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Dem TSV Buch fehlt im Existenzkampf das Glück

Knoblauchsländer mit vierter Niederlage in Serie

Das 0:2 gegen Bamberg ist für den TSV Buch die vierte Niederlage in Folge. Die einstige Landesliga-Spitzenmannschaft muss erkennen, dass sie gegen eine solche derzeit nicht gewinnen kann. Mancher hadert mit dem Glück, der Trainer freut sich jetzt vor allem auf die Wintervorbereitung.

"Wir müssen vorne wieder effektiver werden": Udo Brehm (Mitte, rotes Trikot) und sein Sturmkollege Philip Lang (rechts) kamen im Bamberger Strafraum oftmals einen Schritt zu spät.

 / © Michael Matejka

Wie sich die Bilder doch gleichen. Als der Schiedsrichter an diesem kalten und grauen Novembertag zum letzten Mal pfeift, da gehen die Köpfe bei den meisten Spielern des TSV Buch nach unten. Yannick Scholz, der Verteidiger, schüttelt ungläubig den Kopf, kein Schulterklopfer des Gegners, kein gutes Wort kann ihn aufheitern. Wäre der Himmel nicht so grau und der Wind so kalt gewesen – man hätte denken können, die Bucher hätten gerade nur knapp den Aufstieg in die Bayernliga verpasst.

Auch damals, an einem wunderbaren Frühsommertag, versank der TSV Buch in Trauer, Tränen flossen, ein Tor fehlte gegen den ASV Vach, um eine Verlängerung zu erzwingen. Seitdem sind fünf Monate und 19 Spiele vergangen, gebessert hat sich die Stimmungslage am Wegfeld allerdings kaum. Auf der Anzeigetafel steht nach diesen 93 Minuten Fußball ein 0:2, es ist kein überraschendes Ergebnis – nicht mehr im Herbst 2018, in dem die Bucher keine Spitzenmannschaft mehr sind.

Ein gelungener Angriff

Der Aufsteiger Eintracht Bamberg, ein Verein mit bewegter Geschichte, hingegen ist eine solche. Nach 19 Spieltagen sind die Bamberger noch immer ungeschlagen, mit 49 Punkten und damit 31 mehr als Buch stehen sie an der Tabellenspitze. Doch wie schon vor drei Wochen gegen Neudrossenfeld, den Zweiten, war das zu Beginn des Spiels kaum zu sehen. Buch startete furios, nach 13 Sekunden stand Philip Lang plötzlich in aussichtsreicher Position vor dem Bamberger Tor.

23-mal hat Lang im vergangenen Jahr getroffen, vor ein paar Monaten wäre sein Schuss sicher auch im Tor gelandet – diesmal aber flog er über das Bamberger Tor in den Fangzaun. Auch danach spielte der TSV gut mit, erarbeitete sich Halbchancen, doch ein Tor gelang ihnen nicht. "Wir machen momentan einfach nie das 1:0", wird Trainer Manuel Bergmüller hinterher sagen. Bamberg hingegen spielte einmal ansehnlich nach vorne, die Bucher Defensive reklamierte Abseits, zwei Stationen und einen Schlenzer von Maximilian Großmann später lag der Ball zum 0:1 im Tor (16. Minute). Buch gab sich aber nicht auf, es ging hin und her, dass da ein potenzieller Aufsteiger gegen ein Kellerkind spielte, sah man allenfalls in Nuancen. Als der Schiedsrichter Bambergs Maximilian Vetter 25 Minuten vor Schluss wegen einer Notbremse vom Platz stellte, probierte Buch noch einmal alles – doch entweder gerieten die entscheidenden Pässe zu ungenau oder war selbst ein Kopfball aus fünf Metern eine zu große Aufgabe. "Wir haben gearbeitet wie blöd und vieles richtig gemacht", befand Manuel Bergmüller.

Doch dann brachten sie sich endgültig um den Ertrag. Yannick Scholz spielte den Bambergern den Ball unbedrängt in den Fuß, die Gäste deuteten kurz an, warum sie bislang so erfolgreich sind – einen Schuss von Patrick Görtler später stand es 0:2 und war dieses Spiel gelaufen. Zehn Minuten später pfiff der Schiedsrichter ein letztes Mal, es war die vierte Niederlage in Folge für den TSV Buch.

"Wir sind heuer eben jung"

Die Frage nach dem Warum beschäftigte danach alle: die enttäuschten Zuschauer, aber auch die Spieler, die mit gesenkten Köpfen in die Kabine trotteten. Kapitän Stefan Fleischmann haderte damit, dass dieser Tage "jeder Fehler eiskalt bestraft" wird, aber auch damit, dass seine Mannschaft "offensiv zu schwach" ist, "wir spielen ja nicht schlecht, aber wir müssen vorne wieder effektiver werden".

Einer der Gründe für die fehlende Effektivität, Fleischmanns Bruder Christian, stand nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch noch immer mit Krücken am Spielfeldrand, auch der ehemalige Kapitän Thomas Reichel fehlt ihnen. "Spieler mit einer solchen Qualität kann man nicht so schnell ersetzen", findet Stefan Fleischmann, "wir sind heuer eben relativ jung, vielleicht fehlt da manchem auch noch der letzte Wille".

Dreimal spielen sie bis zur Winterpause noch, ein paar Punkte fürs Binnenklima der Mannschaft wären nicht verkehrt. Eines aber steht für den Kapitän schon fest. "Wir steigen nicht ab, davon bin ich überzeugt", sagt er, auch Manuel Bergmüller bleibt gelassen – und fiebert schon den nächsten kalten Wintertagen entgegen. "Ich freue mich auf die Vorbereitung, denn dann kann ich sie so fit machen, wie ich sie brauche."

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