren." Doch der Mittelfeldmann gewöhnte sich schnell daran. "Man bekommt Routine, wenn man mehr spielt." Tatsächlich hat Said mehr gespielt - und vor allem gut.

"Man hat gesehen, wie er die Lücke ausgefüllt hat, als Dotti(Thomas Dotterweich, d. Red.)nicht da war", sagt Trainer Bernd Eigner. Aktuell sei Said "nicht mehr rauszudenken aus der Mannschaft". Jetzt, da der Kapitän zurück ist im defensiven Mittelfeld, läuft Said als Achter auf. Seit dem siebten Spieltag hat er keine Minute verpasst. Was fehlt, ist ein eigener Treffer. "Jeder Fußballer schießt gerne Tore", sagt Said. "Ein Tor will ich schon machen in dieser Saison." Die "tolle Entwicklung" macht den Coach stolz. "Das ist ein Junge, der die richtige Einstellung hat." Karim Said war auch gegen Gebenbach überall zu finden, schnell auf den dünnen Beinen, mit Zug zum Tor, dafür musste Bernd Eigner ihn ab und zu daran erinnern, auch mal hinten zu bleiben. "Das ist normal. Mir ist es lieber so, als dass man einen anschieben muss." Kurz vor der Pause hätte Said fast noch die Chance zum 3:2 gehabt, Torwart Michael Nitzbon war einen Schritt schneller am Ball. Zuvor hatte Kevin Woleman mit einem Fehlpass das 0:1 durch Marco Seifert eingeleitet (24.). Nur eine Minute später legte Dominik Haller nach. Doch der SCE kam stark zurück: Wieder nur zwei Minuten später drosch Bastian Herzner einen Elfmeter in die Maschen. Und dann ging es in diesen verrückten fünf Minuten noch einmal schnell über die linke Außenbahn, Bastian Herzner versenkte die Kugel zum 2:2.

Im zweiten Durchgang aber reichte dem Tabellenführer ein überragender Pass durch die Mitte und Timo Kohler traf zum 2:3 (67.). Trotzdem bewies Karim Said, warum er der Mannschaft hilft. Gegen Gebenbach gelangen dem 20-Jährigen starke Balleroberungen, technisch ist der Mittelfeldmann gut ausgebildet. Manchmal fehlt nur der Mut. Wie das eben so ist bei einem jungen Spieler im Geschäft der Großen.

Doch dass er überhaupt so gut mitspielt, hat auch seinen Trainer überrascht. "Wir haben geplant, dass wir ihn aufbauen wollen. Wahrscheinlich ist es das letzte Jahr für Dotti, dementsprechend wollten wir Karim langsam heranführen." Doch langsam ist eindeutig nicht Saids Ding. "Ich habe meine Chancen bekommen und sie genutzt", sagt er selbst. "Ich hatte auch das Glück, dass Dotterweich sich verletzt hat. Sonst hätte ich sicher nicht gespielt." Said war im Sommer vom Landesligisten Baiersdorfer SV zu den Quecken gewechselt - nach seiner ersten starken Saison im Herren-Fußball. 22 Mal lief er für die Krenkicker auf, sechs Tore erzielte er dabei. In den Jahren zuvor war der Mittelfeldspieler noch Teil der A-Jugend-Mannschaft. "Ich wollte die Herausforderung, in der Bayernliga zu spielen, annehmen", sagt Said über seinen Wechsel zurück zu seinem Jugendverein. Von der C-Jugend an hatte Said, der in Erlangen geboren ist, dann aber in Karlsruhe aufwuchs und erst als Jugendlicher wieder hierher zog, in Eltersdorf Fußball gespielt. 2017 hat Said Abitur gemacht, sich dann ein Jahr Pause gegönnt. Nun beginnt er an der FAU, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Und natürlich will er in der Bayernliga weiter Gas geben. "Jetzt haben wir das wichtige Spiel verloren", sagt Said. "Wir müssen die nächsten Spiele gewinnen, dann können wir auf die Tabelle schauen." Der Mannschaft, sagt Bernd Eigner, "will ich keinen Vorwurf machen, sie hat ein gutes Spiel gemacht, in der ersten Halbzeit Moral bewiesen". Das einzige Manko: "Vorne waren wir nicht eiskalt genug, hinten haben wir es ein-, zweimal dem Gegner zu leicht gemacht." Darüber ärgerte sich auch Karim Said. "Vor dem Tor hat’s gehakt. Ich finde, wir haben besser gespielt als der Gegner, der hat eigentlich nur lange Bälle geschlagen." Unglücklich sei das, die Gegentore, die Niederlage. Mehr wollte Said dazu nicht sagen.

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