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Schulik: "Wir müssen cleverer sein"

Nach dem 2:4 gegen Feucht

17 Spiele, elf Punkte. Die Bilanz des TSV Kornburg nach der Hinrunde dieser Landesliga-Spielzeit ist bescheiden. Doch auch nach der 2:4-Niederlage gegen Feucht bleibt Torjäger Sebastian Schulik gelassen.

 Nach dem 1:0 waren Sebastian Schulik und seine Kornburger bester Laune, dann gaben sie das Spiel gegen den SC Feucht um den zweifachen Torschützen Stephan König aus der Hand. 

 / © Oliver Gold/Zink

Als die fünfte Niederlage in Folge feststand, da konnte Sebastian Schulik trotzdem lachen. Hier eine Umarmung, da ein Klaps auf die Schulter, noch ein bisschen Quatschen, seine sportliche Vergangenheit konnte der Angreifer des TSV Kornburg an diesem frühen Sonntagnachmittag jedenfalls nicht leugnen. „Ich kenne noch ein paar Leute von früher“, sagte Schulik, als er genug hatte von all den Herzlichkeiten. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Leute aus meiner Feuchter Zeit treffe.“ Drei Jahre lang hat er für den SC gespielt, die Erinnerungen daran sind sehr positiv. 38 Tore gelangen ihm einst in der Landesliga, nach dem Aufstieg in die Bayernliga nochmal 24 – inzwischen müssen die Feuchter ohne ihren einstigen Torjäger auskommen, der seit dieser Saison das Trikot des TSV Kornburg trägt. Das mit dem Toreschießen klappt auch an neuer Wirkungsstätte sehr gut, zwölfmal hat der 31-Jährige schon getroffen in dieser Saison – ähnlich erfolgreich sind die Zeiten momentan aber nicht.

Mit Hilfe des Pfostens

Auch nach dem Abstieg in die Landesliga müssen sie an der Kellermannstraße den Blick nach unten richten, während die Feuchter mal wieder alles daran setzen, der Landesliga in höhere Sphären zu entfliehen. Es war also ein Derby unter besonderen Vorzeichen, das da zu ungewohnter Zeit um 11 Uhr angepfiffen wurde. Wer die vollgeparkten Wiesen und Schotterflächen rund um den Sportplatz sah, hätte denken können, es ginge bereits um mehr als nur drei Punkte. Und in gewisser Weise stimmte das ja auch.

Die Kornburger wollten nach vier Niederlagen in Serie endlich mal wieder ein kleines Erfolgserlebnis feiern, die Gäste nicht endgültig den Anschluss an die Aufstiegsplätze verlieren. Nach 94 Minuten hatten die Feuchter ihr Ziel erreicht, ihren „dreckigen Auswärtssieg“ feierten sie ausgelassen im Kreis, während sich die Kornburger ein paar Meter weiter mal wieder Mut zusprachen.

„Jede Niederlage tut weh“, sagte Sebastian Schulik, „und gegen die alten Mitspieler will man natürlich erst recht gewinnen.“ Dieses Unterfangen war auch nicht so aussichtslos, wie es die Tabellensituation vermuten ließ. Feucht übernahm zwar die Kontrolle über das Spiel, der TSV aber hielt mutig dagegen, ohne selbst wirklich gefährlich vor das Tor zu kommen. „Unser Plan ist gut aufgegangen“, befand Schulik, „wir wollten kompakt stehen und irgendwann unsere Chance nutzen.“ Mit etwas Glück überstanden die Kornburger eine Drangphase der Gäste kurz vor der Pause, nach 56 Minuten bekam Sebastian Schulik dann seine dritte Chance – und nutzte sie. Pascal Abele setzte sich im Mittelfeld durch, spielte einen Pass auf seinen Kollegen im Strafraum, der mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 traf. Die Feuchter aber steckten nicht auf, setzten die Defensive des TSV unter Druck – und wurden dafür belohnt. Stephan König traf erst per Foulelfmeter (60.) zum Ausgleich und nur wenige Augenblicke später nach schöner Vorarbeit des ehemaligen Kornburgers Szymon Pasko zum 2:1.

„In manchen Situationen sind wir noch zu grün hinter den Ohren und lassen Dinge zu, die nicht passieren sollten“, sagte Sebastian Schulik. „Direkt nach unserem Tor müssen wir cleverer sein, dann bringen wir über einen längeren Zeitraum Ruhe rein.“ So aber mussten sie mal wieder einem Rückstand hinterherlaufen – allerdings nur drei Minuten lang. Der gerade eingewechselte Yanick Uschold verlängerte einen perfekten Freistoß von Kevin Schwarz mit dem Kopf ins Feuchter Tor.

Auftrieb gab das den Kornburgern aber nicht, stattdessen drückten die Gäste auf den Sieg, der ihnen auch gelang. Michael Eckert traf eine Viertelstunde vor Schluss, weil die Abwehr des TSV mal wieder „zu viele Geschenke“ verteilte, wie Sebastian Schulik die Außenwelt genervt wissen ließ. In der Nachspielzeit legte Alexandros Nikopoulos sogar noch das 4:2 nach.

Nur ein Mosaiksteinchen

Mit dem Schlusspfiff direkt danach war auch die Hinrunde Geschichte, elf Punkte haben die Kornburger in 17 Spielen gesammelt. Zu wenige, das weiß auch ein erfahrener Fußballer wie Sebastian Schulik. „Ein paar Punkte mehr“ hätte er sich schon gewünscht, bekannte er, „ich weiß ja, was die Mannschaft drauf hat.“ Doch viele „doofe individuelle Fehler“ verhinderten eine bessere Ausbeute, „wenn wir in der Rückrunde als Einheit agieren, werden wir definitiv unsere Punkte holen“, sagte Schulik, „dann bin ich auch überzeugt, dass wir nicht mehr lange unten bleiben“.

Im Sommer hatten sie ihm ja sogar die Rolle als spielender Co-Trainer zugedacht, mit der Entlassung von Adrian Milano war aber auch diese kurze Episode in Schuliks Laufbahn wieder beendet. „Adrian und ich haben gute Arbeit geleistet, aber wenn die Erfolge ausbleiben, ist es die logische Konsequenz, etwas zu ändern“, sagte er. Seither kann sich der Torjäger wieder ganz aufs Toreschießen konzentrieren, als Lebensversicherung des TSV will er sich aber nicht bezeichnen lassen. „Ich bin nur ein kleines Mosaiksteinchen in der Mannschaft“, findet Schulik, „wenn ich die Bälle nicht bekomme, mach ich auch meine Tore nicht.“

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