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Die Forchheimer Neuzugänge im Winterpausen-Check

Elf Neue verkörpern Probleme und Potenziale des Teams

Weil der heimische Rasen im Wasserturm-Stadion bei einer Begehung für unbespielbar befunden wurde, gehen die abstiegsbedrohten Bayernliga Fußballer der SpVgg Jahn Forchheim direkt in die Winterpause. Auch ohne den Vergleich mit dem TSV Großbardorf lässt sich festhalten, dass der personelle Umbruch vom Sommer eine größere Herausforderung darstellt als angenommen. Eine Bilanz der elf Forchheimer Neuzugänge.

Gute Ansätze: Auch wenn Tom Jäckel ohne richtige Vorbereitung gestartet ist, hat er schon sein Potenzial andeuten können.

 / © Roland G.Huber

Christian Bergmann hat die Führungsrolle angenommen, die ihm zugedacht war. Neben seiner Erfahrung bot der 36-Jährige frühere Regionalliga- Torwart in seinen zwölf Einsätzen sogar noch diverse spektakuläre Rettungstaten auf, was nicht gerade für seine Vorderleute und den jungen Herausforderer Tino Stahl spricht.

Daniel Uttinger avancierte nach seiner Verpflichtung vom Landesligisten TSV Buch in Rekordzeit zum Hoffnungsträger für eine stabilere Defensive und kann mit seinem linken Fuß wie einst Kevin Woleman gefährliche Angriffsaktionen einleiten. Allein die Fehlerquote des 23-Jährigen, der früh viel Verantwortung trug und nach einer langen Verletzung mit körperlichen Defiziten durchstartete, ist mitunter recht hoch.

Pascal Tischler ist wie viele andere ein großes Versprechen im Kader. Der bei Greuther Fürth ausgebildete Innenverteidiger lernte mit 20 Jahren beim FC Amberg die Härte und das Tempo der Bayernliga in einer überforderten Mannschaft kennen. Nun kämpfte Tischler zwischenzeitlich mit seiner Gesundheit und Formschwankungen, könnte sich aber zu einer festen Größe entwickeln.

Nuyan Karsak durfte immer wieder von Beginn an ran oder schnuppert an der Startelf, hat aber auf der defensiven Außenbahn bisweilen am Qualitätsunterschied zwischen Landesliga und Bayernliga zu knabbern. Der 23 Jahre alte Ex-Baiersdorfer braucht noch Zeit.

Christian Städtler ging als Gewinner aus der Sommer-Vorbereitung, überraschte mit Unbekümmertheit und offensivem Schwung. Im Rundenverlauf baute der 23-Jährige, der zuvor mit Kirchehrenbach nur Kreis- und Bezirksliga kannte, ab, verkörperte auf einmal die Verunsicherung des gesamten Gefüges.

Timo Noppenberger bestätigte mit den fünftmeisten Spielminuten, warum er aus Baiersdorf zurückgeholt wurde. Mit soliden Auftritten und Robustheit unterstrich er seine Reife und ist mit seiner Vielseitigkeit zwischen Abwehrverbund und zentralem Mittelfeld kaum aus dem Team wegzudenken.

Adrian Grinjuks wollte nach zwei Jahren als Ergänzungsspieler in Eltersdorf regelmäßig mitspielen, konnte über seine Einsatzfreude hinaus aber zu selten seine Stärken im Dribbling in Szene setzen. Weil der 24-Jährige, der sich in Buckenhofen für höhere Aufgaben empfohlen hatte, auch die Erwartungen an sich selbst nicht erfüllte, kehrt der Linksfuß im Winter zum Heimatverein DJK Eggolsheim zurück.

Niklas Möhrlein trainierte während des Studiums in Jena beim FC Carl Zeiss, konnte seine Anlagen als Spielgestalter aber zumindest im Jahn-Trikot nie abrufen. Zwischen beruflicher Orientierung und der zweiten sportlichen Leidenschaft beim Basketball geriet die Verpflichtung des 22-Jährigen zum Missverständnis. Auch er schließt sich dem Kreisklassen-Spitzenteam im Heimatort Eggolsheim an.

Johannes Petschner könnte im Abstiegskampf noch zum wertvoller Trumpf aufsteigen. Der 19-Jährige aus der Bayreuther Jugend besticht für sein junges Alter mit Ballsicherheit und bringt für den Job im defensiven Mittelfeld eine Pferdelunge mit.

Timo Goldammer weiß mit seiner technischen Beschlagenheit also auch über Bezirksliga-Niveau zu glänzen. Um hinter den Spitzen in die Fußstapfen der vorigen Allzweck-Waffen Andi Mönius oder Adem Selmani zu treten, muss der vom TV 48 Erlangen gekommene 24-Jährige allerdings mehr Zug zum Tor entwickeln.

Tom Jäckel hatte nach dem Blitztransfer vom FSV Bruck keine richtige Sommer-Vorbereitung. Trotzdem geht der 31-Jährige Königstransfer mit läuferischem und kämpferischen Engagement voran. Vielleicht rieb er sich zu oft an falscher Stelle auf, um in seinem natürlichen Raum zentral vor dem Tor präzise genug abschließen zu können. Wenn der Ehrgeiz bleibt und das Spiel besser auf den Sturmtank zugeschnitten ist, wird der Ex-Torschützenkönig seine Bilanz in der Restrunde erheblich aufpolieren.

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