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ATSV Erlangen: Erst Unterhaching, dann die Zukunft

Vor dem Pokalviertelfinale

Ein Pokalspiel gegen einen Drittligisten - was sich für machen Bundesligisten nach einer undankbaren Aufgabe anhört, ist für Bayernligist ATSV Erlangen ein herbstliches Highlight. Am Mittwoch trifft der ATSV im Verbandspokal-Viertelfinale auf die SpVgg Unterhaching. Aber: Dass der Verein in der Bayernliga angekommen ist und sich im Pokal mit Profis misst, heißt nicht, dass alle Ziele erreicht sind. Abteilungsleiter Jörg Markert hat klare Pläne.

Coach Shqipran Skeraj (vorne) und Jörg Markert im Austausch. Am Mittwoch bekommen beide ein Highlight-Spiel gegen Unterhaching.

 / © Zink / ThHa

16 Uhr 30 ist eine ungewöhnliche Zeit, ein Fußballspiel anzupfeifen - zumindest an einem Mittwoch, der kein Feiertag ist. Doch Jörg Markert hat eine einfache Erklärung parat: "Wir haben leider auf dem A-Platz kein Flutlicht", sagt der ATSV-Abteilungsleiter. Zwar würde auf ein Remis nach 90 Minuten keine Verlängerung folgen, bei einem möglichen Elfmeterschießen könnte das Tageslicht dennoch knapp werden - ein späterer Anpfiff wäre also nicht zu vertreten. Der ATSV hofft trotz arbeitnehmerunfreundlicher Zeit auf Zuschauer: "Zwischen 400 und 500 erwarte ich schon," so Markert, der auch vom Gegner entsprechende Signale erhalten haben will.

Immerhin ist es das Viertelfinale im Verbandspokal - und der ATSV hat sich nach Siegen in Sand, Eltersdorf und Cham ein Heimspiel erarbeitet, das nicht alltäglich ist an der Paul-Gossen-Straße. Es kommt ein Gegner, der sich als Tabellenfünfter der dritten Liga gerade in der Länderspielpause befindet. Und natürlich ist die SpVgg Unterhaching, der ehemalige Bundesligist aus dem Münchner Vorort, neben dem TSV 1860 München aussichtsreichster Kandidat für den Pokalsieg, der gleichzeitig zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt. 

Eigene Ambitionen auf dieses Ziel verkneift man sich beim ATSV gesunderweiße: "Unterhaching ist schon eine Nummer", sagt Markert, "es ist ein Bonusspiel für unsere Mannschaft, unsere Fans, unsere Sponsoren. Aber die Mannschaft wird alles in die Waagschale schmeißen. Die Hoffnung stirbt zuletzt." Immerhin: Anstatt sich nur auf die Defensive zu konzentrieren und vorne auf Glück und Zufall zu setzen, beschäftigen sich die Verantwortlichen um ATSV-Coach Skeraj mit einem Matchplan: "Wir bereiten uns auf Unterhaching vor wie auf jeden Bayernliga-Gegner. Wir analysieren, schauen, wo sie Schwächen haben."

Die eigenen Schwächen, die sie vor allem in den ersten Spielen der neuen Liga ordentlich beschäftigten, haben sie beim ATSV inzwischen erkannt. Aus den ersten fünf Partien gab es nur einen Zähler, seitdem aber punkten die Erlanger in schöner Regelmäßigkeit dreifach. Zuletzt sogar auswärts, bei zwei Siegen in Ansbach und Bamberg. "Die Liga ist vom Läuferischen und Kämpferischen her eine ganz andere Hausnummer als die Landesliga; fast alle Spieler mussten sich zu Beginn erst noch reinfinden. Jetzt wissen sie schon, dass sie immer 100 Prozent geben müssen. In der Landesliga haben - bei der Qualität, die wir hatten - ab und an auch 60 Prozent gereicht", weiß Markert. Aktuell steht sein ATSV auf Rang 12 notiert, der Abstand zur Roten Zone ist mit drei Zählern (bei einer Partie weniger) aber überschaubar.

Weitere Aufstiege sollen her

Das Ziel für diese Saison ist klar: Den Verein und sein Aushängeschild in der Bayernliga halten. Und in die soll es künftig möglichst auch für die Jugendmannschaften gehen. Mit der U19, der U17 und der U15 spielen aktuell alle drei Großfeldteams des ATSV Erlangen in der Bezirksoberliga, "in den nächsten zwei, drei Jahren wollen wir schon Landes- und Bayernliga in Angriff nehmen", kündigt Markert an. Eine wichtige Rolle in Hinblick auf dieses Vorhaben spielt auch die U23, die aktuell in der Kreisliga aufläuft. Das Ziel für den ATSV Erlangen II heißt Bezirksliga, "um den jungen Spielern, einen Anreiz zu geben, dazubleiben. Denn der Sprung von einer A-Jugend - egal, in welcher Liga man da spielt - in eine Herren-Bayernliga, ist groß. Den schaffen wenige", weiß Markert. Eigene Talente über die U23 in die Bayernliga zu führen, sei der Weg, den er für seinen Verein als gangbar ansieht: "Die jungen Kerle wollen möglichst hoch spielen, und in der Kreisliga sind einige vielleicht eher öfters mal unterfordert." So sei die Bezirksliga die richtige, weil einfach auch interessantere Liga.

Dass Markert nicht nur die Augen nach Verstärkungen offenhält, sondern sich im Sinne einer ordentlichen Nachwuchsausbildung auch bemüht, Trainer- und Funktionsposten adäquat zu besetzen, ist bekannt. Nun hat er mit Bernd Reindl weitere Verstärkung gewinnen können; der 49-Jährige wird gemeinsam mit Stefan Brehm die Jugendleitung übernehmen. "Er war zuvor jahrelang am NLZ des 1. FC Nürnberg als Co-Trainer von Marek Mintal", sagt Markert, "wir versprechen uns von ihm qualitativ nochmals eine Verbesserung für unsere Jugendarbeit." Schließlich soll der Höhenflug des ATSV nicht der einer Eintagsfliege sein.

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